GEW Thüringen - Website http://www.gew-thueringen.de GEW Thüringen - Website de-DE GEW Thüringen - Website Mon, 21 Aug 2017 10:22:42 +0200 Mon, 21 Aug 2017 10:22:42 +0200 TYPO3 EXT:news news-12149 Mon, 21 Aug 2017 08:46:18 +0200 Verbeamtet und Mitglied in der GEW? Wichtiger denn je! http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/verbeamtet-und-mitglied-in-der-gew-wichtiger-denn-je/ Der Dienstherr entscheidet. Und die GEW entscheidet mit. Lehrerinnen und Lehrer im staatlichen Schuldienst des Freistaates Thüringen werden wieder verbeamtet. Das hatte die Landesregierung mit Kabinettbeschluss vom 28. Februar 2017 festgelegt. Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) hat zum 1. August 2017, also pünktlich mit Beginn des Schuljahres 2017/18 begonnen, die ersten Ernennungen zur Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe zu vollziehen. Hiervon betroffen sind neueingestellte Lehrkräfte und diejenigen tarifbeschäftigten Lehrkräfte, die die Höchstaltersgrenze von 47 Jahren absehbar erreichen.1

Das Beamtenverhältnis auf Probe wie auch das sich anschließende auf Lebenszeit sind geprägt von hergebrachten Grundsätzen des Berufsbeamtentums, durch Rechtsprechung der Verwaltungsgerichtsbarkeit sowie des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG). Zudem sind alle Belange des Beamtenverhältnisses durch Gesetze und Verordnungen geregelt und näher ausgestaltet. Seit der Föderalismusreform im Jahr 2006 sind die Bundesländer für das Beamtenrecht zuständig. Auf Bundesebene gibt lediglich ein Strukturgesetz den Rahmen vor. Ohne den Druck von Gewerkschaften, auch der GEW, vor Ort und im Bund sähen diese Gesetze mit Sicherheit noch magerer aus.

  • Der GEW-Rechtsschutz zahlt sich aus – auch und vor allem für Beamtinnen und Beamte

Die GEW Thüringen ist die Gewerkschaft für alle Beschäftigten im Bildungsbereich. Sie vertritt die Interessen sowohl der Beamt*innen als auch der Tarifbeschäftigten. Besonders deutlich wird dies bei der Forderung der zeit- und inhaltsgleichen Übertragung des Tarifergebnisses auf Beamtinnen und Beamte. Aus vielen Jahren der Rechtsberatung wissen wir um die Bedeutung einer intensiven Betreuung bei beamten- und besoldungsrechtlichen Fragen.

Die Statistiken des DGB zeigen, dass verbeamtete Mitglieder häufiger Rechtsbeistand benötigen. Die Probleme sind vielfältig. Es geht u.a. um Versetzungen und Abordnungen, Teilzeitwünsche, Besoldung, Anerkennung von Vordienstzeiten, Disziplinarmaßnahmen, Beihilfeansprüche, das Ruhegehalt oder die Pension. Mit der Mitgliedschaft in der GEW  ist Ihnen kompetenter Rechtsschutz sicher.

Was bedeuten Grundsätze des Berufsbeamtentums, Höchstaltersgrenzen, Ruhestand und viele weitere Begrifflichkeiten des Beamtenrechts? Der neue Status bedeutet neue Herausforderungen und Chancen. Als größte Bildungsgewerkschaft stehen wir dabei an Ihrer Seite.

Unsere Mitglieder sind auch als Beamtin und Beamter gut beraten und besser informiert. Das soeben neu erschiene „A bis Z des Beamtenrechts“ gibt wertvolle Tipps und wichtige Hinweise und kann über die GEW Thüringen bezogen werden.

  • GEW-Mitglied zu sein, das ist Ihr gutes Recht – auch und vor allem von Beamtinnen und Beamten

Brauchen also Beamtinnen und Beamte eine Gewerkschaft? Unbedingt! Auch Beamtinnen und Beamte brauchen Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer berechtigten Interessen gegenüber dem Dienstherrn. Und sie brauchen eine Gewerkschaft, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und Tariferhöhungen einsetzt - und diese dann auch für die verbeamteten Kolleginnen und Kollegen auch durchsetzt. Als bundesweit größte Interessenvertretung im Bildungsbereich sind von unseren mehr als 280.000 Mitgliedern ungefähr die Hälfte verbeamtet. Bei den Lehrkräften liegt dieser Anteil mit mehr als 60 Prozent sogar weitaus höher. Und so können wir bei allen Fragen auf unsere vielfältige und langjährige Erfahrung setzen.

Nach Artikel 9 des Grundgesetzes und § 52 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG) haben Beamte das Recht, sich in Gewerkschaften oder Berufsverbänden zusammenzuschließen. Beamte dürfen wegen Betätigung für ihre Gewerkschaft oder ihren Berufsverband nicht gemaßregelt oder benachteiligt werden. Verzichten Sie also nicht auf ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht auf den Schutz durch ihre Mitgliedschaft in der GEW!

Wir setzen uns für Sie ein:

  • für die Übernahme der Tariferhöhungen des Öffentlichen Dienstes
  • gegen Arbeitszeitverlängerungen
  • gegen Verschlechterungen in der Altersversorgung
  • gegen ausgesetzte Höherstufung in der Dienstalterstufe
  • gegen ungerechtfertigte Disziplinarmaßnahmen
  • gegen Kürzungen der Beihilfe u.v.m.

Machen Sie mit!

 


1 – Gemäß den Höchstaltersgrenzen nach § 7 des Laufbahngesetzes (ThürLaufbG) dürfen bei der Einstellung in ein Beamtenverhältnis auf Probe die Bewerber*innen das Lebensjahr noch nicht vollendet haben, das zwanzig Jahre vor der gesetzlich festgelegten Altersgrenze liegt. Die Altersgrenze wird nach § 25 Thüringer Beamtengesetz (ThürBG) in der Regel mit Vollendung des 67. Lebensjahres erreicht.

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Berufliche Bildung Schule Gute Arbeit Recht Beamte Artikel Förderschule Gymnasium Gemeinschaftsschule Regelschule Grundschule Thüringen
news-12132 Thu, 17 Aug 2017 11:59:43 +0200 Wie oft fällt der Schulunterricht aus? http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/wie-oft-faellt-der-schulunterricht-aus/ Die GEW Thüringen wünscht sich eine realistische Angabe des Unterrichtsausfalls, denn zwischen den offiziellen Zahlen des TMBJS und der an Schule tatsächlichen oder wahrgenommenen Realität liegen manchmal Welten. Nehmt daher bitte teil an dieser Umfrage von ZEIT und ZEIT ONLINE teil. „Wie oft fällt der Schulunterricht aus?  

Das weiß in Deutschland bisher wirklich niemand. Das Informationsdefizit ist ein Missstand, den wir angehen wollen – zusammen mit Ihnen. 

Es ist nicht zu fassen: Wir wissen zwar genau, wie viel Bier in Deutschland verkauft wird (79 Millionen Hektoliter waren es 2016) und wie viele Fahrraddiebstähle angezeigt werden (332.486 im Jahr 2016); darüber wird penibel Buch geführt, und wir können es in amtlichen Statistiken nachlesen.

Aber wir wissen nicht, wie viele Stunden an deutschen Schulen ausfallen. Sind es, wie die Kultusministerien verlauten lassen, nur zwei bis drei Prozent des Unterrichts? Oder, wie der Deutsche Philologenverband schätzt, rund acht Prozent? Oder noch viel mehr?

Um diese Fragen beantworten zu können und repräsentative Daten zu gewinnen, befragen ZEIT und ZEIT ONLINE, mit Unterstützung des Datenspezialisten Statista, nun Schüler, Eltern und Lehrer zum Unterrichtsausfall an ihren Schulen.“ (Thomas Kerstan, in: ZEIT ONLINE, Zugriff am 17.08.2017) 

Hier geht es zur Umfrage.

 

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Artikel Thüringen
news-12130 Thu, 17 Aug 2017 10:44:30 +0200 Sonderpädagogische Fachkräfte (SPF) und die Debatte zum inklusiven Schulgesetz http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/sonderpaedagogische-fachkraefte-spf-und-die-debatte-zum-inklusiven-schulgesetz/ Das neue Schuljahr hat begonnen, in dem nicht nur über die Ergebnisse der Kommission „Zukunft Schule“ oder das Personalentwicklungskonzept (PEK) diskutiert werden soll. Auch die Diskussion über eine Zusammenführung des Thüringer Schul- und Förderschulgesetzes in ein inklusives Schulgesetz wird fortgeführt. Die GEW Thüringen begleitet diese Debatte von Anfang an. Die Perspektiven der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer spielen erwartungsgemäß in der Debatte eine große Rolle. Dabei darf eine weitere Gruppe, die mit der Fragen der sonderpädagogischen Förderung eng verbunden ist, nicht aus dem Blick geraten: die Sonderpädagogischen Fachkräfte (SPF). Verunsicherung löste dabei bereits Ende letzten Jahres ein Punkt der Arbeitsfassung des TMBJS (Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport) aus, der als 8. Schwerpunkt mit „Fachkräfte für Förderung“ über­schrieben war. Darin heißt es: „Als Fachkraft für Förderung sind Heilpädagogen und Heiler­ziehungspfleger sowie Erzieher mit einer Zusatzausbildung und Sonderpädagogische Fach­kräfte tätig.“ Diese Formulierung zieht Fragen zur Qualifizierung, der Eingruppierung und dem Einsatz dieser Fachkräfte nach sich, worauf die GEW Thüringen in ihrer Stellung­nahme zur Arbeitsfassung hingewiesen hat. SPF waren verunsichert, ob damit eine Abwertung ihrer Arbeit einher gehen soll.

Wer kann eigentlich SPF werden?

Im Thüringer Förderschulgesetz heißt es in § 18 im 3. Absatz in Satz 1: „Sonderpädagogische Fachkräfte sind Erzieher, Heilpädagogen und Heilerziehungspfleger mit jeweils einer sonderpädagogischen Zusatzausbildung in zwei sonderpädagogischen Fachrichtungen.“

Im gleichen Paragrafen wurde bereits in Absatz 1 erläutert, dass „(s)onderpädagogische Fachkräfte … für die Planung, Durchführung und Auswertung sonderpädagogischer Förder­maßnahmen verantwortlich [sind]. Sie unterstützen die Erziehungs- und Unterrichtstätig­keit des Lehrers an der Förderschule und im gemeinsamen Unterricht; …“ Außerdem heißt es im ersten Satz des 2. Absatzes des § 18 des Thüringer Förderschulgesetzes „Eigenständiger Unterricht innerhalb der Pflichtstunden wird durch Sonderpädagogische Fachkräfte nur in besonderen Ausnahmefällen erteilt.“

Und was sagt die Thüringer Bildungsdienstlaufbahnverordnung (ThürBildLbVO)? Hier geht es im § 12 um die „Fachliche[n] Voraussetzungen für den Laufbahnzweig des Sonderpädagogischen Assistenten“: „Die fachlichen Voraussetzungen für den Laufbahnzweig des Sonderpädagogischen Assistenten erfüllt, wer über die in § 18 Abs. 3 des Thüringer Förderschulgesetzes in der Fassung vom 30. April 2003 (GVBl. S. 233) in der jeweils geltenden Fassung vorgeschriebene Berufsausbildung und jeweils die anerkannte abgeschlossene sonderpädagogische Zusatzausbildung in zwei sonderpädagogischen Fachrichtungen nach der Thüringer Verordnung über die Nachqualifizierung zur Sonderpädagogischen Fachkraft an Förderschulen vom 3. Februar 2004 (GVBl. S. 205) in der jeweils geltenden Fassung verfügt.

Stammtisch für SPF zusammen mit der AG Inklusion am 12.06.2017

Um auf die Fortführung der Diskussion zum inklusiven Schulgesetz im Herbst dieses Jahres vorbereitet zu sein, gab es vor Schuljahresende im Juni 2017 einen Stammtisch mit SPF in Zusammenarbeit mit der AG Inklusion der GEW Thüringen. Nach den Ausführungen von Bärbel Brockmann, Leiterin der AG Pädagog*innenbildung der GEW Thüringen, wurde über die Tätigkeitsbeschreibung für SPF diskutiert.

Die Teilnehmer*innen trugen zusammen:

  • Der Status einer/eines SPF muss erhalten werden. Dieser Status, der durch eine zusätzliche Qualifizierung erworben werden kann, soll gehaltsrelevant sein (Derzeit sind SPF meist in der Entgeltgruppe E 9 eingestuft, eher selten im Beförderungsamt E 10.).
  • SPF werden auch im gemeinsamen Unterricht (GU) eingesetzt, wo sie dringend benötigt werden.
  • Durch die Aufgaben im gemeinsamen Unterricht stellt sich immer häufiger die Frage, wie SPF und Förderpädagogen, aber auch SPF und Integrationshelfer in ihren Aufgabengebieten und Tätigkeitsmerkmalen unterschieden sind. Das liegt auch daran, dass die Vorgaben zur Unterrichtsabdeckung durch SPF teilweise sehr kreativ ausgelegt werden und damit der Unterschied zum Förderpädagogen immer kleiner erscheint.
  • Geeignete Qualifizierungsmaßnahmen für Heilerziehungspfleger*innen und Heilpädagog*innen sind notwendig, damit sie die sonderpädagogische Zusatzausbildung in zwei sonderpädagogischen Fachrichtungen erwerben können. Diese Frage ist in die Debatte zur Qualitätserhaltung durch Nachqualifizierung (von Lehrer*innen) mit aufzunehmen. Derzeitige private Angebote sind im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wenig attraktiv.
  • Das Thüringer Förderschulgesetz lässt zu, dass auch „Personen mit geeigneter anderweitiger Berufsausbildung“ SPF werden, wenn sie die erforderlichen Zusatz­qualifikationen und die Zulassung durch das TMBJS haben. Soll die Professionalität der Arbeit von SPF erhalten bleiben, muss die Einstellungen von Menschen aus anderen pädagogischen Bereichen einem strengen Kriterienkatalog unterliegen.

Diese und weitere Detailfragen wird die GEW Thüringen in die weitere Diskussion zum inklusiven Schulgesetz nehmen.

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Berufliche Bildung Schule Migration Bildungsgerechtigkeit Bildungsqualität Bildungssystem LehrerInnenbildung Inklusion Gute Arbeit Artikel Förderschule Gymnasium Gemeinschaftsschule Regelschule Grundschule Thüringen
news-12112 Wed, 16 Aug 2017 14:37:50 +0200 Lerne Deine GEW vor Ort kennen! Kreisverbände laden ein! http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/lerne-deine-gew-vor-ort-kennen-kreisverbaende-laden-ein/ Die Kreisverbände der verschiedenen Regionen laden im September alle interessierten Kolleginnen und Kollegen ein. Die Einladung gilt für Lehramtsanwärter*innen, Junglehrer*innen und alle Interessierten, die die GEW kennenlernen wollen! Das heißt, dass auch diejenigen, die (noch) nicht Mitglied der GEW sind, können gerne dazustoßen! Das Angebot ist vielfältig:

Da sollte doch für jeden ´was dabei sein! Also: Kalender zücken, Termine eintragen, und … die GEW vor Ort kennenlernen! Viel Spaß!

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Bildungsbereiche Schulsozialarbeit Studium Berufliche Bildung Schule GEW LehrerInnenbildung Artikel Lehrer*innenbildung Förderschule Gymnasium Gemeinschaftsschule Regelschule Grundschule Personalräte Thüringen Kreisverband Hildburghausen Kreisverband Ilm-Kreis Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt Kreisverband Schmalkalden-Meiningen Kreisverband Sonneberg Kreisverband Suhl Kreisverband Wartburgkreis Kreisverband Gotha
news-12111 Wed, 16 Aug 2017 12:00:00 +0200 Es bleibt viel zu tun http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/es-bleibt-viel-zu-tun/ 5 Stellungnahmen der GEW Thüringen in der Ferienzeit / Die Empfehlungen der Kommission „Zukunft Schule“ / Bessere Bezahlung von Regelschullehrer*innen / Wer verbeamtet ist, braucht keine Gewerkschaft? Falsch! / Kita-Qualität kommt nicht von allein Liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Sommerpause hatte es in sich. Ich hoffe, Ihr alle seid wohlbehalten und erholt aus Urlaub und Ferien zurückgekehrt.

  • Fünf Stellungnahmen der GEW Thüringen in der Ferienzeit

Die Ministerien hatten offenbar gemeinsam geplant, die Anhörungsverfahren zu anstehenden Gesetzes- und Verordnungsentwürfen in die Zeit der Sommerferien zu legen. Einerseits gibt es tatsächlich mehr Ruhe, sich mit den Entwürfen und ihren Auswirkungen zu beschäftigen, andererseits sind viele Kolleg*innen nicht erreichbar für Rückfragen, da sie sich im wohlverdienten Urlaub befinden. Insgesamt fünf Stellungnahmen haben wir in der GEW Thüringen bearbeitet und hoffentlich alles bedacht, was für die betriebliche Praxis wichtig ist. Unter anderem waren Änderungsvorschläge der Fraktionen zum Thüringer Besoldungsgesetz zu bewerten und der Gesetzentwurf zum Thüringer Personalvertretungsgesetz zu diskutieren. Dem mündlichen Anhörungsverfahren zum Kita-Gesetz gingen nochmals intensive Gespräche mit Erzieher*innen und Kita-Leiter*innen voraus. Ebenso auf dem Programm standen Novellierungen der Verwaltungsvorschrift zum dienstlichen Rechtsschutz und der Thüringer Schulordnung.

