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Kommission „Zukunft Schule“: Erstmals realistische Darstellung der Probleme an Thüringer Schulen, aber ohne zusätzliche Finanzmittel keine schnellen Verbesserungen möglich

21.06.2017 - GEW Thüringen

Die GEW Thüringen begrüßt, dass die Kommission „Zukunft Schule“ nun erstmals eine umfangreiche und vor allem realistische Bewertung der Entwicklung und des Ist-Standes der Thüringer Schule getroffen hat. Viele der Vorhaben können allerdings nur gelingen, wenn kurzfristig zusätzliche Haushaltsmittel bereitgestellt werden. Die GEW Thüringen hat auf viele der nun formulierten Lösungsansätze seit Jahren hingewiesen und wird sich konstruktiv und kooperativ in den für Herbst 2017 anberaumten Werkstattgesprächen einbringen.

Es wird deutlich, dass die bereits 2013 im Personalentwicklungskonzept beschlossenen Handlungsempfehlungen, an dem die GEW Thüringen als größte Interessenvertretung der Thüringer Pädagoginnen und Pädagogen maßgeblich mitgearbeitet hat, zu einem großen Teil in den Empfehlungen der Kommission „Zukunft Schule“ auftauchen. Es ist schade, dass unter der rot-rot-grünen Landesregierung mehr als zwei Jahre vergehen mussten, bis durch die Kommission eine realistische Einschätzung der zudem seit Jahren bekannten Probleme erstellt wurde. Die GEW Thüringen hat die Hoffnung, dass die kritischen Hinweise der Bildungsgewerkschaft und der anderen Verbände sowie der Personalräte kurz- und langfristig zu spürbaren Veränderungen führen.

Ohne auf weitere Details einzugehen, begrüßt die GEW Thüringen ausdrücklich die Empfehlung der Kommission der Bezahlung der Regelschullehrer*innen nach A 13 bzw. E 13 und die sehr deutlich formulierte Notwendigkeit der Entwicklung einer arbeitsfähigen Vertretungsreserve. Es sollen 550 Vollzeitstellen als Ausgleich für langzeiterkrankte Lehrkräfte entstehen.

Kritisch sieht die GEW Thüringen, dass einige wichtige Punkte in den Empfehlungen keine oder nur eine geringe Rolle spielen:

  • die fehlende Möglichkeit für das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS), kurzfristig zusätzliche Einstellungen von Lehrer*innen und Erzieher*innen vornehmen zu können, um so den hohen Krankenstand ausgleichen zu können,
  • konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, um ihren pädagogischen Auftrag besser und stressfreier leisten zu können.

 

Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen:
Die Bildungsgewerkschaft GEW THÜRINGEN ist die größte und bedeutendste bildungspolitische Kraft in Thüringen. Sie organisiert aktive und ehemalige Beschäftigte an den Thüringer Bildungseinrichtungen. Schwerpunkte der politischen Arbeit sind die Bildungsgerechtigkeit, die Lern- und Arbeitsbedingungen an Kitas, Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie die Angestellten-, Beamten- und Tarifpolitik. Vorsitzende ist Kathrin Vitzthum. 

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