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Alle brauchen eine Stimme

"Wir brauchen den Dialog zwischen den Generationen", fordert GEW-Seniorenpolitikexpertin Frauke Gützkow. Die Mitwirkung von SeniorInnen "muss ein gesetzlich verbrieftes Recht sein". Auch attraktive Angebote für ehrenamtliches Engagement sind gefragt.

17.10.2016 - Frauke Gützkow, im Geschäftsführenden Vorstand der GEW verantwortlich für Seniorenpolitik

Für die GEW sind ältere Menschen wichtig. Unsere Gesellschaft wird älter, schon heute sind 27 Prozent der Menschen in Deutschland über 60 Jahre alt, 2030 werden es mehr als 35 Prozent sein. Die GEW vertritt nicht nur die Interessen der Erwerbstätigen in der Bildungsbranche, sondern aller Mitglieder. Auch jener, die bereits im Ruhestand sind oder an der Schwelle zu Pensionierung oder Rente stehen.

Unstrittig ist: Wir brauchen den Dialog zwischen den Generationen. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Diskurs, in dem wir uns darüber Gedanken machen, wie wir die alternde Gesellschaft gestalten wollen, so dass sie den Bedürfnissen aller gerecht wird. Dabei müssen alle eine Stimme haben, auch die Seniorinnen und Senioren. Es darf nicht sein, dass über sie gesprochen und entschieden wird. Es muss mit ihnen diskutiert und entschieden werden. Selbstbestimmung ist Grundlage für das Miteinander. Deshalb brauchen Ältere Partizipationsmöglichkeiten. Sie brauchen Seniorenbeiräte und Gremien, in denen sie ihre Positionen sichtbar machen und in die politische Arbeit einbringen können. Diese Mitwirkung muss ein gesetzlich verbrieftes Recht sein. Wir brauchen Seniorenmitwirkungsgesetze in allen Bundesländern und auf allen politischen Ebenen. Der Bundesseniorenausschuss der GEW macht sich dafür stark.

Natürlich, "die" Alten gibt es nicht. Verschiedene Altersgruppen mit unterschiedlichen Generationenerfahrungen und Biografien verbergen sich dahinter. Entsprechend unterschiedlich sind die Bedürfnisse und Themen, die Seniorinnen und Senioren umtreiben. Die Ältesten haben den Krieg noch erlebt und beschäftigen sich oft noch einmal mit diesen einschneidenden Erfahrungen ihrer Kindheit. Die Alt-68er sind oft fit, aktiv und diskussionsfreudig. Und wer jetzt erst Mitte 50 ist, macht sich zwar möglicherweise schon Gedanken, wie er sein Alter gestalten will und steckt doch noch voll und ganz im Erwerbsleben.

Deshalb ist es wichtig, attraktive Angebote für das ehrenamtliche Engagement unterschiedlicher Altersgruppen anzubieten. Und immer wieder zu überprüfen, für wen machen wir Politik? Welche Betätigungsfelder sind gewünscht? Welche Gremien sollten sich verändern? Für die GEW ist die Auseinandersetzung mit diesen Fragen selbstverständlicher Teil der Seniorenarbeit und -politik.

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