  • Die Empfehlungen der Kommission „Zukunft Schule“

In der letzten Schulwoche des vergangenen Schuljahres stellte das Thüringer Bildungsministerium die Empfehlungen der Kommission Zukunft Schule vor. Besonders beeindruckend ist die den Empfehlungen vorangestellte kritische Analyse der Situation an Thüringer Schulen. Beeindruckend deshalb, weil die Autor*innen vermeiden, die Dinge schöner schreiben zu wollen als sie sind. Aber auch die Empfehlungen als solche sind weitgehend spannend und aufschlussreich. Nun liegt es auch an uns, unser Wissen und unsere Erfahung in den Werkstatt- und Umsetzungsprozess einzubringen: Im Sinne der Schüler*innen und zum Wohle unserer Kolleg*innen.

  • Bessere Bezahlung von Regelschullehrer*innen: Erste Etappe geschafft

Es war ein langer und zäher Prozess. Seit vielen Jahren hat die GEW Thüringen mit dem Finanz- und  dem Bildungsministerium über das problematische Verfahren der Höhergruppierung und Beförderung verhandelt. Lösungsvorschläge scheiterten immer wieder an der Bereitschaft, tatsächlich Geld in die Hand zu nehmen. Die bessere Eingruppierung der Regelschullehrer*innen hatte in diesen Gesprächen zunehmend an Bedeutung gewonnen, würde sich dadurch doch ein Problem lösen lassen.

Am 14. Juli 2017 war es dann soweit. In einem gemeinsamen Spitzengespräch von Bildungs- und Finanzministerium mit der GEW Thüringen und dem Thüringer Beamtenbund konnte der erste Schritt zur Angleichung der Besoldung für Regelschullehrer*innen erstritten werden. Ab dem 1.1.2018 erhalten alle Regelschullehrer*innen eine ruhegehaltsfähige Zulage in Höhe der Differenz von A12 nach A13. Das entspricht einer Summe von 255,98 Euro mehr auf dem Lohnzettel. Diese erste Etappe haben wir nur gemeinsam mit Euch erreicht, liebe Kolleginnen und Kollegen. Den zweiten Schritt werden wir ebenfalls verhandeln, wenn Ihr an unserer Seite bleibt.

  • Wer verbeamtet ist, braucht keine Gewerkschaft? Falsch!

Jetzt erst recht, könnte man meinen. Sechzig Prozent unserer Mitglieder sind bereits Beamte und wir stellen immer wieder fest, dass sich aus dem Beamtenverhältnis heraus viele Rechtsberatungen ergeben. Das Beamten- und Besoldungsgesetz sind eben ungleich komplizierter als ein Tarifvertrag. Daher bleibt es wichtig, auch als Beamtin und Beamter in der GEW zu bleiben. Wir wollen nicht, dass Beamt*innen der Willkür ihres Dienstherrn ausgesetzt sind und streiten daher auch für Verbesserungen im Dienstrecht. Gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes unter dem Dach des DGB sind wir der starke Partner an Eurer Seite. Unter Aktuelles findet Ihr weitere Informationen.

  • Kita-Qualität kommt nicht von allein

Nach Redaktionsschluss findet die mündliche Anhörung zur Novelle des Kita-Gesetzes vor dem Bildungsschuss statt. Wir werden dort noch einmal deutlich machen, dass zum Ausbau der Qualität vor allem ein besserer Personalschlüssel gehört, aber auch eine wertschätzende Bezahlung der Erzieher*innen. Ob wir es Tariftreueklausel nennen wollen oder nicht, uns geht es darum, dass sich  die Träger der Einrichtungen auf offene Verhandlungen mit den Gewerkschaften einlassen können – und das ohne befürchten zu müssen, von den Kommunen abgestraft zu werden, weil sie beim Löcherstopfen der kommunalen Haushalte nicht mehr mitmachen.

  • Last but not least

Die Frage der Bildungsfinanzierung ist vor den anstehenden Bundestagswahlen eine zentrale Frage für die GEW. Die Initiative „Bildung. Weiter denken!“ wird in den kommenden Wochen mit eigenen Aktionen sichtbar werden. Seid also gespannt, wenn es um mehr Geld für Bildung geht. Ihr könnt sicher sein, die GEW hat dabei ihre Hände im Spiel.

Mit gewerkschaftlichen Grüßen

Kathrin Vitzthum
Landesvorsitzende der GEW Thüringen

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Bildungsbereiche Schulsozialarbeit Studium Kita Weiterbildung Berufliche Bildung Schule Artikel Thüringen
news-12109 Wed, 16 Aug 2017 09:46:43 +0200 Bundesmittel für mehr Qualität in Kitas - Wofür sollen sie eingesetzt werden? http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bundesmittel-fuer-mehr-qualitaet-in-kitas-wofuer-sollen-sie-eingesetzt-werden/ Am 15. August 2017 fand im Erfurter Augustinerkloster eine öffentliche Podiumsdiskussion des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport mit dem Titel „Mehr Qualität für unsere Kitas – Stand und Perspektiven“ statt. Zur Debatte stand insbesondere die Initiative des Bundes, ein Qualitätsentwicklungsgesetz für die Kindertagesbetreuung auf den Weg zu bringen. Kommt dieses Gesetz nach der im September anstehenden Bundestagswahl tatsächlich, ist der Plan, dass der Bund den Ländern für den Zeitraum 2018 bis 2022 insgesamt fünf Milliarden Euro für die Qualitätsentwicklung in den Kindergärten zur Verfügung stellt. In länderspezifischen Vereinbarungen sollen individuelle Qualitätsschritte und -ziele, welche sich an bereits erarbeiteten Eckpunkten ausrichten, vereinbart werden. Nach Berechnungen des Ministeriums würden Thüringen im Jahr 2018 auf diesem Wege 28 Millionen, in 2019 56 Millionen, 2020 84 Millionen, 2021 112 Millionen und 2022 schließlich 140 Millionen für Qualitätsverbesserungen zur Verfügung stehen. 

Bei der Veranstaltung „Mehr Qualität für unsere Kitas“ wurden diskutiert, welche Schwerpunkte seitens der Politik gesetzt, sprich: welche Qualitätsbereiche prioritär bearbeitet werden sollen. Sowohl in den Beiträgen der Podiumsteilnehmer*innen als auch des Publikums wurde die nötige Fokussierung auf die Rahmenbedingungen (Personalschlüssel, mittelbare pädagogische Arbeitszeit, Finanzierung der Kindertagesbetreuung) deutlich.

Die Gewerkschaften – ver.di und GEW – erläuterten in diesem Zusammenhang die Perspektive der Beschäftigten und betonten, dass den Erzieher*innen sowohl an einer Verbesserung der Personalschlüssels als auch an einer gerechten Bezahlung gelegen ist. Denn beide Faktoren bedingen die personelle und somit auch die qualitative Situation in den Kitas. Sehr ausführlich wurde auch darüber diskutiert, wie es Thüringen gelingen kann, den zusätzlichen Bedarf an Fachkräften zu decken. Auch dazu war die Position der Gewerkschaften klar: prekäre Beschäftigungsverhältnisse (deutlich untarifierte Löhne, Teilzeit, befristete Arbeitsverhältnisse) abschaffen sowie Bildungs- und Qualifizierungswege ermöglichen und anerkennen.

Demnach wurde die Äußerung Dr. Kleindieks vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, es müsse den Ländern bei der Qualitätsverbesserung darum gehen „die Fachkräfte zu haben und auch gut zu bezahlen“, wohlwollend und bestätigend zur Kenntnis genommen.

Es diskutierten im Podium:

  • Dr. Ralf Kleindiek, Bundesstaatssekretär für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Gabi Ohler, Thüringer Staatssekretärin für Bildung, Jugend und Sport
  • Nadine Hübener, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen
  • Denny Möller; ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Thüringen
  • Stephan Krumrey, Gemeinde- und Städtebund
  • Astrid Exel, LIGA der freien Wohlfahrtspflege
  • Ulrike Grosse-Röthig, Landeselternvertretung Kita
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Kita Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Artikel Kita in freier Trägerschaft Erzieher*innenbildung Betriebsräte Thüringen
news-12059 Tue, 08 Aug 2017 14:23:17 +0200 Videobotschaft der Landesvorsitzenden: Die GEW Thüringen wünscht ein erfolgreiches neues Schuljahr 2017/18 http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/videobotschaft-der-landesvorsitzenden-die-gew-thueringen-wuenscht-ein-erfolgreiches-neues-schuljahr-2/ Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich wünsche Euch als Landesvorsitzende der GEW Thüringen einen guten Start ins neue Schuljahr, motivierte und engagierte Schülerinnen und Schüler, aber auch viele spannende Kolleginnen und Kollegen, die neu in diesem Schuljahr starten.

Wir wissen, dass es noch ganz viele Baustellen gibt:

  • Wir brauchen mehr Personal und mehr Erzieherinnen,
  • wir müssen den Unterricht abdecken,
  • wir müssen einen guten Grundschulhort machen.

Das sind Aufgaben, denen wir uns stellen. Aber das sind auch Aufgaben, an denen wir den neuen Bildungsminister Helmut Holter messen werden.

Wir sind keine Einzelkämpfer, sondern wir sind eine starke Gewerkschaft.

Mit Euch gemeinsam schaffen wir das!

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Schulsozialarbeit Berufliche Bildung Schule GEW Bildungssystem Artikel Thüringen
news-10755 Tue, 08 Aug 2017 11:17:00 +0200 Stellungnahme der GEW Thüringen zum Kita-Gesetz-Entwurf http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/stellungnahme-der-gew-thueringen-zum-kita-gesetz-entwurf/ Stellungnahme der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zum Entwurf des Thüringer Gesetzes über die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Tagespflege (Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetz) Zwar formuliert derer vorliegende Gesetzentwurf einige Verbesserungen. Zu nennen wären an dieser Stelle verschiedene Begriffsdefinitionen, die Betonung der umfassenden rechtlichen Verantwortung des Trägers sowie die Regelungen für die Fortbildung des pädagogischen Personals.

Wir sehen es als Wertschätzung der Beschäftigten an, dass verschiedene Forderungen der GEW in den Entwurf Eingang gefunden haben: unter anderem die dreijährige einschlägige Berufserfahrung für die Leitungsebene sowie die Erhöhung der Stellenanteile für die Leitungstätigkeit.

Im Sinne einer Weiterentwicklung der Qualität der Thüringer Kindertagesstätten ist der Gesetzesentwurf jedoch aus unserer Sicht unzureichend. Jegliche im Vorfeld diskutierten Verbesserungen des Personal- und Betreuungsschlüssels sind im Verlauf des Prozesses unter den Tisch gefallen. Damit werden die avisierten Änderungen zu reinen Schönheitsreparaturen.

Dem Rechtsanspruch auf frühkindliche Bildung muss auch durch eine den Aufgaben angepasste Personalausstattung Rechnung getragen werden. Dies tut dieser Gesetzesentwurf nicht.

Aus Sicht der GEW Thüringen wäre es sinnvoll gewesen, den Fokus der Novellierung auf die Verbesserung der Qualität zu legen. Dazu gehört etwa, die im Gesetzesentwurf formulierte Bezugsgröße „Wahrung des Kindeswohls“ auch inhaltlich zur Anwendung zu bringen und Aspekte wie die personelle und räumliche Ausstattung daran anzupassen.

Des Weiteren haben wir uns von diesem Gesetzesentwurf mehr Weitsicht versprochen. Gerade im Zusammenhang mit dem drohenden Fachkräftemangel sind gute Arbeitsbedingungen, zu denen neben einem pädagogisch begründeten Betreuungsschlüssel auch eine tarifvertragliche Entlohnung der Beschäftigten zählt, entscheidend.

Wir möchten nochmals die Gelegenheit nutzen, für eine Tariftreueklausel zu werben, die dem Land Thüringen die Möglichkeit gibt, seine Zuschüsse an Mindestbedingungen zu knüpfen wie es im Bereich der Wirtschafts- und Projektförderung bereits jetzt üblich ist. Der TVöD Sozial- und Erziehungsdienst sollte dabei als Leitwährung dienen. Dabei ist es an der Landesregierung und den örtlichen Trägern, die Finanzierung der Kindertagesstätten auf eine solide Basis zu stellen, ohne die Eltern über erhöhte Beiträge zusätzlich zu belasten.

Anmerkungen zum Entwurf des Thüringer Gesetzes über die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Tagespflege

