GEW Thüringen
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NachbetrachtungÄlter werden und aktiv bleiben

Am 14. und 15. Mai 2019 fand in Berlin-Köpenick eine Seniorinnen- und seniorenpolitische Fachtagung der GEW statt. Über 100 Senioren-Vertreter*innen aus allen Bundesländern standen im Gedankenaustausch zum Thema „Gesellschaft verändern – Teilhabe im Alter“ und fünf Thüringerinnen waren dabei.

 

04.09.2019 - Margit Fremde - im Namen der Thüringer Teilnehmerinnen

Die Tagung fand im „Hotel am Müggelsee“ statt, war hervorragend organisiert und hochinteressant. In kompakter Form erlebten wir mehrere Fachvorträge und Diskussionsrunden mit kompetenten Referent*innen, die ebenso anregend waren wie die persönlichen Gespräche mit den Teilnehmern aus den anderen Bundesländern.

Es fanden Fachvorträge zu folgenden Themen statt:

  • Ungleichheiten in der alternden Gesellschaft – Expertise aus dem Siebten Altersbericht
  • Rahmenbedingungen für gesellschaftliche Teilhabe
  • Modelle einer solidarischen Alterssicherung

In Foren wurde zu folgenden Themen diskutiert:

  • Digitale Mündigkeit Älterer
  • Teilhabe älterer Menschen in Europa
  • Alterssicherung und Geschlechterfragen: Bilanz des Lebenslaufs von Frauen und Männern
  • Nie wieder sprachlos – Werde Stammtischkämpfer*in gegen Rechts
  • Die Bedeutung von Kommunen für gesellschaftliche Teilhabe

Das abschließende Podiumsgespräch zum Thema „Gesellschaft verändern – politische Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben im Alter“ regte zu einer lebhaften Diskussion an.

Teilhabe im Alter ist nur möglich durch Selbstbestimmung

Bis 1996 war Teilhabe reduziert auf Gesundheit und Pflege, aber es geht um viel mehr. Einkommenssicherung ist zentrale Aufgabe des Sozialstaates zur Absicherung des Lebensstandards und der Planbarkeit des Lebensverlaufs. Altern in Würde heißt, dass die Rente zum Leben reichen muss! Senior*innen sollten nach Ende ihres Berufslebens aktiv bleiben und ihre individuellen Potentiale für die Gemeinschaft einsetzen.

Damit Teilhabe älterer Menschen in der Kommune möglich ist, muss es Begegnungsmöglichkeiten, die für die Menschen erreichbar sind, zu Fuß oder mit öffentlichen
Verkehrsmitteln, geben. Begegnungen, auch zwischen Jung und Alt, sind möglich in Vereinen, Bürger- und Gemeinschaftsräumen.

Eine Nahversorgung im ländlichen Raum mit Produkten und Diensten des öffentlichen Bedarfs ist nicht nur eine reine Versorgungsstätte, sondern besonders für ältere
Menschen auch wichtig zur Kommunikation. Wer gute Beziehungen zu anderen pflegt, ist nicht nur zufriedener, sondern auch im Alter gesünder und glücklicher. Ein Umdenken in der Industrie muss gefordert werden, damit Ältere teilhaben können (Bedienbarkeit der Geräte). Digitalisierung ist nicht alles, es gibt auch ein Anrecht auf analoge Teilhabe.

Jedoch dürfen die Defizite des Sozialstaates nicht durch die „Arbeitskraft“ von Menschen im Ruhestand ausgeglichen werden. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die „Senior_innenpolitischen Eckpunkte“ des DGB vom 28. März 2019. Dieses Papier sollten alle Seniorenvertreter*innen für ihre Arbeit in den Kreisverbänden nutzen.

Diese Tagung hat uns viele Anregungen für unsere ehrenamtliche Tätigkeit als Vertreter der Senior*innen der GEW gegeben.

Wir möchten uns beim GEW-Landesverband Thüringen für die Möglichkeit bedanken, an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können.

 

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