GEW Thüringen
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11. Deutschen Senior*innentag 2015 in Frankfurt am Main

Zwei Erfahrungsberichte von GEW-Mitgliedern

22.01.2016 - Reiner Karg, Jutta Enders

Reiner Karg, Kreisverband Gera:

Zur Erinnerung: Die BAGSO ist die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, eine nicht zu übersehende Lobby für Ältere in Deutschland. Ich hatte die Möglichkeit, an ihrem Kongress teilzunehmen. Hier wurden etwa 100 Einzelveranstaltungen angeboten (praxisnahe Projekte, Informationen zum Thema “Älterwerden“, Bewegungs- und Mitmachaktionen, Podiumsgespräche...). Leider war die Zeit für mich viel zu kurz, deshalb nur einige Impressionen von diesem vielseitigen Veranstaltungsprogramm.

Was mir in Frankfurt besonders auffiel: Uns vereint mehr zwischen Ost und West, als oftmals bewusst wird. Das konnte ich bei Veranstaltungen und in Pausengesprächen auch mit Nichtgewerkschaftlern, Menschen aller Couleur feststellen. Ist es vielleicht die Solidarität der Älteren, die durch das besondere Verständnis der Lebensetappe mit ihren Erfahrungen, Beschwernissen und Nöten bei dem Sich-noch-einklinken-Wollen, auch in der Sorge um nachfolgende Generationen uns öffnet? „Gemeinsam in die Zukunft“ war auf diesem Kongress postuliert.

Ich nahm an der Veranstaltungsreihe „Reformbaustelle Rente“ teil. Brennend die Frage: Wie kann das Rentenniveau verbessert werden. Wieder einmal bestätigend für mich, dass die Rentenreformen von 2001 und 2004 eine deutliche Absenkung des Rentenniveaus beschlossen haben. Die willkürlichen Kürzungsfaktoren stören den Angleich an die Lohnentwicklung. Dies alles wurde von der Politik „vorsätzlich“ herbeigeführt, auch eine Ursache für Altersarmut in Ost und West.

Der Mindestlohn ist eine gute Sache. Eine Mindestrente ohne Wenn und Aber wäre eine weitere notwendige Maßnahme. Privatvorsorge ist kaum möglich bei den gegenwärtigen Renditeerwartungen. Außerdem arbeite die Rentenversicherung effektiver bei der Vorsorge. Warum zeigt sich in der Lohnentwicklung nur unzureichend die Steigerung der Arbeitsproduktivität? Warum wird die Mütterrente als gesamtgesellschaftliches Anliegen nicht aus Steuermitteln finanziert? Warum wird die Rentenversicherung durch rentenfremde Leistungen weiterhin belastet? Warum wird die Öffentlichkeit nur unzureichend über sozialkritische Diskussionen (beispielsweise auch auf dem Kirchentag in Stuttgart) informiert und mobilisiert? Warum geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander?

Fragen über Fragen, die lösbar wären. Einziger Weg dazu ist: die Öffentlichkeit mobilisieren, die Politik sensibilisieren. Die willkürlichen Kürzungsfaktoren müssen weg, denn sie stören den Angleich der Rente an die Lohnentwicklung, führen zu einem weiteren Verlust der Kaufkraft. Kritisch waren die Diskussionen dazu, die dies fokussieren.

Vielen Dank auch den Ausstellern der SenNova, einer Informations- und Mitmachmöglichkeit, die vielseitige Anregungen und Erprobungen für uns Ältere gaben.

 

Jutta Enders, Kreisverband Hildburghausen:

Vom 02.-03.2015 war ich von der Senior*innenvertretung der GEW zum Senior*innentag nach Frankfurt delegiert. Die Auswahl an Veranstaltungen, Vorträgen, Diskussionsrunden war überwältigend, entsprechend war auch der Zuspruch. Das Programm hatte ich im Vorfeld zugestellt bekommen. Schon zu Hause konnte ich in Ruhe die Veranstaltungen, die für mich wichtig waren, heraus suchen. Für diese knapp zwei Tage hatte ich mir ein tolles Programm zusammengestellt.

Unter anderem nahm ich an der Diskussionsrunde zu dem Thema teil :"Weiter arbeiten als Rentner -aus Freude an der Arbeit oder aus der Notwendigkeit zur Rente dazu zu verdienen." Eine statistische Erhebung, erstellt von einer Studentin der Uni Duisburg, ergab, dass sowohl Männer als auch Frauen aus der Not heraus diese Minijobs annehmen. Ganz einfach, um ihren Lebensstandard in oft trotzdem geringem Maße, weiter leben zu können. Keine Antwort bekamen die Teilnehmer auf die Anfrage, warum Witwen und Witwer keinen Minijob annehmen können, ohne das dieser Betrag in die Besteuerung kommt.

Beeindruckend war die SenNova, die Messe für die Plus 50 Generation. Jeder  Tag stand unter einem anderem thematischen Schwerpunkt und setzte Akzente.

  • Mobilität- vielseitig und unabhängig
  • Gesundheit -facettenreich und selbstbewusst.
  • Vorsorge-umfassend und sicher.

Für jeden war etwas dabei, ich habe mich auf Schlaganfallgefahr untersuchen lassen. Es gibt eine effiziente Methode bei der der Blutdruck an beiden Oberarmen gleichzeitig gemessen wird. Dadurch kann festgestellt werden, ob eine Gefährdung vorliegt oder nicht. In den Pausen wurden sportliche Aktivitäten angeboten,so dass eine super Erholung möglich war.

Begeistert war ich von der gesamten Organisation an diesen Tagen. Ein herzliches Dankeschön geht an die GEW-Landesgeschäftsstelle und meinen Kreisvorstand, die mir diese erlebnisreichen Tage ermöglicht haben.

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