Gesetzesentwurf Anmerkung
§ 1 Begriffsbestimmung (1) Die Unterscheidung für die Betreuung in Kinderkrippen und Kindergärten nach dem Zeitpunkt der Vollendung des dritten Lebensjahres entspricht den Zielen und Möglichkeiten in der pädagogischen Arbeit mit den Kindern der beiden Altersgruppen. Deshalb fordern wir für die Altersgruppe der 1 bis 3 Jährigen auch einen einheitlichen Betreuungsschlüssel (Vgl. die Anmerkungen zu § 16 Absatz 2). Für die Kindergärten bedeutet dies jedoch in Zukunft eine Verschlechterung in der Betreuungsrelation. Wir fordern daher nachdrücklich, den Betreuungsschlüssel für die Altersgruppe der Kinder ab 3 Jahren zu verbessern, damit es nicht zu Qualitätsverschlechterungen kommt (Vgl. die Anmerkungen zu § 16 Absatz 2).
§ 2 Anspruch auf Kindertagesbetreuung (1) In der Anspruchsdefinition wird eine tägliche Betreuungszeit von zehn Stunden gewährleistet. Dieser Rechtsanspruch ist dann für die Berechnung des Personals (vgl. § 16 Absatz 3) heranzuziehen und dementsprechend zu ändern.
§ 6 Trägerschaft, Zusammenarbeit (2) Wir begrüßen die Betonung der umfassenden rechtlichen Verantwortung des Trägers. Diese bildet die Grundlage dafür, dass die Verantwortung nicht – wie zum Teil praktiziert – in unzulässiger Weise auf die Leitung übertragen werden kann. Neben der Verantwortung für die inhaltliche und organisatorische Arbeit der Einrichtung befürworten wir die Heraushebung der Arbeitgeberverantwortung für die Gesundheit des pädagogischen Fachpersonals. Wir fordern allerdings den Absatz 2 um verbindliche Aussagen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement wie folgt zu ergänzen: „Zu diesem Zweck soll ein betriebliches Gesundheitsmanagement eingerichtet werden.“ Diesbezüglich empfehlen wir, insbesondere die Gefährdungsbeurteilung zu fokussieren, da diese in besonderem Maße Auswirkungen auf die Gesunderhaltung des Personals hat. Des Weiteren regen wir an, die Trägerverantwortung  für die Qualitätsentwicklung und -sicherung der Kindertagesbetreuungsangebote in diesem Absatz explizit zu nennen. Die Träger wären somit angehalten, ein Konzept zum Qualitätsmanagement, welches insbesondere die Fortbildung des pädagogischen Personals umfasst, zu erstellen. Vgl. dazu § 19 (1).
§ 7 Ziele und Aufgaben der Kindertageseinrichtungen (1) Kindertageseinrichtungen haben einen familienunterstützenden Förderungsauftrag. Die Ausführungen des Absatz 1 unterstreichen dies. Den Definitionswechsel von familienergänzenden hin zu -unterstützenden Angeboten begrüßen wir.
 (2) Die Aufnahme von partizipativen Elementen für die Kinder gemäß des Thüringer Bildungsplans bis 18 Jahre ist sehr zu begrüßen.
 (6) Die Verantwortung des Trägers bei der Gewährleistung des Kindeswohls und den daraus erwachsenden Pflichten („hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen“) ist im Interesse der Leitung und der Beschäftigten nun im Entwurf klarer formuliert.
§ 11 Fachberatung (2) Fachberatung muss die individuellen fachlichen, räumlichen und sozialen Gegebenheiten der Förderungsarrangements in den Blick nehmen. Wir begrüßen deshalb, dass im Entwurf eine räumliche Nähe zu den von ihr beratenen Einrichtungen und Tagespflegepersonen und ihre Vernetzung im Sozialraum gefordert werden.
(3) Wir begrüßen ebenfalls, dass in dem Entwurf eine, über die Qualifikation der Leitung hinausgehende, Eignung durch die Bemessung der „einschlägigen Berufserfahrung“ (Satz 1) mit fünf Jahren formuliert ist. Dies trägt dem Umstand Rechnung, dass die Fachberatung in noch höherem Maße strukturell und koordinierend arbeiten muss als es die Leitungen der Kindertageseinrichtungen und Tagespflegepersonen tun.
§ 15 Räumliche Ausstattung (1) Innerhalb des Gesetzes hat eine inhaltliche Präzisierung der „pädagogischen Nutzfläche“ (Satz 2) zu erfolgen, die die Anrechnung von Fluren, Garderoben und Abstellräumen ausschließt. Wir empfehlen einen Zeitplan für den Ausbau- bzw. Sanierungsbedarf von Gebäuden und Außenflächen bezüglich der einzuhaltenden Quadratmeterzahl. Ausdrücklich begrüßen wir das in § 35 Absatz 7 formulierte Ultimatum bezüglich der Flächenanforderungen für Einrichtungen, deren Betriebserlaubnis vor dem 01. August 2010 erfolgte.
§ 16 Personalausstattung (1) Die Aufnahme neuer Abschlüsse auf dem Gebiet der Pädagogik in die Aufzählung anerkannter Fachkraftabschlüsse war lange überfällig. Absatz 1 wird dem nun gerecht und unterstützt so bereits praktiziertes Verwaltungshandeln.
(2) An dieser Stelle muss eine Definition der Begrifflichkeiten Betreuungs- und Personalschlüssel vorgenommen werden. Satz 2 ist daran anschließend wie folgt zu formulieren: „Der Betreuungsschlüssel ist gewährleistet, wenn eine pädagogische Fachkraft nicht mehr als (…) betreut“. Wir lehnen die Eingrenzung des Betreuungsschlüssels darauf, dass dieser nur „regelmäßig“ (Satz 1) einzuhalten ist, ab. In Absatz (3) Satz 1 wird betont, dass der auf dem Betreuungsschlüssel basierende Personalschlüssel zur „Wahrung des Kindeswohls“ dient. Der Schutz des Kindeswohls ist immer und nicht nur in der Regel zu gewährleisten. Der Betreuungsschlüssel ist auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zur frühkindlichen Pädagogik und der gemeinsamen Erklärung der Jugendminister*innen „Frühe Bildung – Mehr Qualität für alle Kinder“ anzupassen:
  1. Zwei Kinder im ersten Lebensjahr
  2. Vier Kinder im Alter zwischen einem und zwei Jahren
  3. Vier Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren
  4. Neun Kinder nach Vollendung des dritten Lebensjahres bis zur Einschulung
  5. Zwanzig Kinder im Grundschulalter
Mit Hilfe des Bundesprogramms für Qualität in Kindertageseinrichtungen („Frühe Bildung – Mehr Qualität für alle Kinder“) ist ein Zeitplan für die Verbesserung des Betreuungsschlüssels zu erstellen.
 (3) Auf der Grundlage der anspruchsvollen, konzeptionellen und kindzentrierten fachlichen Arbeit mit dem Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre ist die fachliche Arbeit außerhalb der Gruppe mit 20% der Arbeitszeit zu berücksichtigen. In Anwendung der tatsächlichen Ausfallzeiten (s. statistische Auswertungen der Krankenkassen) sind diese mit 18% zu veranschlagen. Wir fordern in das Gesetz  in § 16 Absatz 3 folgende Klarstellung aufzunehmen: „Ausfallzeiten und Zeiten außerhalb der Gruppe bilden die Grundlage für die Berechnung des Personalschlüssels. Dieser muss für jede Kindertageseinrichtung so angepasst werden, dass der Mindest-Betreuungsschlüssel zu jeder Zeit erfüllt wird.“ Daraus ergibt sich folgender von uns geforderter Personalschlüssel:
  1. 1,008 Vollzeitbeschäftigteneinheiten je Kind nach Absatz 2 Satz 2 Nummer 1,
  2. 0,504 Vollzeitbeschäftigteneinheiten je Kind nach Absatz 2 Satz 2 Nummer 2,
  3. 0,504 Vollzeitbeschäftigteneinheiten je Kind nach Absatz 2 Satz 2 Nummer 3 und
  4. 0,224 Vollzeitbeschäftigteneinheiten je Kind nach Absatz 2 Satz 2 Nummer 4
Der im Entwurf angegebene Personalschlüssel ist nicht geeignet, tatsächlich das Kindeswohl zu gewährleisten. Er basiert auf einem für die fachliche Arbeit nicht ausreichenden Betreuungsschlüssel (Vgl. unsere Anmerkungen zu Absatz 2) und setzt die Zeiten der Beschäftigten für die Arbeit außerhalb der Gruppe und deren Ausfallzeiten zu gering an. In Missachtung der realen Situation in den Kindertageseinrichtungen wird so das Kindeswohl nicht ausreichend sichergestellt. Für die Berechnung des Personalschlüssels ist eine tägliche Betreuungszeit von 10 Stunden zu verwenden (Vergleich dazu § 2 und unsere Anmerkungen zur Umsetzung des Rechtsanspruchs). Wir lehnen die Gesetzesänderung aus Satz 4 ab, bei einer geringeren oder höheren vereinbarten täglichen Betreuungszeit einen entsprechend verringerten oder erhöhten Personalschlüssel anzuwenden. Die Differenzierung mit einer Halbtagsbetreuung, welche mit 5 Stunden täglicher Betreuungszeit veranschlagt werden sollte, entspricht dem Alltag der Kindertageseinrichtungen. Individuelle Lösungen für das Überschreiten des Rechtsanspruchs auf 10 Stunden Betreuungszeit sind im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen (Vgl. § 2 Absatz 1). Absatz 3 ist demnach wie folgt zu ändern: „Dieser Personalschlüssel ist für die Berechnung der erforderlichen Ausstattung mit pädagogischen Fachkräften zu verwenden und bezieht sich auf eine tägliche Betreuungszeit im Umfang von zehn Stunden. Für Halbtagsbetreuung werden fünf Stunden als Berechnungsgrundlage angesetzt.“ Begründung: Der Verwaltungsaufwand ist derzeit schon enorm hoch (unterschiedliche Stichtagsregelungen der Träger, altersheterogene Gruppen, ganzjährige Aufnahme von Kindern in die Kindertageseinrichtungen). Eine weitere Variable in der Berechnung des Personalschlüssels übersteigt die für die Verwaltung zuständigen Kapazitäten. Des Weiteren ist der Personalschlüssel so anzupassen, dass zur Wahrung des Kindeswohls der Mindest-Betreuungsschlüssel zu jeder Zeit erfüllt wird. Individuell vereinbarte Betreuungszeiten dürfen nicht zu Lasten der Qualität und des Personals gehen, die mit stetig befristeteten Arbeitszeitumfängen oder Arbeitszeitkonten durchaus prekäre Arbeitsbedingungen vorfinden.
§ 17 Leitung einer Kindertageseinrichtung (1) Der Begriff der Leitung muss im Entwurf definiert werden. Die Möglichkeit, ein Leitungsteam bilden zu können, begrüßen wir. Da eine Teamlösung aber Auswirkungen auf arbeits- und tarifirrechtlich Fragen hat, fordern wir eine Präzisierung. Erläuterungen zur Ausgestaltung der Leitung im Begründungstext zum neuen Gesetz zu formulieren, reicht nicht aus.
(2) Im Zuge der Qualitätsentwicklung begrüßen wir, dass es im Entwurf eine Klarstellung zu der Frage gibt, welcher zeitliche Umfang als „einschlägige Berufserfahrung“ gelten soll, und dass das neue Gesetz unserer Forderung nach einer dreijährigen Berufserfahrung nachgekommen ist.
(3) Berücksichtigt man das in diesem Paragraphen ausgeführte Profil der Leitung („gestaltet, steuert und koordiniert die pädagogischen Prozesse“ Absatz 1) und fokussiert somit die pädagogische Qualität, ist es nicht nachvollziehbar, weshalb die Leitung erst ab einer Kinderzahl von 100 gruppenfrei gestellt werden und es weiterhin eine Kappungsgrenze geben soll. Jedes Kind einer Kindertageseinrichtung – egal ob es sich um eine kleine oder sehr große Einrichtung handelt – hat Anspruch auf eine qualitative Leitung. Wir fordern daher eine Erhöhung der zusätzlichen Stellenanteile auf 0,02 Vollzeitbeschäftigteneinheiten je Kind, womit die Leitungstätigkeit bereits ab 50 Kindern freigestellt wäre, und den Wegfall der Kappungsgrenze („und maximal im Umfang von 1,5 Vollzeitbeschäftigteneinheiten je Kindertageseinrichtung“ ist zu streichen).
  In Anpassung an einschlägige Tarifverträge und an die zum Teil geübte Praxis, zur Qualitätsentwicklung eine ständige Vertreter*in der Leitung zu instalieren, fordern wir die Einführung eines zusätzlichen Absatz (4): Je Kindertageseinrichtung muss eine ständige Vertretung der Leitung benannt werden, deren Qualifikation § 16 Satz 2 bis 4 entspricht. Die ständige Vertretung ist nicht die Vertretung in Urlaubs- und sonstigen Abwesenheitsfällen. Vielmehr trägt sie in Abstufung gemeinsam mit der Leitung die Personal- und Organisationsverantwortung der Einrichtung. Sie ist dem Träger und der Leitung der Kindertageseinrichtung unterstellt, den weiteren Beschäftigten der Einrichtung ist sie überstellt.
§ 19 Fortbildung (1) Im Sinne der Entbürokratisierung und weiteren Anreizsetzung – neben dem nun klar geregelten Freistellungs- und Kostenerstattungsanspruch, welchen wir ausdrücklich befürworten –  sollte die Antragspflicht aus Satz 1 gestrichen werden. Die Rücknahme der im geltenden Gesetz formulierten Fortbildungspflicht ist mangels der Durchsetzbarkeit der richtige Weg. Vielmehr liegt es im Interesse des Trägers und der Einrichtunsgleitung, dass das pädagogische Personal durch Fortbildungen zur Qualitätsentwicklung und -sicherung beiträgt. Vgl. dazu die Ergänzung in § 6 (2). Wir begrüßen die Regelung, dass Träger „unabhängig vom Umfang der vertraglichen täglichen Arbeitszeit kalenderjährlich mindestens zwei Arbeitstage“ (Satz 3) für Fortbildungen ermöglichen müssen.
§ 20 Bedarfsplanung (1) Satz 1 berücksichtigt die bereits gängige Praxis vieler örtlicher Träger der öffentlichen Jugendhilfe, einen jährlichen Bedarfsplan zu erstellen und somit auf individuelle Entwicklungen reagieren zu können. Die Anpassung im Entwurf ist daher folgerichtig.
(3) Wir begrüßen, dass die Landesregierung mit dem Entwurf konsequent anerkennt, dass die Kindertagesbetreuung in den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) gehört. Demnach hat der für das Planungsgebiet zuständige Jugendhilfeausschuss über den Bedarfsplan zu entscheiden.
§ 21 Finanzierung der Kindertagesbetreuung Die anteilige Finanzierung der Angebote durch das Land Thüringen und die Städte/Gemeinden weist aufgrund ihrer Berechnungsgrundlage für die Personalkosten, Intransparenz und Ungebundenheit deutliche Probleme auf. Um dem entgegen zu wirken und die Finanzierung auf eine solidere Basis zu stellen, fordern wir die Aufnahme einer Tariftreueklausel in das Gesetz.  § 21 Absatz 2 und § 22 Absatz 1 sind abzuändern.
(2) Absatz 2 ist zur Gewährleistung der Tariftreue wie folgt zu formulieren: „Voraussetzung für die Finanzierung nach diesem Gesetz ist die Aufnahme der Kindertageseinrichtung und des Angebots der Kindertagespflege in den Bedarfsplan sowie der Nachweis der Anwendung eines einschlägigen Tarifvertrages. Erst eine transparente, nachvollziehbare und durch Nachweis belegte Verwendung der öffentlichen Finanzierung insbesondere in Bezug auf die Personalkosten stellt eine Kostenerstattung durch das Land Thüringen sicher“.
§ 22 Betriebskosten (1) Absatz 1 ist zur auskömmlichen Finanzierung sowie zur Unterlegung der Tariftreueklausel (Vgl. § 21 Absatz 2) wie folgt zu formulieren: „Betriebskosten im Sinne dieses Gesetzes sind die angemessenen Personal- und Sachkosten, die für den Betrieb einer Kindertageseinrichtung erforderlich sind. Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst gilt dabei als wirtschaftlich und auskömmlich und ist als Maßstab heranzuziehen.“ Wir begrüßen, dass bei der Auflistung der Betriebskosten die „weiteren Verwaltungskosten“ (Punkt 7) aufgenommen wurden. Dies erleichtert es sowohl den öffentlichen als auch den freien Trägern, ihre Kosten für die Verwaltung transparent auszuweisen.
§ 27 Berechnung und Zahlung der Landespauschalen und der weiteren Landeszuschüsse (5) Wir empfehlen, zur Berechnung der Landespauschale für Absatz (5) nicht wie angegeben die Kinderanzahl zum Stichtag 01. März heranzuziehen, sondern eine Jahresdurchschnittsberechnung zu Grunde zu legen. Erst eine Durchschnittsberechnung berücksichtigt die vielen Schwankungen in der Platzbelegung, welche unter anderem auf unterschiedlichen Stichtagsregelungen der Kommunen und Gemeinden sowie Ferienzeiten beruhen.
§ 30 Elternbeitragsfreiheit (1) Auf der Grundlage der im Entwurf formulierten Regelung, dass die Beitragsfreiheit  „bis zu Beginn des Schuljahres [gelte], in dem das Kind erstmalig die Schule besucht“ (Satz 1), fordern wir, die Kriterien, welche im Rahmen der Einschulungsuntersuchung über die Schulfähigkeit respektive Zurückstellung befinden, zu überprüfen. Der Fokus dieser Kriterien muss auf der Sicherstellung des Kindeswohls liegen.
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Kita Bildungssystem Gute Arbeit Artikel Kita in freier Trägerschaft Thüringen
news-12050 Fri, 04 Aug 2017 11:33:36 +0200 Info an Regelschullehrer*innen: Ohne Populismus geht es auch! http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/info-an-regelschullehrerinnen-ohne-populismus-geht-es-auch/ Der Thüringer Lehrerverband (tlv) hat auf einer Pressekonferenz angekündigt, nicht hinnehmen zu wollen, dass „Regelschullehrer mit DDR-Ausbildung von der geplanten besseren Besoldung vom 1. Januar 2018 an ausgenommen werden“ (OTZ, 04.08.2017). Die GEW Thüringen zeigt sich irritiert über diese Verlautbarung. Ja, es hat in einem Schreiben nach dem Spitzengespräch am 14. Juli 2017 eine Unstimmigkeit hinsichtlich der Zulagenzahlung für Regelschullehrer*innen gegeben. Diese Unstimmigkeit ist dank der Aktivitäten der GEW Thüringen mittlerweile ausgeräumt. Es ist klargestellt, dass auch Regelschullehrer*innen mit DDR-Ausbildung die Zulage erhalten werden, dies gilt für Beamte und Tarifbeschäftigte gleichermaßen. Einzig ausgenommen von der Zulage sind die sog. Ein-Fach-Lehrer*innen.

Der tlv betreibt Stimmungsmache und verunsichert die Regelschullehrer*innen ohne Not. Und das auch noch wider besseren Wissens.

Bei aller notwendigen Kritik an der Thüringer Bildungspolitik ist niemanden geholfen, mit falschen Behauptungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Die GEW Thüringen wird auch weiterhin mit seriösen Fakten arbeiten und sich für bessere Arbeitsbedingungen der Pädagog*innen einsetzen.

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Schule Tarif TV-L Beamte Artikel Regelschule Thüringen
news-11966 Fri, 14 Jul 2017 16:26:41 +0200 A 13 / E 13 für Regelschullehrer*innen: Die erste Etappe ist geschafft! http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/a-13-e-13-fuer-regelschullehrerinnen-die-erste-etappe-ist-geschafft/ „Wir begrüßen das Ringen innerhalb der Landesregierung um eine Lösung bei der Eingruppierung der Regelschullehrerinnen und -lehrer. Die jetzt vereinbarte Zahlung einer ruhegehaltsfähigen Zulage ist ein wichtiger erster Schritt, der ohne die Kompromissfähigkeit beider Seite nicht möglich gewesen wäre. Damit sind wir unserem Ziel der Angleichung einen großen Schritt näher gekommen. Sicher, eine Schippe mehr wäre besser gewesen. Die Anerkennung der Leistung von Regelschullehrerinnen und -lehrern sowie die gleiche Bezahlung gleicher Arbeit bleibt uns daher ein großes Anliegen. Unser Ziel bleibt die volle A 13 bzw. E 13 für die betroffenen Lehrkräfte“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Dazu das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport am 14.07.2017 im Wortlaut: 

  • Mehr Geld für Regelschullehrer / Thüringen bringt Anhebung der Besoldung auf A13 bzw. E13 auf den Weg

Lehrkräfte an den Thüringer Regelschulen sollen ab dem 1. Januar 2018 eine ruhegehaltsfähige Zulage in Höhe von 50 Prozent der Differenz von A12 nach A13* erhalten. Die Thüringer Landesregierung geht damit einen ersten Schritt hin zur Verbesserung der Bezahlung von Regelschullehrerinnen und -lehrern in Thüringen.  

