GEW Thüringen
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Mein Jahr in der GEWAus dem Leben eines Freiwilligen – Teil 5

Dieser fünfte Teil meiner Reihe wird tatsächlich etwas kniffelig zu schreiben. Seit meinem letzten Beitrag sind zwar wieder 2 Monate vergangen, aber wie jeder weiß, kam da etwas dazwischen. Die weltweite Corona-Pandemie machte nämlich auch nicht halt vor Erfurt und der GEW Thüringen. Deswegen wird dieser Text statt meiner Arbeit wohl mehr meine Gedanken über die vergangenen Wochen beinhalten.

28.05.2020 - Justin Walther - FSJler in der Landesgeschäftsstelle der GEW Thüringen

Seit Anfang September bin ich im Rahmen des FSJ-Politik in der Landesgeschäftsstelle der GEW-Thüringen tätig. Hier unterstütze ich vor allem den Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das bedeutet, dass ich an der Internetseite, der Mitgliederzeitung und im GEW-Radio „Bildung in Thüringen“ mitarbeite. In den folgenden Monaten werde ich darüber hinaus Schritt für Schritt Einblicke in die anderen Fachbereiche der GEW bekommen.

Die Corona-Pandemie begann

Naja zu diesem Zeitpunkt, also in etwa Anfang März, sprach man ja noch von der Corona-Epidemie. Keiner glaubte, dass diese Krankheit aus China wirklich nach Europa und Deutschland kommen wird, oder man wollte dies zumindest nicht glauben. Langsam gab es dann immer mehr Fälle auch hier in Deutschland, die ersten Krisenherde entstanden in beliebten europäischen Urlaubsregionen und auch hier im beschaulichen Thüringen musste man sich Gedanken über eine angemessene Reaktion machen.

Auch bei uns in der LGS begannen die ersten Rundschreiben, Informationen von allen möglichen Quellen und schließlich die Überlegung auch bei uns das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten. Das hieß….

Ab ins Homeoffice

Der 18. März war für mich der erste von vielen Tagen im Homeoffice. Die Arbeit nahm für mich erst mal deutlich ab, da natürlich der direkte Kontakt zu den Kolleg*innen fehlte. Meine täglichen Aufgaben blieben zwar, aber andere Sachen kamen nur sporadisch rein. Für unsere Mitglieder in Schulen, Kitas oder anderen Einrichtungen fing der Trouble aber erst an. Alles wurde geschlossen, maximal die Notbetreuung war noch möglich. Der richtige Umgang mit der Situation, der angemessene Schutz und das Thema Kurzarbeit waren für die ersten Wochen bestimmend. Ich muss sagen Homeoffice hat als FSJler sowohl Vor- als auch Nachteile. Man kann zwar länger schlafen und sich den Tag relativ beliebig einteilen, aber irgendwas fehlt einem schon.

Mit den Kolleg*innen blieben wir alle natürlich auch im Kontakt. Unsere wöchentliche Dienstkonferenz verlagerten wir ins Internet und wie geplant funktionierte unsere erste Videokonferenz natürlich …. Nicht. Wer hätte es gedacht – Technik die begeistert. Nach der folgenden Telefonkonferenz und ein paar technischen Hilfen, funktionierten die Videokonferenzen jedoch von mal zu mal besser. Und nebenbei lernte man auch gleich das private Mobiliar der Kolleg*innen kennen.

Was passierte eigentlich noch während dieser Zeit… Fangen wir mal beim Einkaufen an: Toilettenpapier, Nudeln und Reis waren ziemlich schnell Mangelware. Man konnte denken, die Welt stehe vor dem Abgrund. Nach circa 3 Wochen habe auch ich, bei noch einer halben Rolle in meinem Bad, mal wieder Toilettenpapier um 7:30 Uhr morgens bekommen. Das war eine Erleichterung sag ich euch :-)

Ach ja wir mussten während der Zeit im Homeoffice ja auch noch eine Radiosendung für „Bildung in Thüringen“ produzieren. Mit „wir“ meine ich übrigens Michael und mich. Da ich Zuhause ein ordentliches Mikro für meinen eigenen Podcast besitze, durfte ich natürlich auch derjenige sein, der für die Aufnahme verantwortlich war. Mein PC wandelte sich während der Interviews mit vier Gästen gefühlt zu einem NASA-Computer. Hier das Aufnahmeprogramm, dort das Programm für die Videokonferenz. Nebenbei natürlich nicht das Fragen stellen vergessen. Im Nachhinein noch etwas Schnittarbeit, also alle längeren Denkpausen und „ähms“ rausschneiden und schon waren ungefähr 8h vorbei – wohlgemerkt für eine Stunde Radiosendung.

