GEW Thüringen
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Planungen des TMBJS im neuen Landeshaushalt A13/E13 für Grundschullehrer*innen und Vollzeit bei Horterzieher*innen ab 2021?

Mit den heute öffentlich gemachten Haushaltsplanungen des TMBJS durch Bildungsminister Helmut Holter steht die GEW Thüringen bei zwei zentralen Forderungen kurz vor dem Durchbruch.

14.05.2020 - Kathrin Vitzthum

Liebe Kolleg*innen an den Grundschulen, liebe Lehrer*innen und Horterzieher*innen,

wir haben heute nicht schlecht gestaunt, als wir die Thüringer Allgemeine lasen. Bildungsminister Helmut Holter hat darin sehr deutlich zwei für uns wichtige Forderungen zu seinen Zielen erklärt:

A13/E13 für Grundschullehrer*innen sowie der Anspruch auf Vollzeitbeschäftigung bei den Horterzieher*innen.

Auch wenn es sich dabei zunächst um die Haushaltsanmeldung handelt, müssen wir sagen, der Minister steht zu seinem Wort. Bereits bei der Kundgebung zur A13/E13 für Regelschullehrer*innen machte der Minister deutlich, dass auch Grundschullehrer*innen diese Eingruppierung verdienen. Und zuletzt auf der Kundgebung der Horterzieher*innen am 29. Januar 2020 hat er sich der Argumente angenommen und zugesagt, sein Möglichstes zu tun.

Wir werden den Bildungsminister dabei unterstützen, indem wir die Forderungen immer wieder in den öffentlichen und in den parlamentarischen Diskurs einbringen. Wir werden Aktivitäten entwickeln, die auch unter den eingeschränkten Bedingungen sichtbare Zeichen setzen. Haltet Euch auf dem Laufenden, in dem Ihr unseren Newsletter abonniert und informiert Euch auf unseren öffentlichen Kanälen.

Eure GEW Thüringen

 

Auszug aus dem Interview mit Helmut Holter, in der TA vom 14.05.2020:

„Über die Angleichung der Gehälter für Grundschullehrer auf die A13 herrschte breiter Konsens, die Lehrer warten darauf. Dann kam Corona. Wann wird es die Hochstufung geben?

Die Mittel dafür habe ich für den Haushalt 2021 angemeldet, damit die Grundschullehrer zum 1. Januar 2021 besser bezahlt werden können. Das ist mein Ziel. Aber gleichzeitig ist auch richtig, dass Corona zu hohen Zusatzkosten geführt hat. Wir müssen verantwortungsbewusst mit den Finanzen umgehen.

Sie befürchten, dass sich wegen der finanziellen Corona-Belastung die A13 für Grundschullehrer verzögern könnte?

Ich hoffe, dass das nicht passiert. Wenn wir den Kurs in Richtung gute Bildung halten wollen, gehört die A13 für Grundschullehrer dazu. Es gab ja auch eine Wahl und Wahlprogramme, das sollten wir nicht ausblenden. Die Koalitionsparteien und die CDU sind sich einig, dass man für gute Bildung nicht genug machen kann, und dazu gehört auch die Attraktivität des Lehrerberufs.

Die erzwungene Teilzeit der Horterzieher ist ein weiteres Thema, das aus der alten Legislaturperiode mitgeschleppt wurde. Wann bekommen sie die Chance auf Vollzeitbeschäftigung?

Die Mittel dafür habe ich ebenfalls für den Haushalt 2021 angemeldet.

Eine Konsequenz aus der Tatsache, dass Erzieher zwar die größte pädagogische Reserve sind, um Unterrichtsausfall abzufangen, die Schulleitungen aber häufig an ihren fehlenden Stunden scheitern?

Darum geht es nicht allein. Es ist mit meinem Gewissen nicht vereinbar, dass Menschen nicht von ihrem Einkommen leben können. Erst recht nicht im Landesdienst. Jede Erzieherin, die voll arbeiten will, soll es auch können. Dann müssen wir aber auch die Ganztagsschule neu denken und die Aufgaben von Erziehern klar regeln. Wer mit seiner DDR-Ausbildung eine Lehrbefähigung hat, kann unterrichten, andere können unterstützend in den Unterricht kommen. Auch dafür müssen wir die rechtlichen Voraussetzungen schaffen.“