Darauf haben sich der amtierende Bildungsminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, die Thüringer Finanzministerin Heike Taubert, die Landesvorsitzende der GEW Thüringen, Kathrin Vitzthum, und der Landesvorsitzende des Thüringer Beamtenbundes, Helmut Liebermann, in einem gemeinsamen Spitzengespräch geeinigt. Für diesen Schritt stellt die Landesregierung jährlich 8,5 Millionen Euro zur Verfügung. 

Dazu erklärt der amtierende Bildungsminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff: „Mit dieser Verständigung ist uns ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Thüringer Bildungslandschaft gelungen. Nach der Entfristung der DaZ-Lehrkräfte und bislang befristet eingestellter Lehrkräfte, der Anhebung des Stellenumfangs bei den Horterzieherinnen und -erziehern sowie der Verbeamtung der Thüringer Lehrerinnen und Lehrer senden wir nun ein deutliches Signal der Wertschätzung an unsere Regelschullehrerinnen und -lehrer für ihre hervorragende Arbeit. Landesregierung und Gewerkschaften sind sich einig, ein wesentliches Etappenziel erreicht zu haben. Der designierte Bildungsminister Helmut Holter unterbreitete als Mitglied der Kommission ‚Zukunft Schule‘ bereits eine entsprechende Empfehlung und war an die geführten Gespräche intensiv angebunden. Er wird die weiteren Verhandlungen gemeinsam mit der Finanzministerin führen. Am Ende soll auch der zweite Schritt hin zur vollständigen Anpassung der Besoldung auf die Gehaltsstufe A13 bzw. E13 gegangen werden. Wie dieser Schritt ausgestaltet wird, ist nun mit den Gewerkschaften zu vereinbaren.“ 

Die Thüringer Finanzministerin Heike Taubert ergänzt: „Damit konnten wir in diesem Jahr drei wichtige Schritte gehen, um auch in Zukunft den Bedarf an qualifiziertem Personal im Schulbereich sichern zu können. Erstens wurde die Erfahrungsstufe sechs für erfahrene angestellte Lehrerinnen und Lehrer eingeführt. Zweitens verbeamtet der Freistaat Thüringen wieder seine Lehrerschaft. Drittens konnte mit der Anhebung der Besoldung für Lehrkräfte an Regelschulen eine Lösung gemäß der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts gefunden werden. Dieses hatte eine amtsangemessene Alimentierung nach dem Leistungsgrundsatz gefordert.“

Die Landesvorsitzende der GEW Thüringen, Kathrin Vitzthum, erklärt: „Wir begrüßen das Ringen innerhalb der Landesregierung um eine Lösung bei der Eingruppierung der Regelschullehrerinnen und -lehrer. Die jetzt vereinbarte Zahlung einer ruhegehaltsfähigen Zulage ist ein wichtiger erster Schritt, der ohne die Kompromissfähigkeit beider Seite nicht möglich gewesen wäre. Damit sind wir unserem Ziel der Angleichung einen großen Schritt näher gekommen. Sicher, eine Schippe mehr wäre besser gewesen. Die Anerkennung der Leistung von Regelschullehrerinnen und -lehrern sowie die gleiche Bezahlung gleicher Arbeit bleibt uns daher ein großes Anliegen. Unser Ziel bleibt die volle A 13 bzw. E 13 für die betroffenen Lehrkräfte.“ 

Helmut Liebermann, Vorsitzender des Thüringer Beamtenbundes schließt: „Nach dem Beschluss zur Lehrerverbeamtung haben der amtierende Bildungsminister und die Finanzministerin für die Landesregierung nach intensiven Debatten mit den Lehrervertretungen einen weiteren Schritt in die richtige Richtung getan, um den Thüringer Schuldienst im Vergleich zu anderen Bundesländern konkurrenzfähig zu machen. Die Lehrerverbände im Thüringer Beamtenbund werden hartnäckig bleiben, um das Ziel der Eingruppierung aller Regelschullehrerinnen und -lehrer in die Besoldungsgruppe A13 / Entgeltgruppe E13 so kurzfristig wie möglich zu erreichen.“ 

*für tarifvertraglich beschäftigte Lehrkräfte von der vergleichbaren Entgeltgruppe E11 zur vergleichbaren Entgeltgruppe E13

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Schule Bildungsgerechtigkeit Gute Arbeit Tarif TV-L Beamte Artikel Regelschule Thüringen
news-11940 Wed, 12 Jul 2017 14:55:48 +0200 GEW Thüringen kann Forderung in Gesetzesänderung durchsetzen http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-thueringen-kann-forderung-in-gesetzesaenderung-durchsetzen/ Der Thüringer Landtag hat eine Reihe von gesetzlichen Änderungen in besoldungs-, versorgungs- und dienstrechtlichen Vorschriften in der letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen. Mit Wirkung zum 1. Mai 2017 ist das Thüringer Gesetz zur Anpassung dienstrechtlicher Vorschriften vom 24. April 2017 (GVBI. S. 92 f.) in Kraft getreten. Hierzu zählt u.a. die von der GEW Thüringen geforderte Änderung im Thüringer Beamtenversorgungsgesetz (ThürBeamtVG), die für mehr Rechtssicherheit bei den Versorgungsansprüchen teilzeitbeschäftigter Beamt*innen sorgt. Nach § 21 ThürBeamtVG beträgt das Ruhegehalt mindestens 35 vom Hundert der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge. Das ist die Mindestversorgung. Nach 21 Abs. 4 Satz 4 besteht jedoch nur Anspruch auf das erdiente Ruhegehalt, wenn eine Beamt*in allein wegen Teilzeitbeschäftigung, von insgesamt mehr als fünf Jahren hinter der Mindestversorgung zurück bleibt.

Die GEW Thüringen hält diese Regelung für rechtwidrig, da bereits wegen unzulässiger Einstellungsteilzeit in Thüringen alle Beamt*innen teilzeitbeschäftigt waren und die Beschäftigung vor der Übernahme in das Beamtenverhältnis aus dienstlichen Gründen durch Teilzeitmodelle geprägt war. Bei dieser Besonderheit im Freistaat Thüringen Teilzeitbeschäftigung an sich als Ausschlusskriterium für die Gewährung der Mindestversorgung zu regeln, hält die GEW Thüringen für unzulässig und hat die Mindestversorgung für die betroffen Beamt*innen eingefordert.

Der Thüringer Landtag hat nun die Streichung dieser Regelung im ThürBeamtVG beschlossen. Nach Artikel 2 - Änderung des Thüringer Beamtenversorgungsgesetzes - Nr. 2 wird § 21 Abs. 4 Satz 4 ThürBeamtVG aufgehoben. Der Forderung der GEW Thüringen wurde so Rechnung getragen: Teilzeitbeschäftigung wird nicht mehr zum Ausschluss der Mindestversorgung führen. Beamt*innen denen wegen Teilzeitbeschäftigung die Mindestversorgung bisher versagt blieb, können nun eine Neuberechnung der Versorgungsansprüche beantragen.

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Thüringen Artikel Beamte Gute Arbeit Recht
news-11900 Thu, 06 Jul 2017 14:44:47 +0200 Es muss sich was ändern! Wir fordern einen Tarifvertrag für alle Studentischen Beschäftigten! http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/es-muss-sich-was-aendern-wir-fordern-einen-tarifvertrag-fuer-alle-studentischen-beschaeftigten/ Die GEW Thüringen erwartet von der Landesregierung nun endlich ernsthafte Schritte für einen Tarifvertrag Studentischer Beschäftigter. Wie viel Arbeitszeit erbringt diese Gruppe eigentlich? Welche Rechte hat sie und welche noch nicht? Was müssen die nächsten Schritte sein?
  • Wer oder was bin ich und was mache ich eigentlich hier?
  • Ca. ein Viertel der Gesamtarbeitszeit eines Instituts an einer Hochschule wird von sogenannten studentischen Beschäftigten erledigt. Doch wer ist eigentlich Studentisch*e/r Beschäftigt*e/r? Innerhalb dieser Gruppe gilt es verschiedene Aufgaben und Qualifikationen zu unterscheiden. Die GEW Thüringen unterscheidet nach folgenden Gruppen: 

    1. Studentische Hilfskräfte sind Hilfskräfte ohne einen wissenschaftlichen Hochschulabschluss (also i. d. R. Bachelorstudierende, aber auch Studierende ohne Erstes Staatsexamen). Sie werden als Sachmittel im Haushalt der Hochschulen geführt und haben keine Interessenvertretung. Sie werden korrekt bezeichnet als Wissenschaftliche Hilfskräfte ohne wissenschaftlichen Hochschulabschluss, „studentische Hilfskräfte“ ist nur ein umgangssprachlicher Begriff.
    2. Wissenschaftliche Hilfskräfte mit wissenschaftlichem Hochschulabschluss können Masterstudierende oder auch Menschen mit Masterabschluss sein. Sie sind keine Sachmittel und können über die Personalvertretungen vertreten werden, sofern sie nicht mehr als Studierende immatrikuliert sind. Dies betrifft aber sehr wenige. Somit sind fast alle wissenschaftlichen Hilfskräfte nicht von einer Personalvertretung erfasst. Allgemein werden sie als wissenschaftliche Hilfskräfte bezeichnet.
    3. Eigentlich gibt es eine dritte Gruppe von studentischen Beschäftigten: Die studentischen Aushilfen. Sie verrichten Servicetätigkeiten (z. B. in der Bibliothek oder im Rechenzentrum) und sind nach TV-L zu vergüten und entsprechend ihrer Tätigkeiten einzugruppieren. Diese Beschäftigten müssten als Aushilfen angestellt und entsprechend entlohnt werden. Da dies für die Hochschulen aber mit höheren Kosten verbunden ist, erfolgt vielfach missbräuchlich die Einstellung als studentische oder wissenschaftliche Hilfskraft.

    Ein Viertel der Arbeitszeit an Instituten heißt in Zahlen: Ca. 4000 Studierende in Thüringen arbeiten als Hilfskräfte an den Hochschulen1. Insgesamt ist die Situation jedoch sehr unübersichtlich. Zum einen gilt es anhand von Qualifikationen und auch Arbeitsaufgaben der studentischen Beschäftigten zu unterscheiden. Zum anderen gibt es aber eine hohe Fluktuation an studentischen Beschäftigten, was daran liegt, dass Hilfskräfte oftmals bzw. fast ausschließlich einen Arbeitsvertrag nur über die Dauer der Vorlesungszeit bekommen, sprich: für vier oder weniger Monate. Eine planungssichere  Studienfinanzierungsmöglichkeit sieht anders aus, da in der vorlesungsfreien Zeit der Verdienst oftmals wegfällt. Die Arbeitswirklichkeit wurde bereits anschaulich von einem unserer Mitglieder vor einiger Zeit beschrieben. Doch nicht nur die Vertragslaufzeiten sind eine Baustelle, auch andere Faktoren müssen bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen für Studentische Beschäftigte berücksichtigt werden, denn: 

    • Bisher von Tarifverträgen ausgenommen: Studentische Hilfskräfte.

    Wie viel studentische Beschäftigte beispielsweise für ihre Arbeit maximal verdienen, das regelt die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) per Verordnung. Das ist der Arbeitgeberverband, zu dem sich die Bundesländer zusammengeschlossen haben, um mit den Gewerkschaften den sogenannten Tarifvertrag der Länder (TV-L) auszuhandeln. Dieser gilt auch an den Thüringer Hochschulen für alle Angestellten, mit einer Ausnahme: Die studentischen Beschäftigten. Laut TdL sind Einschränkungen bei der flexiblen Gestaltung der Arbeitsverhältnisse und der geringe finanzielle Spielraum der Hochschulen Argumente gegen die Tarifierung der studentischen Beschäftigten.

    Die TdL ist zwar einerseits nicht bereit, studentische Beschäftigte in den allgemeinen Tarifvertrag (TV-L) aufzunehmen, hat aber andererseits Höchstgrenzen (!) für deren Entlohnung festgelegt und vor Kurzem (2017) angepasst. Maximal dürfen pro Stunde 9,64 € (bzw. 11,23 € für Studierende mit Bachelorabschluss) im Tarifgebiet Ost gezahlt werden. Eine Untergrenze gab es bis zur Einführung des allgemeinen Mindestlohns allerdings nicht. Selten wird diese Möglichkeit genutzt und die „Hilfskräfte“ bekommen trotz der Möglichkeit mehr zu zahlen: Mindestlohn.

    Für studentische Hilfskräfte gelten zwar die Vereinbarungen über gesetzliche Mindeststandards, wie beispielsweise Anspruch auf bezahlten Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, weitergehende Regelungen wie bei den tarifbeschäftigten Kolleginnen und Kollegen aber nicht. Leider wissen selbst das viele Studierende nicht oder fordern ihre Rechte nicht ein. Unterstützung könnten Studierende beispielsweise bei einer Personalvertretung bekommen, doch die gibt es für die studentischen Beschäftigten auch nicht. 

    • Wir wollen einen Tarifvertrag für alle Studentischen Beschäftigten!

    Die GEW Thüringen setzt sich für einen Tarifvertrag für alle studentischen Beschäftigten ein. Die Regierungskoalition hier in Thüringen hat sich in ihrem Koalitionsvertrag dazu verpflichtet, Gespräche über eine Einführung eines Tarifvertrages mit Vertreter*innen der Gewerkschaften und der Studierendenschaften zu beginnen bzw. zu führen. Bisher gab es bzw. blieb es im Großen und Ganzen bei Absichtsbekundungen. Aus dem Finanzministerium gab es im Frühjahr 2016 zum Beispiel (mit Verweis auf die Entscheidung der TdL, dass es vorerst keinen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte geben soll) eine Absage, nachdem wir die Initiative ergriffen haben und im Frühjahr 2016 auf das Finanzministerium zugegangen sind. 

    • Weshalb wir trotz bisheriger Absagen dran bleiben:

    In Berlin gibt es seit dem Jahre 1986 einen Tarifvertrag für alle studentischen Beschäftigten. Warum sollen es die anderen Bundesländer also nicht auch bekommen?

    Die GEW insgesamt wie auch die GEW Thüringen wird sich weiterhin für einen Tarifvertrag einsetzen, aber für einen Tarifvertrag braucht es auch die Arbeitgeberseite, die diesen verhandeln will. Und auch wenn es politisch so scheint, dass ein Tarifvertrag momentan in weiter Ferne liegt, erarbeiten wir gleichzeitig alternative Konzepte, die die Situation von allen studentischen Beschäftigten verbessern könnten. Hierunter fällt die Forderung nach einer Personalvertretung für studentische Beschäftigte im Thüringer Personalvertretungsgesetz (ThürPersVG). Weitere Möglichkeiten, die zur Verbesserung der Situation studentischer Beschäftigter führen können, werden zurzeit erarbeitet.

    Immerhin gibt es diesbezüglich seitens der Fraktion Die Linke und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Initiative, entsprechende Konzepte zu erörtern. Es liegt also an uns, genug Argumente aufzuzeigen, um die Entscheidungsträger*innen in Handlungsnot zu bringen. Allerdings schaffen wir das als GEW Thüringen nicht allein, studentische Beschäftigte müssen für ihre eigenen Interessen auch selbst eintreten. Während wir von gewerkschaftlicher Seite versuchen werden in Zusammenarbeit mit den kooperationswilligen Fraktionen an sinnvollen Lösungen zu arbeiten, wollen wir möglichst viele studentische Beschäftigte zu mobilisieren.

    Die GEW Thüringen plant bis Ende dieses Jahres diesbezüglich Informationsveranstaltungen an verschiedenen Hochschulstandorten und eine Veranstaltung zur Aufklärung der Studierendenräte, Betriebsverbände und Personalräte in Sachen rechtlicher Stellung studierender Beschäftigter durchzuführen. Wir bleiben also dran und hoffen auf eine erfolgreiche Aktivierung derjenigen, die uns beim Kampf um einen Tarifvertrag unterstützen können und wollen!

     

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    1 - Leider liegen dazu keine genauen Zahlen vor, da Verträge erfasst werden und nicht Personen.

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    Studium Wissenschaft Tarif Artikel Thüringen
    news-11826 Wed, 28 Jun 2017 09:39:25 +0200 Ihre Meinung und Kritik zum aktuellen Kita-Gesetz-Entwurf http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ihre-meinung-und-kritik-zum-aktuellen-kita-gesetz-entwurf/ Zurzeit befindet sich das Thüringer Kita-Gesetz in der parlamentarischen Diskussion. Der Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, zu dem Gesetzentwurf bis zum 08. August eine Online-Diskussion durchzuführen. Mit Ihren Beiträgen, Ihren Erläuterungen oder Ihrer Kritik können Sie Einfluss auf die Arbeit des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport nehmen.

    Neben der Elternperspektive ist die Sichtweise der in der Kita arbeitenden Menschen eine zentrale: die Erzieher*innen sind unmittelbar von Regelungen zum Personalschlüssel, zur Berechnung von Betriebskosten (aus denen die Kommunen die Entlohnungsbedingungen für Beschäftigte freier Träger ableiten) oder von der Definition der "pädagogischen Nutzfläche" betroffen.

    Sie sind die Expert*innen für gute Rahmenbedingungen!

