GEW Thüringen
Du bist hier:

Einleitung in den Schwerpunkt der tz-Februar 2020Arbeitsbelastung an Schulen: Das Fass läuft über!

In dem Themenschwerpunkt der tz-Februar 2020 erwarten Euch einige spannende Texte von Kolleg*innen, welche über ihre Erfahrungen mit Arbeitsbelastungen im beruflichen Alltag schreiben und so hoffen eine größere Aufmerksamkeit für dieses Thema zu erreichen.

04.02.2020 - Kathrin Vitzthum, Michael Kummer und Justin Walther

Die GEW-Initiative „Bildung. Weiter denken!“ hat das Jahr 2020 zum Jahr der Arbeitsbelastung erklärt. Immer häufiger klagen unsere Kolleg*innen über gestiegene Herausforderungen und weniger Unterstützung durch einen eklatanten Fachkräftemangel. Hinzu kommen zunehmende psychische Belastungen, ausgelöst durch Stress und Überforderung, immensen Zeitdruck und generell sinkender Erholungszeit.

Vom 20. April bis 15. Mai 2020 werden in allen Bundesländern Aktionen stattfinden, die das Thema Arbeitsbelastung in den öffentlichen Raum bringen – und so auch in Thüringen. Ziel ist es, die Landesregierungen, die Bildungsministerien, aber auch Eltern und Mitbürger*innen über das Problem zu informieren. Es geht nicht darum, zu meckern, weil es mal wieder ein bisschen stressig wegen der Korrekturarbeiten ist. Es geht darum, das Thema aus den Bildungseinrichtungen herauszuholen und öffentlich sichtbar zu machen. Diejenigen, die an den Umständen etwas ändern können, sollen Druck bekommen und beginnen zu verstehen.

In den folgenden Beiträgen erfahrt Ihr, was Thüringer Kolleg*innen für Erfahrungen mit dem Thema gemacht haben und welche Tipps und Lösungen für Euch bereit stehen. Auf den Gesundheitstag 2020 der GEW Thüringen möchten wir an dieser Stelle bereits hinweisen und Euch bitten, den Termin im September dick in Euren Kalender einzutragen. Die AG Arbeits- und Gesundheitsschutz der GEW Thüringen führt Euch in die Problematik der Psychischen Gefährdungsbeurteilung an Schulen ein. Ein Thema was zunächst trocken klingt, für uns alle jedoch sehr wichtig werden kann, denn immer mehr leiden auch an psychischen Belastungen an ihrem Arbeitsplatz.

Ebenso erinnert Euch die AG Arbeits- und Gesundheitsschutz immer mal wieder an ein Instrument, das uns per Gesetz gegeben wurde, um Belastungen anzuzeigen: die Überlastungsanzeige. Es geht um Belastungen im Schulalltag, die uns überfordern, die uns an unsere physischen oder psychischen Grenzen bringen, die uns krank machen – und darum, wie Ihr Euren Arbeitgeber darauf aufmerksam machen könnt bzw. sogar müsst. Das Musterformular dazu haben wir noch einmal für Euch abgedruckt.

Über die enorme und mürbe machende Arbeitsbelastung auf Kosten der Unterrichtsinhalte und Lernergebnisse findet Ihr anschließend einen längeren Bericht von Dirk Rittershaus, einem engagierten Schulleiter und GEW-Mitglied aus Südthüringen. Er benennt die Veränderungen, die er in den letzten 30 Jahren an seiner Schule und auch an seiner eigenen Arbeit feststellen musste. Das Thema der zu hohen Arbeitsbelastung ist in seinem pädagogischen Arbeitsalltag allgegenwärtig – kleinere und größere Lösungsmöglichkeiten werden von ihm aufgezählt.

Wir hoffen, dass Euch dieses ehrliche und öffentliche Bekenntnis Mut macht, über die teils schwierigen Arbeitsumstände und Arbeitsbelastungen zu berichten.
Bitte wendet Euch dazu vertrauensvoll an unsere AG Arbeits und Gesundheitsschutz oder engagiert Euch in dieser Arbeitsgruppe und profitiert von dem Fachwissen und dem Elan der dort tätigen Kolleg*innen.

Je mehr Kolleg*innen ihre Belastungsgrenzen aufzeigen, je sichtbarer die zu hohen und gesundheitsschädlichen Arbeitsbelastungen werden, je deutlicher wird, dass Änderungen an den Bedingungen dringend geboten sind – und umso mehr erhöht das Druck auf die Verantwortlichen. Bringt Euch deshalb aktiv in die Aktionen der
nächsten Monate ein! Welche das konkret sein werden, erfahrt Ihr auf unserer Internetseite www.gew-thueringen.de/gesundheit oder im Newsletter, für den Ihr Euch hier anmelden könnt:www.gew-thueringen.de/newsletteranmeldung

Wir wollen mit Euch und für Euch gute Arbeit gestalten.