Im April kam ich dann auch mal wieder aus meiner Wohnung raus und ging einmal pro Woche in die stark unterbesetzte LGS. Hier habe ich immer mal wieder unsere großen Wandkalender und die neuen Lehrerkalender für unsere Kreisverbände vorbereitet. Hunderte Wandkalender wurden zusammengerollt, etwa 1000 Lehrerkalender mit unserem GEW-Logo versehen und natürlich bei uns im Keller alles eingelagert. Hiermit sei auch gesagt: Ihr könnt eure Kalender bei uns in der LGS gerne abholen :-)

Das Homeoffice neigte sich dem Ende

Kurz vor dem Ende des Homeoffice Ende April kam dann ja noch die beliebte Maskenpflicht in Supermärkten und im ÖPNV. Ich finde das Tragen dieser Masken zwar auch nicht immer angenehm, aber ich finde es durchaus sinnvoll. Wenn dann alle Menschen nur noch ihr Hirn einschalten würden und trotz des Tragens der Maske auch den Mindestabstand einhalten würden, wäre die Welt perfekt.

Als sich alles mal wieder beruhigte und ich seit fast zwei Monaten auch nicht mehr bei meiner Familie in Suhl war, da ich auch hierfür auf den ÖPNV und die Deutsche Bahn angewiesen bin, nutzte ich auch Ende April die Chance und fuhr mal wieder nach Hause und nutzte das gute Wetter im heimischen Garten. Auch hier sei übrigens mal die Menschheit angesprochen: Es hilft nichts, wenn ihr eure Maske erst nach 5min im Zug aufsetzt oder diese nur aufsetzt, wenn eine andere Person an euch vorbeiläuft.

Seit dem 4.Mai arbeiten die Meisten von uns wieder in der LGS. Die Arbeit normalisiert sich von Tag zu Tag wieder – was man von der Welt um sich herum nicht so ganz behaupten kann. Besonders in den soziale Medien wandeln meiner Meinung nach immer mehr Gestalten herum, welche wirklich jeden Mist glauben. Vor einigen Jahren wollten sie die Grenzen in Deutschland dicht machen und nun können die Lockerungen nicht schnell genug gehen und die Grenzen müssen sofort wieder offen sein. Der Hammer war jedoch folgender (gesehen auf Facebook): Die Satirezeitung „Der Postillon“ postet eine „News“ über ein neunjähriges Kind, welches nun nach 4 Wochen endlich wieder vom Spielplatz befreit wurde, nachdem dort das Absperrband entfernt wurde. Man denkt sich: Ach naja ist ja ganz witzig, mal gucken was die Kommentare sagen. Gesagt getan und was fand ich: „Wie schrecklich. Man muss doch als Eltern auch während der schulfreien Zeit merken, wenn sein Kind nach 4 Wochen nicht nach Hause kommt.“ Ich glaube das kann ich hiermit auch unkommentiert lassen.

Mittlerweile bin ich wieder in der Landesgeschäftsstelle. Die kommenden Seminare in meinem FSJ wurden aufgrund der aktuellen Auflagen leider abgesagt, doch auch hier halten wir uns mit Videokonferenzen auf dem Laufenden. Insgesamt kann man sagen, dass FSJler sein während einer solchen Krise auch nicht ohne ist. Da bin ich doch ganz froh, dass bei mir in der GEW alles gut verlaufen ist. In der nächsten Ausgabe könnt ihr wahrscheinlich u.a. auf meine Pläne nach dem FSJ gespannt sein.

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