    Also: Diskutieren Sie mit! Beteiligen Sie sich bis zum 08. August an der Debatte über die beabsichtigten Neuregelung der Kindertagesbetreuung in Thüringen!

    Sie müssen sich zuvor relativ unkompliziert auf der Onlineplattform des Landtages anmelden.

    Die Online-Diskussion nebst Anmeldung finden Sie hier.

    Und: motivieren Sie Ihre Kolleg*innen, Ihre Eltern, Ihren Träger etc. sich ebenfalls an der Diskussion zu beteiligen. Je mehr sich einbringen, umso besser! Lassen Sie uns die Sommerferien produktiv nutzen!

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    Thüringen Artikel Bildungsbereiche Kita TH sonstige Kategorien (nicht direkt verwenden) Kita in freier Trägerschaft Erzieher*innenbildung Betriebsräte Personalräte
    news-11796 Fri, 23 Jun 2017 14:21:00 +0200 Infoblatt 08/2017 der Landesrechtsstelle nun online http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/infoblatt-082017-der-landesrechtsstelle-nun-online/ Möglichkeiten des vorzeitigen Ausscheidens aus dem Arbeitsverhältnis Das Ende des Arbeitsverhältnisses bestimmt sich nach der vertraglichen Vereinbarung. Finden die tariflichen Regelungen des öffentlichen Dienstes Anwendung (TV-L bzw. TVöD), endet das Arbeitsverhältnis ohne Kündigung

    • in gegenseitigen Einvernehmen durch Abschluss ... oder
    • mit dem Ablauf des Monats, in dem ... Bei Lehrkräften endet das Arbeitsverhältnis ...

    Der Aufhebungsvertrag ist die Einigung des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers, das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beenden. Eine Pflicht zur Zustimmung hat ... 

    Nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses kann

    a) ...

    b) ... 

    c) ... 

     

    Hinweis:

    Die Rentenauskunft ... Voraussetzungen für einen Rentenanspruch.

     

    Das vollständige Informationsblatt der Rechtsstelle können Sie als GEW-Mitglied in der rechten Spalte herunterladen.

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    Thüringen Artikel Recht
    news-8616 Fri, 23 Jun 2017 12:40:00 +0200 Die GEW Thüringen wünscht erholsame Ferien- und Urlaubstage http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-gew-thueringen-wuenscht-erholsame-ferien-und-urlaubstage/ Geänderte Sprechzeiten der Landesgeschäftsstelle in den Sommerferien (26.06. bis 09.08.2017) Das Schuljahr 2016/2017 neigt sich dem Ende zu und die Kolleginnen und Kollegen können für das neue Schuljahr in Ihrem wohlverdienten Urlaub neue Kräfte sammeln. Die Mitarbeiter*innen der GEW-Landesgeschäftsstelle wünschen allen Mitgliedern schöne, intensive und kraftspendende Ferien- und Urlaubstage!

    Die Landesgeschäftsstelle der GEW Thüringen bleibt in den Wochen der Sommerferien (26.06. bis 09.08.2017) in eingeschränktem Umfang geöffnet und erreichbar:

    Montag09.00-12.30 Uhr 
    Dienstag11.00-12.30 Uhr13.00-15.30 Uhr
    Mittwoch09.00-12.30 Uhr 
    Donnerstag11.00-12.30 Uhr13.00-15.30 Uhr
    Freitagkeine Sprechzeit
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    Thüringen Artikel
    news-11795 Fri, 23 Jun 2017 12:26:55 +0200 Verbeamtung zum 1.8.: Termin kann nicht gehalten werden! http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/verbeamtung-zum-18-termin-kann-nicht-gehalten-werden/ Die Verbeamtung erfolgt bei Neueinstellungen und bei denjenigen, die im August oder September an die beamtenrechtlich festgelegte Altersgrenze gelangen, zum 1. August. Für die anderen Lehrerinnen und Lehrer wird die Umstellung erst zum 1. Oktober 2017 vollzogen. So nachzulesen in der Regierungserklärung „Die Thüringer Bildungslandschaft zukunftsfähig gestalten: „Ganztagsbetreuung qualitativ weiter entwickeln – Fachkräfte gewinnen – Unterrichtsgarantie herstellen – Ressourcen optimal einsetzen“ vom Thüringer Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff vom 1.Juni 2017.

    Die hohe Anzahl von Anträgen ist durch die an der Verbeamtung involvierten Ministerien (Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und Thüringer Finanzministerium) und ihren untergeordneten Behörden nicht bis zum 1. August 2017 zu bewältigen. Nicht alle der betroffenen Beschäftigten wurden bisher durch das TMBJS dazu informiert. Einige Staatliche Schulämter nutzen die bevorstehenden Schulferien, um den Lehrerinnen und Lehrern neben Dank und Anerkennung für das abgelaufene Schuljahr noch schnell ein paar aktuelle Informationen mit auf den Weg in die Schulferien zu geben und machen auf die neue Terminlage aufmerksam.

    Hier bedarf es jedoch Aufklärung an alle Antragsteller*innen über den konkreten Verfahrensablauf, das TMBJS will erst noch alle Beschäftigten informieren. Das ist dringend geboten, denn längst wurden Unterlagen zusammengestellt, Fragebögen ausgefüllt, amtsärztliche Untersuchungstermine organisiert und absolviert. Manch einer hat bereits seine Urlaubspläne geändert, um pünktlich zum 1.8.2017 eine feierliche Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe „zu empfangen“.

    Zu dieser Problematik möchte die GEW Thüringen wie folgt informieren:

    • Das TMBJS hat  entschieden, den landeseinheitlichen Verbeamtungstermin für Bedienstete, die einen Antrag auf Verbeamtung gestellt haben und die beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen, auf den 1. Oktober 2017 festzusetzen. Dieser Termin stellt sicher, dass Probleme im Zuge der Verbeamtung zu Lasten des einzelnen Bediensteten vermieden werden. 

    Das soll nicht für Bedienstete gelten, die

    • vor dem 1. Oktober 2017 die gesetzliche Altersgrenze für die Verbeamtung überschreiten würden. Diese Bediensteten werden zum 1. August 2017 verbeamtet, soweit sie dies wünschen.
    • zum 3. August 2017 neu in den Thüringer Schuldienst eingestellt werden. Diese Bediensteten werden im Beamtenverhältnis eingestellt, wenn sie die beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen, alle Unterlagen rechtzeitig vorliegen und sie eine Verbeamtung wünschen.

    Die GEW Thüringen hofft, dass die konkreten Informationen rechtzeitig bei allen Betroffenen ankommen und nicht nur bei Mitgliedern und Interessierten, welche die Internetseite www.gew-thueringen.de als zuverlässiges und schnelles Informationsmedium über die Bildungspolitik in Thüringen nutzen. 

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    Thüringen Artikel Schule Beamte
    news-11465 Fri, 23 Jun 2017 08:20:00 +0200 [UPDATE] Unterstützt die Online-Petition an den Thüringer Landtag (läuft bis 26.06.2017)! http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/update-unterstuetzt-die-online-petition-an-den-thueringer-landtag-laeuft-bis-26062017/ Unterstütze auch Du die Online-Petition „Regelschullehrer im Eingangsamt A 13 besolden“! Die Mitzeichnungsfrist läuft noch bis 26.06.2017. Für eine öffentliche Anhörung sind 1.500 Unterzeichner notwendig, Stand heute sind es schon 1.585! Wortlaut der Nachricht auf www.gew-thueringen.de vom 22.05.2017:

    Die GEW Thüringen fordert seit einigen Jahren in Verhandlungen mit der Landesregierung die Eingruppierung der Regelschullehrer*innen in die E 13/A 13. Die Landesregierung hat dies bisher abgelehnt. Damit ist Thüringen eines von sechs Bundesländern, das Regelschullehrer*innen weiterhin in E 11/A 12 eingruppiert: Ein Einkommensunterschied von bis zu 564 Euro und ein Zeichen mangelnder Wertschätzung.

    Thüringens Nachbarländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Hessen haben längst ja zur E 13/A 13 gesagt, selbst Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stemmen das. Nur Thüringen soll sich das nicht leisten können / wollen - und zwar trotz sprudelnder Steuereinnahmen und Haushaltsüberschüsssen in Rekordhöhe? 

    Um das Ziel der Eingruppierung in die E 13/A 13 aller Thüringer Regelschullehrer*innen zu erreichen und den Thüringer Landtag zu zwingen, sich in einer Anhörung mit dieser Problematik auseinanderzusetzen, wurde am 15. Mai nun eine Online-Petition gestartet. Damit es zu einer Anhörung kommt, sind 1.500 Unterschriften notwendig. Bitte unterzeichne daher diese Petition, welche Du hier findest. 

    Eine kostenlose Registrierung ist notwendig und dient lediglich Legitimationszwecken. Wer sich im Februar bereits für die DaZ-Lehrer*innen mit der Unterzeichnung stark gemacht hat, braucht sich nicht erneut registrieren.

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    Thüringen Artikel Schule TV-L Beamte Regelschule Gemeinschaftsschule Gute Arbeit Bildungsgerechtigkeit
    news-11789 Thu, 22 Jun 2017 10:07:00 +0200 Geplante zeitgleiche Tarifübernahme für Beamtinnen und Beamte verzögert sich erneut http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/geplante-zeitgleiche-tarifuebernahme-fuer-beamtinnen-und-beamte-verzoegert-sich-erneut/ Anpassungen des Besoldungsgesetzes erneut verschoben: Zeitgleiche Übertragung der Beamt*innenbezüge später und dann in zwei Schritten Die für heute angestrebte Abstimmung im Thüringer Landtag über die Anpassung des Besoldungsgesetzes, bei dem u. a. um die zeitgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten gehen sollte, musste leider verschoben werden, voraussichtlich auf die erste Sitzung nach der Sommerpause.

    Das Land Thüringen beabsichtigt, dem Beschluss der Anpassung vorzugreifen. Die im ursprünglichen Gesetzesentwurf vorgesehene Erhöhung der Bezüge zum 1.4. an die Thüringer Beamtinnen und Beamten soll zum 1.7. (also für die Monate April, Mai, Juni, Juli) ausgezahlt werden. 

    Nach der Sommerpause soll dann im Plenum des Thüringer Landtages über die Anpassung des Besoldungsgesetzes incl. der zeitgleichen Übertragung (zum 1.1.) beschlossen werden. Mit einer Nachzahlung für die Monate Januar, Februar und März kann also erst nach erfolgtem Beschluss gerechnet werden. 

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    Thüringen Artikel Beamte Gute Arbeit
    news-11728 Mon, 19 Jun 2017 17:09:47 +0200 Umsetzung des Tarifergebnisses für Erzieher*innen im Landesdienst http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/umsetzung-des-tarifergebnisses-fuer-erzieherinnen-im-landesdienst/ Stand der Dinge bezüglich der für die Erzieher*innen in den Grundschulhorten geltenden Zulage Stand der Dinge

    Viele Beschäftigte haben mit dem Entgelt für den Monat Mai nun die tarifliche Erhöhung erhalten. Bezüglich der für die Erzieher*innen in den Grundschulhorten geltenden Zulage findet derzeit noch eine Abfrage der Landesfinanzdirektion über die Schulämter statt.

    Nach Informationen der GEW Thüringen hat sich die Erfassung durch die Schulämter verzögert. Somit wird sich die zum 1. Januar 2017 rückwirkende Auszahlung noch etwas hinziehen.

    Diese Zulage muss nicht extra beantragt werden.

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    Thüringen Artikel Schule TV-L Gemeinschaftsschule Grundschule
    news-11616 Fri, 16 Jun 2017 16:04:00 +0200 Stellungnahme zum Entwurf eines Thüringer Gesetzes zur Stärkung der Mitbestimmung an Hochschulen sowie zur Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/stellungnahme-zum-entwurf-eines-thueringer-gesetzes-zur-staerkung-der-mitbestimmung-an-hochschulen-sow/ Nach den Dialogforen an den einzelnen Hochschulstandorten und den Werkstattgesprächen mit Expert*innen im letzten Jahr zur Vorbereitung der Novelle des Thüringer Hochschulgesetzes (ThürHG) liegt jetzt der Gesetzentwurf der Landesregierung vor. Die GEW Thüringen hat hierzu Stellung genommen. Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG) wollte den Gesetzentwurf breit bekannt machen und hat ihn daher auf seine Homepage gestellt.

    Allerdings war die Zeit denkbar knapp für die Anzuhörenden, um zum Gesetzentwurf Stellung zu nehmen. Denn, obwohl die Richtung, in die sich die Novelle des ThürHG bewegen sollte, zumindest teilweise in den Ergebnissen der Werkstattgespräche erkennbar, aber der Teufel liegt nun mal im Detail. Und das bedeutete hier: innerhalb von reichlich zwei Wochen mussten knapp 200 Seiten Gesetzestext mit Begründung durchgearbeitet und auch in den Feinheiten gesichtet und diskutiert werden. Diese kurze Zeit zur Stellungnahme kritisiert die GEW Thüringen in ihrer Stellungnahme, da ein solches Zeitfenster mit ehrenamtlicher Arbeit im Referat Hochschule und Forschung fast nicht zu leisten ist. Zumal zwischen den Werkstattgesprächen Anfang November 2016 und der Einbringung ins Kabinett im Mai 2017 sich das Ministerium selbst Zeit genommen hat, den Gesetzentwurf aufs Papier zu bringen.

    Die GEW Thüringen hat sich in ihrer Stellungnahme auf einige wichtige Punkte konzentriert, um bei der Fülle der Änderungen nicht die für sie wesentlichen Sachen aus dem Blick zu verlieren. Wir haben uns u. a. mit folgenden Fragen auseinandergesetzt:

    • Der Gesetzentwurf sieht einige Verbesserungen in der Stärkung der Mitbestimmung aller Mitgliedergruppen an Hochschulen vor. Dies erkennen wir an. Dennoch werden die hohen Erwartungen für die Teilnahme an der akademischen Selbstverwaltung für nichtprofessorale Mitglieder und Angehörige an Hochschulen nur zum Teil erfüllt.
    • Die GEW Thüringen setzt sich wiederholt für die Schaffung einer Landeshochschulkonferenz ein. Wir sind der Ansicht, dass die Landespräsidentenkonferenz als einziger hochschulischer Akteur nicht ausreichend ist, wenn sich das Ministerium zu Fragen der Hochschulen beraten lässt. Für die ganzheitliche Beratung fehlt dabei die Sicht von Beschäftigten und Studierenden. Die Argumentation, dass der Hauptpersonalrat (HPR) oder die Konferenz der Thüringer Studierendenschaften (KTS) ebenfalls Gespräche mit dem Ministerium führen und daher ein übergeordnetes Beratungsgremium nicht notwendig ist, geht hier fehl, da HPR (Hier gelten die Regelungen des Thüringer Personalvertretungsgesetzes ThürPersVG) und KTS ein klar geregeltes – und eingegrenztes – Aufgabenspektrum besitzen, im Rahmen dessen sie Gespräche mit dem Ministerium führen. Uns geht es um eine gemeinsame Beratung des Ministeriums durch ein Gremium, in dem die verschiedenen Vertreter der Gruppen der Hochschule Mitglied sind und ihre Sichtweisen einbringen können.
    • Wir lehnen die Verpflichtung der Hochschulen zur Drittmitteleinwerbung ab. Drittmittel sind Realität an allen Hochschulen, aber ihr Anteil an der Finanzierung der Hochschulen nimmt immer mehr zu. Dies lehnen wir nicht nur deshalb ab, weil mehr befristete Drittmittel auch immer mehr befristete Drittmittelstellen nach sich ziehen. Aus Sicht der GEW Thüringen ist es Aufgabe des Staates, die Hochschulen entsprechend ihrer Aufgaben auskömmlich und sachgerecht zu finanzieren. Drittmittel können dabei immer nur zusätzliche Finanzierung für weitere, zusätzlich übernommene Aufgaben sein.
    • Die GEW Thüringen bleibt dabei: Wir fordern die Abschaffung des Thüringer Hochschulgebühren- und –entgeltgesetz (ThürHGEG) und Gebühren aller Art statt der Neuschaffung von Gebührentatbeständen, teils in unklarer Höhe.
    • So lange die Hochschulen Lehrbeauftragte in teilweise erheblichem Umfang und nicht nur für die Ergänzung des Lehrangebots einsetzt, muss der Status der Lehrbeauftragten deutlich verbessert werden, indem sie unter bestimmten Mindestvoraussetzungen zu Mitgliedern der Hochschule werden.
    • Die Ausweitung der Aufgaben und Verantwortung des Senats sowie seine Besetzung in Viertelparität begrüßen wir.
    • Für die GEW Thüringen ist ein Hochschulrat ein beratendes Gremium für die Hochschulen, kein bestimmendes. Somit gehen die Vorstellungen im Gesetzentwurf einen ersten Schritt in die richtige Richtung.
    • Die Wahl einer Hochschulversammlung begrüßt die GEW Thüringen als zaghaften Schritt in eine stärkere Mitbestimmung aller Gruppen an Hochschulen.
    • Auch in diesem Gesetzentwurf fehlt eine eine grundsetzliche Auseinandersetzung und Normierung des Teilzeitstudiums, was auch die Pflicht der Hochschulen beeinhalten müsste, flexible Teilzeitstudien anzubieten. Dagegen sollen Teilzeitstudierende immer noch die volle Langzeitstudiengebühr zahlen, falls sie nicht zügig genug studieren.
    • Der Abschluss einer Qualifizierungsvereinbarung für die Qualifizierung von wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter*innen findet unsere Zustimmung, auch wenn wir nicht erkennen können, wie für eine Einhaltung der getroffenen Vereinbarungen im Zweifelsfall gesorgt werden kann.
    • Enttäuscht ist die GEW Thüringen, dass der Gesetzentwurf keinerlei Verbesserungen für die zumeist besonders prekär tätigen Lehrbeauftragten vorsieht.
    • Verwundert sind wir darüber, das die Diskussionen zur Verbesserung der Situation der wissenschaftlichen und künstlerischen Hilfskräfte und Tutor*innen keiner Eingang in den Gesetzentwurf gefunden hat. Und dies nicht nur vor dem Hintergrund der Ablehnung der Aufnahme von Tarifverhandlungen zu Studentischen Beschäftigten.
    • Die GEW Thüringen hatte eine grundsätzliche Überarbeitung der Thüringer Lehrverpflichtungsverordnung (ThürLVVO) erwartet und ist über die geringfügigen Änderungen im Gesetzentwurf erstaunt.

    Die vollständige Stellungnahme zum Download finden Sie als Dokument hier.

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    Thüringen Artikel Wissenschaft
    news-11718 Thu, 15 Jun 2017 13:33:00 +0200 PAU - Projekt zur Aufklärung und Unterstützung von aktiven Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern 2017 http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/pau-projekt-zur-aufklaerung-und-unterstuetzung-von-aktiven-gewerkschafterinnen-und-gewerkschaftern-2/ Sind rassistische Diskriminierung oder rechtspopulistische Parolen ein Thema bei Euch im Betrieb/in der Bildungseinrichtung? Wollt Ihr lernen, wie Ihr in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit besser gegen menschenverachtende Einstellungen vorgehen könnt? Plant Ihr in Eurem DGB-Kreis oder Gewerkschaftsbezirk eine Veranstaltung zum Rechtspopulismus vor oder nach den Wahlen? Das „Projekt zur Aufklärung und Unterstützung von aktiven Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern“ (PAU) des DGB Bildungswerks BUND bietet im Themenfeld Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Rassismus für betriebliche und gewerkschaftliche Gremien aller Ebenen:

    • Seminare
    • Workshops
    • Vorträge
    • Unterstützung eigener Maßnahmen
    • Fachliche Beratung bei rechter Agitation und Diskriminierung

    Unsere Veranstaltungen konzipieren wir nach Rücksprache mit Euch entsprechendEures Bedarfs vor Ort. Grundsätzlich ist dabei alles denkbar, was mit denThemen Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Rassismus zu tun hat.

    Einige Beispiele aus unserer Arbeit 

    Workshop – Haltungs- und Argumentationstraininggegen rechte Parolen
    Wie kann ich reagieren, wenn mir im Alltag oder im Betrieb rechte Parolenbegegnen? Dieses Training bietet Hintergrundinformationen zu verbreitetenVorurteilen und hinterfragt gruppenbezogene Zuschreibungen. Zudem werdenverschiedene Gesprächsstrategien aufgezeigt, die dabei helfen die Konfrontationmit rassistischer Hetze zu bewältigen. Schließlich ermutigt es dazu, selberHaltung zu beziehen.
    Vortrag – Rechtspopulismus in Deutschland und Europa
    Dieser Vortrag gibt Antworten auf zur Zeit viel diskutierte Fragen: Woher kommendie rechtspopulistischen Bewegungen und Parteien, die zur Zeit in Europaso erfolgreich sind? Was sind ihre Forderungen und was unterscheidet sie vonRechtsextremisten? Insbesondere aber schaut der Vortrag auf die Entwicklungin der Bundesrepublik, wo der Rechtspopulismus seit der Entstehung von Pegidaund der AfD zu einem festen Bestandteil der politischen Landschaft gewordenzu sein scheint. Wer sind die deutschen Rechtspopulisten? Wie sind ihre Verbindungennach ganz rechts außen? Und nicht zuletzt: Wie stehen sie zu Arbeitnehmer*innenrechten, Gewerkschaften und Sozialpolitik?
    Tagesseminar – Rassismus im Betrieb/in der Bildungseinrichtung
    In diesem Tagesseminar wollen wir ausgehend von Euren Erfahrungen mitRassismus und Diskriminierung am Arbeitsplatz zusammen erarbeiten, welcheHandlungsspielräume (potentiell) Betroffene, Betriebs- und Personalräte, Vertrauensleutesowie die Kolleg*innen in der Arbeitswelt haben, um dem entgegenzutreten.Dabei wird es sowohl um gemeinsames solidarisches Handeln als auchum rechtliche Möglichkeiten gehen.

    Die Veranstaltungen können bei Euch vor Ort im ganzen Bundesgebiet oder inden Tagungszentren des DGB Bildungswerkes durchgeführt werden. Zur näherenorganisatorischen und inhaltlichen Absprache wendet Euch an die zuständigenBildungsreferent*innen beim DGB Bildungswerk BUND – Forum PolitischeBildung.

    Kontakt

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    Thüringen Artikel GEW Gesellschaftspolitik
    news-11694 Wed, 14 Jun 2017 11:43:56 +0200 Rote Karte gegen Rechts http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/rote-karte-gegen-rechts/ "Die Rechte", ein Ableger der NPD, hat für den 01. Juli 2017 unter dem Motto „Volkswirtschaft statt Finanzlobbyismus“ eine Demo in Erfurt beantragt. Ursprünglich wollten sie bewusst am Haus des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) vorbei demonstrieren. Zeigen wir Gewerkschaftsmitglieder, dass wir sie nicht akzeptieren! 1933 ist nicht vergessen. Sie sind Wölfe im Schafspelz, tun demokratisch. Aber Vielfalt wollen sie nicht, Toleranz ist nicht ihr Gedankengut. Schützen wir unsere demokratischen Freiheiten! Dafür lohnt es sich Gesicht zu zeigen. Wir sind mehr und lassen uns nicht einschüchtern!

    Vor dem DGB-Haus in der Erfurter Schillerstraße 44 gibt es deswegen ab 10:00 Uhr eine Kundgebung der DGB-Gewerkschaften. Sei auch Du dabei!

    Weitere Gegendemonstrationen wird es auch in der Erfurter Innenstadt geben.

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    Thüringen Artikel Bildungsbereiche Schulsozialarbeit Studium Wissenschaft Kita Weiterbildung Schule Berufliche Bildung Thema Gesellschaftspolitik GEW
    news-11687 Wed, 14 Jun 2017 08:19:00 +0200 Die GEW Thüringen zieht Bilanz zum Schuljahr 2016/17 http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-gew-thueringen-zieht-bilanz-zum-schuljahr-201617/ Über das sich verschärfende Problem des Lehrkräftemangels, über den Rekord an Langzeiterkrankungen und über die problematische Rückführung der Horte in den Landesdienst – die GEW Thüringen zieht Bilanz zum abgelaufenen Schuljahr. Am 01.06.2017 wurde zur Bildungspolitik eine Regierungserklärung abgegeben. Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) hat eine Reihe kleiner wie großer Missstände endlich auch öffentlich anerkannt, schrittweise Behebung gelobt und gar eine Unterrichtsgarantie ausgesprochen. Das nimmt die GEW Thüringen positiv zur Kenntnis. Es fehlt jedoch bei den meisten der angesprochenen Probleme und Lösungsstrategien eine zumindest grob orientierende Zeitschiene und unklar bleibt auch, ob die dringend benötigten zusätzlichen Finanzmittel für den Schulbereich im neuen Doppelhaushalt 2018/19 Berücksichtigung finden sollen. Diese zusätzlichen Mittel aber sind notwendig, um den unnötigen Personalabbau bei den Lehrkräften verschiedener Landesregierungen in den letzten Jahren wieder rückgängig zu machen und um tatsächlich eine Garantie für Unterricht geben zu können. 

    Dem Mangel an Lehrkräften wird nicht ausreichend entgegengewirkt 

    Das Schuljahr 2016/2017 war durch einen hohen Personalmangel an den Thüringer Schulen gekennzeichnet. Auf diesen reagierten die Schulen vor allem mit Kürzungen der Stundentafeln und regelmäßiger Anweisung von Mehrarbeit, was im Grunde einer Pflichtstundenerhöhung entspricht. Dennoch konnte der Unterricht vielerorts nicht bedarfsgerecht abgedeckt werden. Schon zu Beginn des Schuljahres betrug der Unterrichtsausfall an Regelschulen 4,4 Prozent, an Gymnasien 3,7 Prozent und Grundschulen 2,2 Prozent. 

    „Der Altersdurchschnitt der Thüringer Lehrerinnen und Lehrern liegt mittlerweile deutlich über 50 und die Zahl der Langzeitkranken ist auf ein neues Rekordniveau von mittlerweile 946 Lehrkräften gestiegen. Der Krankenstand betrug zeitweise 10 Prozent. Allein diese Faktoren zeigen, dass Thüringens Schulen derzeit mit einem großen Problem zu kämpfen haben“, kommentiert Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen, die Bilanz des vergangenen Schuljahres. „Die Beschäftigten tun, was in ihrer Macht steht, aber immer häufiger zu Lasten ihrer Gesundheit. Das muss sich ändern und die Ankündigung der Landesregierung zu weiteren Einstellungen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ 

    Auf die steigenden Schüler*innenzahlen (ca. 2.300 mehr als im Schuljahr 2015/16) wurde allerdings auch in diesem Schuljahr 2016/17 nicht angemessen durch eine in gleicher Relation steigende Anzahl an Lehrer*innen reagiert. Rund 1.300 Lehrkräfte sind allein durch Altersteilzeit und Übergang in Rente bzw. Pension nicht mehr im Unterricht. Der Personalabbau der letzten Jahre, vor dem die GEW Thüringen immer wieder gewarnt hat, schlägt sich nun zu Lasten der Beschäftigten und der Schülerinnen und Schüler deutlich nieder – bis hin zu fehlenden Zeugnisnoten aufgrund fehlender Lehrer*innen. Will die Landesregierung den Unterrichtsausfall ernsthaft bekämpfen, wird sie versuchen müssen, dieses in den letzten Jahren unnötig abgebaute Lehrkräftepersonal wieder auszugleichen. 

    Geplante Anzahl an Neueinstellungen führt zu weiterer Verschlechterung 

    Die aktuelle Planung der Anzahl von Neueinstellungen der nächsten Jahre sieht jedoch nicht einmal einen 1:1-Ausgleich abgehender Lehrkräfte vor, so dass es weiterhin Personalabbau bei weiterhin steigenden Schüler*innenzahlen geben wird, mithin eine weitere Verschlechterung der schulischen Situation in Thüringen. Eine Unterrichtsgarantie wird so nicht umsetzbar sein. Damit sind die bildungspolitischen Herausforderungen wie Inklusion und Ganztagsschule auch weiterhin eine zusätzliche Belastung für die Beschäftigten – und damit auch für Schüler*innen und Eltern. 

    Von den 500 Einstellungen in diesem Schuljahr erfolgten sehr viele über Stellenwandlungen, d. h. es fehlte an geeigneten Bewerber*innen. Damit wurden Lehrerinnen und Lehrer mit einer anderen Fächerkombination eingestellt, was das Bedarfsproblem an der jeweiligen Schule selbstverständlich nicht löste. Und es verweist darauf, dass die Zahl der Mangelfächer immer größer wird (Musik, Kunst, Sprachen und zunehmend auch naturwissenschaftliche Fächer). 

    Rückführung der Horte führte teilweise zu weniger Personal 

    „In diesem Schuljahr waren erstmals nach acht Jahren Modellprojekt alle Erzieherinnen und Erzieher der Grundschulhorte im Landesdienst beschäftigt. Als GEW Thüringen begrüßen wir noch immer die Entscheidung zur Rückführung. Gleichwohl müssen wir sehen, dass nicht alles so gut gelungen ist, wie wir und die Kolleginnen und Kollegen uns vorgestellt haben. Vor allem die vor Ort spürbare schlechtere personelle Ausstattung hatte zur Folge, dass viele wichtige Impulse aus dem Modellprojekt nicht weitergeführt worden sind. Hier müssen in einer gemeinsamen Kraftanstrengung die Ideen zur Ganztagsschule weiterentwickelt und entsprechend ausgestattet werden“, fasst Vitzthum die Situation an den Grundschulhorten zusammen. „Die Anhebung der Beschäftigungsumfänge lässt uns hoffen, dass es in weiteren Schritten hin zu einer bedarfsgerechten Ausstattung der Grundschulhorte kommen wird.“ 

    Für das kommende Schuljahr ist besonders wichtig: 

    • Bereitstellung von zusätzlichen personellen Ressourcen für Neueinstellungen
    • jede frei werdende Stelle tatsächlich und schnellstmöglich wieder zu besetzen und zusätzliche unbefristete Stellen für die Umsetzung der Inklusion und die Entwicklung von Ganztagsschulen im Thüringer Haushaltsplan einzurichten,
    • gute Arbeitsbedingungen schaffen durch:
      • Entlastung und Entbürokratisierung des Schulalltages,
      • Umsetzung Rahmendienstvereinbarung Gesundheitsmanagement,
      • Einrichtung einer höheren Personalvertretungsreserve, d.h. mindestens in Höhe von 4 Prozent gemessen am Lehrer*innengrundbedarf (dies entspricht etwa 600 Vollzeitstellen),
      • Ermöglichung von attraktiver (Alters-)Teilzeit sowie
      • Qualifizierungs- und Ausbildungsoffensive für nicht ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher sowie für Seiten- und Quereinsteiger*innen.
    • gerechte Eingruppierung aller an Schule Beschäftigten sowie die Schaffung beruflicher Perspektiven durch Beförderung und Höhergruppierung, 
    • Weiterentwicklung der demokratischen Strukturen an Schule, Stärkung der Mitbestimmung der Örtlichen Personalräte und der Lehrerkonferenzen 

    Für den Hort gilt im Besonderen:

    • Die Einstellungen sind bereits zum neuen Schuljahr und nicht erst zum nächsten Haushaltsjahr bedarfsgerecht und tatsächlich nach der Verwaltungsvorschrift des Bildungsministeriums bei einem Betreuungsschlüssel von 1:20 vorzunehmen.
    • Die Beschäftigungsumfänge sind nach dem realen Bedarf anzuheben und sollten den Anforderungen guter Arbeit entsprechen. Ungewollte Teilzeit mit 60-Prozent-Stellen entspricht jedoch prekären Arbeitsbedingungen. Insbesondere an dieser Stelle sollte die Landesregierung ihren eigenen Koalitionsvertrag und den darin formulierten Anspruch der Beseitigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse ernst nehmen.
    • Es muss endlich eine konsequente Entwicklung der Ganztagsschule und die Sicherstellung zusätzlicher Ressourcen zur Rhythmisierung und Gestaltung des gemeinsamen Unterrichts im Ganztag geben.
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    news-11683 Tue, 13 Jun 2017 15:11:39 +0200 Hochschulgruppe gegründet! http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/hochschulgruppe-gegruendet/ An der Universität Erfurt gibt es nun eine GEW-Hochschulgruppe. Marian Stuchell, Julian Degen und Gerrit Lühring sind die drei Gründer. Erste Planungen für das kommende Semester stehen bereits. Inhaltliche Schwerpunkte der GEW-Hochschulgruppe werden die Bildungspolitik, Rechte von Studierenden, umfassende Studiums- und Berufsberatung für Studierende, Chancengerechtigkeit sowie spezielle Informationsangebote für Lehramtsstudierende sein. Auf eines kam es allen Anwesenden gleichermaßen an: Die GEW ist keine reine Lehrer*innengewerkschaft, sie vertritt den gesamten Bildungsbereich und damit also auch die Interessen aller Studierenden. Damit ist sie Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft und also für Studierende aller Fächer aktiv. Die Inhalte werden von nun an auch an der Universität Erfurt präsent sein.

    Du möchtest selbst aktiv werden?

    Die Gruppe steckt noch in den Startlöchern: Gerne kannst Du Deine Ideen mit einbringen und die GEW-Hochschulgruppe mit aufbauen!

    Melde Dich bei Julian Degen

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    Thüringen Artikel Studium Mitbestimmung GEW Wissenschaft Betriebsverband Universität Erfurt
    news-10633 Tue, 13 Jun 2017 14:08:00 +0200 [UPDATE] GEW Thüringen unterstützt Petition „Entfristung der Thüringer DaZ-LehrerInnen“ an den Thüringer Landtag http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/update-gew-thueringen-unterstuetzt-petition-entfristung-der-thueringer-daz-lehrerinnen-an-den-thueri/ Zwischenbericht des Thüringer Landtags vom 13.06.2017: "Der Petitionsausschuss hat zu Beginn seiner 35. Sitzung am 8. Juni 2017 eine Anhörung zu der Petition in nicht öffentlicher Sitzung durchgeführt (§16 Abs. 1 Satz 1 ThürPetG). Im Rahmen der Anhörung hatte die Petentin Gelegenheit, Ihr Anliegen noch einmal gegenüber dem Petitionsausschuss und eines Vertreters des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport vorzutragen. Im Ergebnis der Anhörung hat der Petitionsausschuss beschlossen, zunächst den Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport als zuständigen Fachausschuss um Mitberatung zu ersuchen (§ 15 Abs. 2 Satz 1 ThürPetG). Der Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport wird sich in einer seiner nächsten Sitzungen mit dem Anliegen befassen und dem Petitionsausschuss zu gegebener Zeit das Ergebnis seiner Beratung mitteilen. Im Anschluss daran wird der Petitionsausschuss die Petition erneut inhaltlich beraten." Wortlaut der Nachricht auf www.gew-thueringen.de vom 10.02.2017:

    Die GEW Thüringen erneuert ihre Kritik an den befristeten Einstellungen der dringend und dauerhaft benötigten Lehrer*innen für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und unterstützt die bis 27.02.2017 laufenden Petition „Entfristung der Thüringer DaZ-LehrerInnen“  an den Thüringer Landtag. „Die Thüringer Landesregierung hat es bis heute nicht geschafft, den dauerhaften Bedarf von DaZ-Lehrern an den Schulen ernst zu nehmen. Zweifelhafte haushalterische Festlegungen tragen zum Befristungsunwesen bei. Und das vor dem Hintergrund eines nie dagewesenen Haushaltsüberschusses in Höhe von 500 Millionen Euro. Das ist nicht nur gesamtgesellschaftlich, sondern auch bildungspolitisch planlos und mangelhaft“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. 

    Spätestens seit 2015 hat sich der Bedarf von DaZ-Lehrer*innen an Thüringer Schulen drastisch erhöht. Für eine gelingende Integration von Schüler*innen, deren Muttersprache nicht die deutsche ist, sind diese speziell ausgebildeten Lehrer*innen enorm wichtig. Das Land Thüringen hat auf diesen erhöhten Bedarf jedoch nur mit befristeten Anstellungen reagiert, obwohl auch der Landesregierung klar war, dass das eine Daueraufgabe von Schule sein wird. Aufgrund der Bestimmungen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes ist eine weitere sachgrundlose Beschäftigung nicht möglich, so dass die ersten dieser Kolleg*innen den Schuldienst bereits wieder verlassen mussten – und das trotz Bedarf und trotz eines leergefegten Arbeitsmarktes. Die Entscheidung, diese Daz-Lehrer*innen nur befristet einzustellen, hat diese Landesregierung vor dem Hintergrund des Stellenabbaupfades getroffen. Die Haushaltskonsolidierung ist der Landesregierung wichtiger als gesellschaftspolitisch sinnvolle Investitionen – und das geht zu Lasten der Beschäftigten und der Schüler*innen und damit auch der Eltern.

    Auf dieses Problem hat die GEW Thüringen die rot-rot-grüne Landesregierung immer wieder und eindrücklich hingewiesen und an den eigenen Koalitionsvertrag erinnert. In diesem heißt es u.a.:

    • "Zur Deckung des künftigen Lehrkräftebedarfs soll in Ergänzung zu originär ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern Seiteneinsteigern sowohl im allgemeinbildenden als auch im berufsbildenden Bereich der Eintritt in das Thüringer Bildungswesen bzw. die Nachqualifizierung erleichtert werden. Die Vertragspartner sind sich einig, die rechtlichen Grundlagen hierfür zu schaffen." (Koalitionsvertrag, S. 46)
    • "Die verstärkte Förderung von Schülern nicht-deutscher Herkunftssprache ist ein wesentliches Anliegen der Koalition. Auf diese Weise soll die soziale Integration verbessert und dem Fachkräftemangel frühzeitig begegnet werden. Die Sprachangebote werden deshalb den Ausgangsbedingungen der betreffenden Kinder und Jugendlichen angepasst und weiter ausgebaut. Insbesondere Kindern und Jugendlichen mit Flüchtlingshintergrund werden sofort mit Ankunft in Thüringen Sprachangebote unterbreitet." (Koalitionsvertrag, S. 47)

    Den schönen Worten sind allerdings keine Taten gefolgt. Die Landesregierung hat sich aus haushaltspolitischen Gründen für befristete Einstellungen entschieden. Es gibt weiterhin keinerlei Bemühungen oder Initiativen, ausgebildete DaZ-Lehrer*innen über den befristeten Vertrag hinaus im Schuldienst zu behalten. Einen Plan, wie an jede Thüringer Schule die dringend und dauerhaft benötigten DaZ-Lehrer*innen kommen sollen, hat das Bildungsministerium ebenso nicht.

    Es ist leider viel Zeit untätig vergangen, die aktuellen Zahlen weisen auf die steigende Relevanz des Problems hin. Die meisten Arbeitsverträge der 2015 eingestellten DaZ-Lehrer*innen (rechnerisch sind das 50 Vollzeitstellen) laufen zum 31.07.2017 aus. Adäquat verhält es sich mit den später eingestellten DaZ-Lehrer*innen, auch hier laufen die Verträge längstens zwei Jahre (zum 31.072018 werden das 200 Vollzeitstellen sein, zum 31.07.2019 dann noch einmal 100 Vollzeitstellen), danach müssen die Pädagog*innen den Schuldienst trotz Bedarf und fehlender neuer Bewerber*innen wieder verlassen. Die Schulen haben keine langfristige Planungssicherheit, der DaZ-Unterricht muss von fachfremden Lehrer*innen vertreten werden oder fällt aufgrund der ohnehin personell angespannten Lage (fehlende Lehrer*innen, hohe Zahl an Langzeiterkrankungen) aus.

    Zu lösen ist das Problem leicht: Der Stellenabbaupfad für den Bereich Bildung verlassen und dann unbefristete Stellen für die Daueraufgabe des DaZ-Unterrichts etablieren. Nur so können die Voraussetzungen für die dauerhafte und erfolgreiche Integration geschaffen werden.

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    Thüringen Schule Berufliche Bildung Schulsozialarbeit Gute Arbeit Bildungsfinanzierung Bildungssystem Bildung weiter denken Artikel
    news-11702 Thu, 08 Jun 2017 08:08:00 +0200 Ein Resümee des Gewerkschaftstages der GEW aus Sicht von Hochschule und Forschung http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ein-resuemee-des-gewerkschaftstages-der-gew-aus-sicht-von-hochschule-und-forschung/ Auf dem 28. GEW-Gewerkschaftstag wurden richtungsweisende Anträge für alle Bildungsbereiche beschlossen. Für den Hochschulbereich waren dies unter anderem Beschlüsse zur Hochschulfinanzierung und zu guten Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft aber auch zu speziellere Themen, wie dem Umgang mit Flüchtlingen oder der Ausgestaltung von Teilzeitstudienangeboten. Die GEW fordert eine Umkehr, weg von wettbewerblich gesteuerter Drittmittelfinanzierung, hin zu einer deutlich verbesserten Grundfinanzierung der Hochschulen (Beschluss 1.4). Die Aufhebung des Kooperationsverbotes würde dabei den Einstieg des Bundes in die Grundfinanzierung ermöglichen. Damit wären die Verantwortlichen an den Hochschulen in der Lage, mehr Dauerstellen zu schaffen und damit auch einer weiteren Verschlechterung der Betreuungsrelation entgegenzuwirken. Dringend geboten sind auch Verbesserungen der Infrastruktur, bspw. barrierefreie Lernräume mit zeitgemäßer IT- Ausstattung, der Ausbau von Wohnheimkapazitäten und die Errichtung sozialer Infrastrukturen zur Förderung der Familienfreundlichkeit. Die zunehmende Heterogenität innerhalb der Studierendenschaft macht auch eine Stärkung der Beratungs- und Unterstützungsangebote erforderlich. Im Hinblick auf die Studierenden setzt sich die GEW für eine Reform des BAföG ein und fordert generell den Verzicht auf Studiengebühren.1 Die Finanzierung dieser ambitionierten Ziele wäre durch eine grundlegende Steuerreform möglich (Beschluss 1.2 & GEW Steuerkonzept).

    In Beschluss 2.1 werden Etappensiege aufgezeigt, die bei der Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) erreicht wurden, aber auch die damit verbundenen Herausforderungen benannt. Zur Durchsetzung von Rechtspositionen, zur Einflussnahme in Selbstverwaltungsgremien und somit letztlich zur Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen sollen GEW-Hochschulgruppen gestärkt und Kolleginnen und Kollegen zur Mitarbeit in Personalräten motiviert und qualifiziert werden.

    Vorschläge der GEW zu einer neuen Personal- und Karrierestruktur finden sich in Beschluss 2.2. Exemplarisch können hier nur einige Punkte angeführt werden, die bspw. bei der Novellierung des Thüringer Hochschulgesetzes (ThürHG) berücksichtigt werden oder auf Hochschulebene in Kodizes zu guten Arbeitsbedingungen Einzug finden könnten. So fordert die GEW, dass mindestens 75 % der Arbeitszeit bei Promovierenden für die eigene Qualifikationsarbeit zur Verfügung stehen soll. Die Eingruppierung erfolgt dabei in Entgeltgruppe E 13 mit einer Befristungszulage, um das Risiko der Erwerbslosigkeit nach Vertragsende abzumildern. Bei promoviertem wissenschaftlichen Personal fordert die GEW eine Eingruppierung mindestens in Entgeltgruppe E 14. Da die neue Personal- und Karrierestruktur nicht mehr allein auf die Professur ausgerichtet ist, sondern auch Dauerstellen neben der Professur vorsieht, muss sie mit der Einführung einer Department-Struktur einhergehen, d. h. grundsätzlich keine feste Zuordnung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu Lehrstühlen.

    Im Fokus von Beschluss 2.3 stand die angemessene Vergütung von Lehrbeauftragten. Rechnet man bei der Vergütung von Lehraufträgen entsprechende Vor- und Nachbereitungszeiten mit ein, resultieren daraus Stundenlöhne unterhalb des Mindestlohnes. Zusammen mit den häufig kurzen Befristungsdauern leiden Betroffene unter Existenzängsten. Die GEW fordert eine Lehrauftragsvergütung, die sich an den Arbeitgeberkosten einer vergleichbaren Stelle auf E 13-Niveau orientiert. Landeshochschulgesetze sollen dahingehend geändert werden, dass Lehrbeauftragte zu Mitgliedern der Hochschule werden und ihre Anliegen damit auch in der Selbstverwaltung der Hochschule Gehör finden. Zudem fordern wir eine semesterweise Berichtspflicht zum Einsatz von Lehrbeauftragten.

    In Beschluss 2.4 wird die Situation der studentischen Beschäftigten aufgegriffen. Die wesentlichen Forderungen sind hier knapp umrissen. Im Vordergrund stehen dabei tarifvertragliche Regelungen der Beschäftigungsbedingungen sowie die Anpassung der Landespersonalvertretungsgesetze derart, dass eine Personalvertretung für diese Beschäftigtengruppe gewährleistet wird.

    „Refugees Welcome in Forschung und Lehre“ ist der Titel von Beschluss 3.11. Die GEW fordert Hochschulen und Ministerien auf, geflüchtete Menschen zu unterstützen. Die Art der Unterstützung kann dabei vielseitig sein, bspw. Beratung zu Studiengängen, Möglichkeiten zum Spracherwerb, persönliche Begleitung (Buddy-/Mentorprogramme), gemischte Lerngruppen oder die Organisation von Kinderbetreuungsprogrammen.

    Aktuell unzureichende Regelungen finden sich im Bereich von Teilzeitstudienangeboten. Die GEW fordert daher gesetzliche Regelungen, die prinzipiell allen ein Teilzeitstudium für ihren gewählten Studiengang ermöglicht (Beschluss 3.39). Die Verlängerung von Regelstudienzeiten, Prüfungsfristen sowie Regelungen zur Förderung und Unterstützung müssen dabei Berücksichtigung finden.

    Für weitere Beschlüsse sei auf die Internetseiten, die anlässlich des Gewerkschaftstages erstellt wurden, verwiesen ->  https://www.gew.de/28-gewerkschaftstag/ und für Nachfragen und Anregungen steht Ihnen das Team des GEW Referates Hochschule und Forschung zur Verfügung.

     

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    1 - Dringlichkeitsantrag DS 274: Baden-Württemberg hat am 3. Mai 2017 Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU-Ländern eingeführt – Die GEW lehnt Studiengebühren jeder Form konsequent ab!

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    Thüringen Artikel Wissenschaft Studium GEW
    news-11575 Thu, 01 Jun 2017 15:00:00 +0200 Thüringer Schulen vor dem Kollaps: 21 Thesen für eine bessere Thüringer Schule http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/thueringer-schulen-vor-dem-kollaps-21-thesen-fuer-eine-bessere-thueringer-schule/ Anlässlich des heutigen Aktionstages gegen Unterrichtsausfall und Lehrermangel vor dem Thüringer Landtag haben die Landeselternvertretung (LEV), die Landesschülervertretung (LSV), der thüringer lehrerverband (tlv) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen 21 Thesen für eine bessere Thüringer Schule mit einem symbolischen Thesenanschlag öffentlich gemacht. Circa 500 Schülerinnen und Schüler, Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen protestierten mit dieser Aktion gegen den zunehmenden Unterrichtsausfall und Lehrermangel. Sie waren dabei, als der kommissarische Leiter des Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS), Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff und die Staatssekretärin im TMBJS, Gabi Ohler, von den Schülerinnen und Schülern Kreativarbeiten zum Thema Unterrichtsausfall sowie Unterschriften für eine bessere Finanzierung des Bildungsbereiches von Thüringer Pädagoginnen und Pädagogen entgegennahmen.

    An der zuvor verlesenen Regierungserklärung zur Bildungspolitik können LEV, LSV, GEW Thüringen und tlv zumindest ablesen, dass das TMBJS eine Reihe vieler kleiner wie großer Missstände endlich auch öffentlich anerkennt und die schrittweise Behebung gelobt. Dennoch muss festgestellt werden, dass diese Regierung bereits einen Doppelhaushalt (2016/17) hat verstreichen lassen. Substantielle Verbesserungen durch eine entsprechend Ausfinanzierung im Landeshaushalt wären bereits zwei Jahre zuvor möglich gewesen. Nun ist die Situation hinsichtlich Unterrichtsausfall und Lehrermangel noch verschärfter, aber besser eine späte Einsicht (und nachfolgende Handlungen) als keine. 

    Hier nun die gemeinsame Erklärung von LEV, LSV, GEW Thüringen und tlv im Wortlaut: 

    Am 31.10.1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen, um gegen die Ungerechtigkeiten beim Ablasshandel der Katholischen Kirche zu protestieren. Er wollte die Kirche reformieren, um sie für alle Menschen gleichermaßen verständlich zu machen. 500 Jahre später möchten wir nun unsere Thesen veröffentlichen, um gegen die Mängel im Thüringer Bildungssystem zu protestieren. 

    Gewerkschaften und Verbände sind bereit, das Schulsystem so mitzugestalten, um allen Kindern gleichermaßen eine qualitativ hochwertige Schulbildung zu ermöglichen. Unsere Kinder sind unsere Zukunft und wir sollten alles erdenklich Mögliche tun, um diese Zukunft bestmöglich abzusichern. 

    Deshalb fordern wir: 

    1. Die Weiterentwicklung der Thüringer Schulstrukturen ist gemeinsam mit allen Beteiligten ernsthaft und ergebnisoffen zu diskutieren.
    2. Thüringen braucht keinen Stellenabbau, sondern attraktive Einstellungs- und Beschäftigungsbedingungen, um damit den Personalmangel und den damit verbundenen Stundenausfall zu reduzieren. Dazu zählen die Umsetzung der bereits beschlossenen Wiederaufnahme der Verbeamtung als auch die Novellierung des Thüringer Beamtengesetzes mit dem Ziel des Eingangsamtes A 13 für alle Regelschullehrerinnen und -lehrer. Tarifbeschäftigte Regelschullehrerinnen und –lehrer sind entsprechend in die Entgeltgruppe E 13 einzugruppieren. Im Interesse der Absicherung des Unterrichts ist das Ministerium gefordert, u. a. die Abordnungspraxis an das Ministerium, an die Staatlichen Schulämter oder an das ThIILM grundlegend zu überdenken. Des Weiteren sollte Beschäftigten vertraglich die Möglichkeit eingeräumt werden, die geleistete Mehrarbeit zeitnah finanziell abgegolten zu bekommen.
    3. Thüringer Schulen müssen sofort in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben erfüllen zu können. Hierzu ist als Sofortprogramm die Einstellung von 2.500 zusätzlichen Lehrern und Lehrerinnen vorzunehmen.
    4. Die Schaffung einer Vertretungsreserve als eine Ausfallreserve durch „Überplanung“ des Bedarfs an den Schulen in Höhe von mindestens 6 Prozent.
    5. Die Studienberatung an den Hochschulen ist dahingehend zu stärken, dass sie Lehramtsstudierende in Mangelfächer lenkt bzw. ihnen während des Studiums die Aufnahme des Studiums in einem dritten Fach bedarfsorientiert nahelegt.
    6. Die Personalgewinnung hat aktiv und vorausschauend nach Bedarf und nicht nach Kassenlage zu erfolgen und die bundesweite Arbeitsmarktlage zu berücksichtigen. Sie hat verbindliche Lehrer-Schüler-Relationen gemäß pädagogischen festzulegenden Richtgrößen zugrunde zu legen. Den Lehrkräften ist ausreichend Zeit für die Bewältigung der unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Anforderungen einzuräumen.
    7. Das Einstellungsverfahren in den Thüringer Schuldienst muss deutlich früher beginnen. Bewerbungen mit Zwischenzeugnissen sind zu ermöglichen.
    8. Über Bewerbungen ist innerhalb von 8 Wochen zu entscheiden. Die Bewerber und Schulleitungen sind unverzüglich über das Ergebnis zu informieren.
    9. Das Prinzip der schulscharfen Ausschreibung ist flächendeckend umzusetzen.  In das Einstellungsverfahren sind Bewerber und Zielschulen von Anfang einzubinden.
    10. Lehramtsstudierenden, die eine Fächerkombinationen mit einem Mangelfach für ihre Schularten studieren, ist nach erfolgreichen zweiten Staatsexamen eine Einstellungsgarantie zu gegeben.
    11. Quer- und Seiteneinsteigern ist möglichst vor Einstellung ein Qualifizierungsangebot zu unterbreiten. Sollte dies nicht möglich sein, müssen Quer- und Seiteneinsteiger berufsbegleitend auf Kosten des Arbeitgebers qualifiziert werden.
    12. Im Rahmen der Umsetzung der Inklusion durch gemeinsamen Unterricht sind ausreichende Sonderpädagogen und sonderpädagogische Fachkräfte den allgemeinbildenden Schulen zur Verfügung zu stellen. Hierzu bedarf es jetzt der Einstellung von 600 zusätzlichen Sonderpädagogen und –pädagoginnen. Jede Schule erhält eine allgemeine und eine bedarfsorientierte Zuweisung. Es ist im gemeinsamen Unterricht die gleiche sonderpädagogische Betreuung wie an Förderschulen zu gewährleisten. Klassenbildung und Lehrerzuweisungen erfolgen unter Beachtung des individuellen Förderanspruchs aller Schüler und Schülerinnen im gemeinsamen Unterricht.
    13. Eine behindertengerechte Ausstattung der Schulen ist in Zusammenarbeit zwischen Landesregierung und Schulträger zu erreichen. Die Schülerzahl pro Klasse ist abhängig von der Anzahl der im Rahmen der Inklusion zu betreuenden Schülerinnen und Schüler. Eine konsequente Doppelbesetzung mit zwei Pädagogen und die Schaffung multiprofessioneller Betreuungsteams ist zwingend erforderlich.
    14. Betroffenen Eltern und Schülern ist die Möglichkeit einzuräumen, zwischen Förderschule und gemeinsamen Unterricht zu wählen. Hierzu sind ausreichende Plätze in den Förderschulen vorzuhalten.
    15. Die Richtlinien für Schulbau und Raumprogramme sind den Erfordernissen an zeitgemäße Bildungsanforderungen und den gemeinsamen Unterricht zügig anzupassen und mit einem hohen Grad an Verbindlichkeit zu versehen.
    16. Schulträger sind in die Lage zu versetzen und zu verpflichten, die Beschulungskapazitäten in ihrem Verantwortungsbereich im erforderlichen Umfang bereitzustellen, zu unterhalten und gemäß den Erfordernissen an moderne Bildung auszustatten.
    17. Hinsichtlich des weiteren Ausbaus der Ganztagsschule sind Qualitätskriterien für die Schulverpflegung verbindlich zu gestalten und die Kostenbeteiligung der Eltern zu begrenzen. Beispielhaft sei das Berliner Modell genannt.
    18. Schulsozialarbeit ist personell abzusichern und als Landesaufgabe im Schulgesetz zu verankern.
    19. Es ist ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen zu schaffen.
    20. Für die Sicherung der Hortbetreuung und die Weiterentwicklung der Ganztagsangebote sind mindestens 1.000 weitere Erzieherinnen und Erzieher einzustellen. Die Begrenzung des Beschäftigungsumfangs auf 50%-Stellen ist aufzuheben.
    21. Die Entfristung der Verträge für die DaZ-Lehrerinnen und Lehrer gilt es im Interesse einer schnellstmöglichen Eingliederung der Flüchtlingskinder fortzusetzen.  

    Die Reihenfolge der Thesen bestimmt nicht ihre Wertigkeit!

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    Thüringen Artikel Schule Berufliche Bildung Schulsozialarbeit LehrerInnenbildung Bildung weiter denken Bildungsfinanzierung Bildungssystem Bildungsqualität Gute Arbeit
    news-11602 Thu, 01 Jun 2017 13:49:00 +0200 Der 28. Gewerkschaftstag der GEW aus sozialpädagogischer Sicht http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/der-28-gewerkschaftstag-der-gew-aus-sozialpaedagogischer-sicht/ Der Gewerkschaftstag der GEW waren 5 intensive und richtungsweisende Bildungstage. Der Hauptvorstand wurde neu gewählt und der Sozialpädagogische Bereich wurde mit Björn Köhler neu besetzt.

    Unser langjähriger Leiter des Organisationsbereichs Jugendhilfe und Sozialarbeit Norbert Hocke verabschiedete sich in den Ruhestand, wie auch sein Referent Bernhard Eibeck bereits in den Ruhestand eingetreten ist. Somit haben wir einen Generationenwechsel auf Bundesebene im Sozialpädagogischen Bereich. Neben Björn Köhler als Leiter wird Birte Rademacher als Referentin im Sozialpädagogischen Bereich auf Bundesebene tätig sein und wir werden in unserer gewerkschaftlichen Arbeit auf neue Namen stoßen.

    Die Bundesfacharbeitsgruppe Sozialpädagogische Berufe setze sich im Vorfeld des Gewerkschaftstages intensiv mit den Arbeitsstrukturen im sozialpädagogischen Arbeitsfeld auseinander, Schwerpunkte der Gewerkschaftstagsanträge wurden zugearbeitet und intensiv bearbeitet.

    Nach der letzten Tarifrunde und dessen Ergebnis zur Aufwertung des Berufsfeldes im frühkindlichen Bereich wurde der Antrag „Die TVÖD-Entgeltordnung für den Sozial- und Erziehungsdienst 2020 weiterentwickeln“ auf dem Gewerkschaftstag von den Delegierten begrüßt und mehrheitlich dafür ausgesprochen, bereits 2018 mit den Vorbereitungen zu beginnen. Auch in der Aussprache mit dem auf dem Gewerkschaftstag gewähltem Tarifverantwortlichen Daniel Merbitz wurde dieser Antrag  als dringlichste Aufgabe für die anstehende Tarifrunde 2020 gesehen.

    Das Thema des Fachkräftemangels wurde mit dem Antrag „Den Fachkräftemangel beheben und die fachlichen Standards der Erzieher*innenausbildung beibehalten“ vom Gewerkschaftstag von allen Berufsprofessionen als ein vordringlicher Antrag verabschiedet. Zur Behebung des Fachkräftemangels wird auf eine berufsbegleitende Ausbildung  verwiesen. Die GEW fordert die dazu notwendigen Mindeststandards einzuhalten und diese nicht abzusenken.

    „Wir werden es einfordern, dass die Erzieher*innenausbildung mit 2400 fachtheoretischen Unterrichtsstunden erhalten bleibt und der fachpraktische Teil in unterschiedlichen Einrichtungen der Kinder-und Jugendhilfe abgeleistet werden kann“, so Björn Köhler. Die Anleitung und Begleitung der Absolvent*innen findet bisher keine tarifvertragliche Entlohnung, die Mentor*innen machen dies zum Nulltarif. In Vorbereitung der nächsten Tarifverhandlungen wird dieser Punkt aufgenommen und eine Vergütungsgruppe höher bzw. mindestens eine Zulage für diese anspruchsvolle Tätigkeit gefordert. Kolleg*innen, die sich in einer berufsbegleitenden Qualifizierung zum Erzieher oder zur Erzieherin befinden, dürfen nicht auf den Personalschlüssel angerechnet werden. Auch hier stellt der Antrag die Weichen,  kommunale und freie Träger dazu aufzufordern, diese Stellen erst im letzten Jahr der berufsbegleitenden Ausbildung  in die Personalplanung einzurechnen.

    Ein weiterer Antrag, mit dem sich auch unsere Thüringer Kolleg*innen in einer kleinen Arbeitsgruppe auseinandersetzten, ist die Profession der Kindheitspädagogen*innen anzuerkennen und weiterzuentwickeln. Seit 2010 haben wir auch im Freistaat Thüringen die Anerkennung der Kindheitspädagog*innen seitens des Ministeriums aber es war leider nicht gelungen, die neue Berufsbezeichnung in die Merkmale der Entgeltordnung des Öffentlichen Diensts in der letzen Verhandlungsrunde mit einzubringen. Die Kolleg*innen in der Praxis werden, obwohl ein Hochschulstudium absolviert wurde, weiterhin gleich mit einem/einer Erzieher*in eingruppiert.

    Die GEW hat sich klar dazu bekannt, die Profession im frühkindlichen Bereich anzuerkennen und mit dem Bologniaprozess die Weichen für eine Akademisierung zu stellen. Warum wird gerade wieder in einem von Frauen dominierten Berufsfeld dieser Prozess so blockiert? Vor 10 Jahren haben die ersten Hochschulen diese Studiengänge angeboten, der/die Kindheitspädagog*in ist auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Alle Delegierten des Gewerkschaftstages sprachen sich für den Antrag „Kindheitspädagog*innen als Profession anerkennen und weiterentwickeln“ aus. Dieser beinhaltet, zeitgleich eine Umsetzungskonzeption zu erstellen, die grundständigen Studiengänge weiter auszubauen, einen fachpraktischen Teil in das Studium einzufügen, mittelfristig den akademischen Anteil der Beschäftigten auf 30% in den Einrichtungen zu erhöhen und die dazu notwendigen Stellen vor Ort einzufordern.

    In Vorbereitung der neuen Tarifrunde wurde dringlichst darauf verwiesen, den/die Kindheitspädagog*in in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes als neue Berufsbezeichnung aufzunehmen und die entsprechenden Tätigkeitsmerkmale in die Entgeltordnung einzuarbeiten. Eine Profession zu entwickeln bedeutet, sich für die Quotierung des akademischen Anteils der Beschäftigten auszusprechen und diese Gruppe, wie in den anderen Branchen üblich, auch endsprechend zu vergüten.  

    Unsere Ziele sind klar formuliert, die Anträge setzen wichtige Akzente, nun muss in allen Gremien, auf allen Ebenen dies immer wieder eingefordert werden, auch in den nächsten Tarifverhandlungen – machen wir uns stark, d.h. ganz im Sinne unserer Gewerkschaftsinitiative „Bildung. Weiter denken!“.

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    Thüringen Artikel Kita Schulsozialarbeit Bildungsbereiche Bildung weiter denken Thema TH sonstige Kategorien (nicht direkt verwenden) Kita in freier Trägerschaft Erzieher*innenbildung Betriebsräte
    news-11551 Tue, 30 May 2017 15:11:44 +0200 Sommerzeit = Ferienspiele-Zeit http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/sommerzeit-ferienspiele-zeit/ Um möglichen Irritationen vorzubeugen, erfragte die GEW Thüringen aktuell beim Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport die Verfahrensweise zur Übernahme von Reisekosten und sonstigen Unkosten für Erzieher*innen und Sonderpädagogische Fachkräfte (SPFs) in der Ferienzeit. Die Beschäftigten sollen wie folgt verfahren:

    1. Es ist ein Dienstreiseantrag beim zuständigen Schulamt zu stellen.
    2. Bei einem bewilligtem Dienstreiseantrag werden im Anschluss an die Aktivität die entstandenen Unkosten über den Reisekostenantrag beim zuständigen Schulamt abgerechnet. 

    Die jeweiligen Formulare gibt es auf den Internetseiten der einzelnen Schulämter.

    Bei Unklarheiten oder Problemen bei der Abrechnung wenden sich GEW-Mitglieder bitte an ihren Kreisverband oder die Landesgeschäftsstelle der GEW Thüringen.

    Die GEW Thüringen wünscht allen Beschäftigten eine aktivitätenreiche und somit abwechslungsreiche Ferienspiel-Zeit! 

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    Thüringen Artikel Schule Gute Arbeit Gemeinschaftsschule Grundschule
    news-11469 Mon, 22 May 2017 16:47:52 +0200 Mehr Personal und bessere Bedingungen? Mehr Geld für Bildung! http://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/mehr-personal-und-bessere-bedingungen-mehr-geld-fuer-bildung/ Zusammen mit der GEW-Landesvorsitzenden in Thüringen, Kathrin Vitzthum, besuchte GEW-Chefin Tepe am 16. Mai eine Regelschule mit hohem Migrationsanteil in Erfurt. Dort wurde deutlich, dass nicht nur zusätzliches Personal fehlt. Als der ICE 1634 in den Hauptbahnhof Erfurt einfährt, steht die Sonne schon hoch über der Stadt. Die Vorsitzende der GEW, Marlis Tepe, packt die Unterlagen zusammen, schnappt ihre schwarze Tasche und tritt hinaus auf den Bahnhofsplatz. Die Cafés haben ihre Stühle herausgestellt. Geschirr klappert, das Lachen der Gäste schallt über den Platz. Doch Tepe weiß: Die Erfurter Idylle trügt. Zumindest in Sachen Bildung gibt es einiges zu tun im Bundesland Thüringen. Es fehlen Lehrerinnen und Lehrer, es hakt an der Besoldung, viele Schulbauten sind sanierungsbedürftig.

    Tepe zieht ihre Jacke enger und nimmt Kurs auf das Auto der GEW Thüringen. Heute will sie sich gemeinsam mit der GEW-Landesvorsitzenden Kathrin Vitzthum vor Ort selbst ein Bild machen. Thüringen ist die vierte Station auf ihrer Erkundungstour durch die Republik: "GEW in Bildung unterwegs".

    11.15 Uhr, Thomas-Mann Schule im Erfurter Osten.

    Eine Regelschule mit 306 Schülerinnen und Schülern. Lindgrüne Mauern, hellblauer Boden, gelbe Fensterrahmen. Tepe schüttelt den Kopf. Der bunte Farbmix kann den Sanierungsbedarf nicht verdecken. Es fehlen Aufzüge, die Treppenaufgänge sind eng und dunkel. Eine Zumutung für Rollstuhlfahrer, eine Zumutung für alle Schülerinnen und Schüler, die sich Tag für Tag hier durchzwängen müssen. 34 Milliarden schätzt die KfW den Investitionsstau für die Schulgebäude der Republik, Tepe fordert: "Die Politik muss endlich mehr Geld für die Bildung in die Hand nehmen". Das gelinge nur, wenn Bund und Länder gemeinsam Bildung finanzieren und fördern. "Das Kooperationsverbot muss fallen", sagt Tepe.

    Im Büro von Schulleiterin Carolin Raufeisen dampft der Kaffee, Käsespießchen und Erdbeeren sind serviert. "Wo hakt es noch bei Ihnen an der Schule?", will Marlis Tepe wissen. Und Raufeisen erzählt. 80 Prozent ihrer Schülerinnen und Schüler sind lernmittelbefreit, 50 Prozent nichtdeutscher Herkunft. Ihre Muttersprachen – meist Arabisch, Darsi, Türkisch – beherrscht fast niemand im Kollegium, für die Eltern müssen die Kinder selbst übersetzen. Gute Bildungschancen haben hier nur wenige, Perspektivlosigkeit prägt ihren Blick auf das Leben. Und wie soll eine angemessene Förderung gelingen, bei einem so drastischen Mangel an Lehrerinnen und Lehrern, der schon die Organisation von Krankheitsvertretungen und Fortbildungen zur Herkulesaufgabe macht? 

     

    "Die Überlastung des Kollegiums ist ungeheuer. Wir machen, was wir schaffen, den Rest eben nicht." (Carolin Raufeisen) 

     

    Würden alle 35 Kolleginnen und Kollegen ihre fünf Fortbildungstage im Jahr wahrnehmen, fielen allein dadurch 175 Unterrichtstage aus. "Notgedrungen beschränken wir uns auf schulinterne Fortbildungen und verkürzen dafür die Stunden", sagt Raufeisen. Und im Alltag bleibt nur: Zähne zusammenbeißen und durchhalten. Denn obwohl in 13 von 15 Klassen Schüler mit Lernförderbedarf sitzen, obwohl permanent neue Geflüchtete in den sogenannten "Vorschaltklassen" aufgenommen werden müssen, fehlt es an Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie Expertinnen und Experten für Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Wie sollen drei DaZ-Lehrkräfte und 1,5 Sozialarbeiter-Stellen dem gewaltigen Bedarf gerecht werden? Raufeisen: "Die Überlastung des Kollegiums ist ungeheuer. Wir machen, was wir schaffen, den Rest eben nicht."

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