Sie sind hier:

A 13 / E 13 für Regelschullehrer*innen: Die erste Etappe ist geschafft!

14.07.2017

„Wir begrüßen das Ringen innerhalb der Landesregierung um eine Lösung bei der Eingruppierung der Regelschullehrerinnen und -lehrer. Die jetzt vereinbarte Zahlung einer ruhegehaltsfähigen Zulage ist ein wichtiger erster Schritt, der ohne die Kompromissfähigkeit beider Seite nicht möglich gewesen wäre. Damit sind wir unserem Ziel der Angleichung einen großen Schritt näher gekommen. Sicher, eine Schippe mehr wäre besser gewesen. Die Anerkennung der Leistung von Regelschullehrerinnen und -lehrern sowie die gleiche Bezahlung gleicher Arbeit bleibt uns daher ein großes Anliegen. Unser Ziel bleibt die volle A 13 bzw. E 13 für die betroffenen Lehrkräfte“, so Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen.

Dazu das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport am 14.07.2017 im Wortlaut: 

  • Mehr Geld für Regelschullehrer / Thüringen bringt Anhebung der Besoldung auf A13 bzw. E13 auf den Weg

Lehrkräfte an den Thüringer Regelschulen sollen ab dem 1. Januar 2018 eine ruhegehaltsfähige Zulage in Höhe von 50 Prozent der Differenz von A12 nach A13* erhalten. Die Thüringer Landesregierung geht damit einen ersten Schritt hin zur Verbesserung der Bezahlung von Regelschullehrerinnen und -lehrern in Thüringen.  

Darauf haben sich der amtierende Bildungsminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, die Thüringer Finanzministerin Heike Taubert, die Landesvorsitzende der GEW Thüringen, Kathrin Vitzthum, und der Landesvorsitzende des Thüringer Beamtenbundes, Helmut Liebermann, in einem gemeinsamen Spitzengespräch geeinigt. Für diesen Schritt stellt die Landesregierung jährlich 8,5 Millionen Euro zur Verfügung. 

Dazu erklärt der amtierende Bildungsminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff: „Mit dieser Verständigung ist uns ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Thüringer Bildungslandschaft gelungen. Nach der Entfristung der DaZ-Lehrkräfte und bislang befristet eingestellter Lehrkräfte, der Anhebung des Stellenumfangs bei den Horterzieherinnen und -erziehern sowie der Verbeamtung der Thüringer Lehrerinnen und Lehrer senden wir nun ein deutliches Signal der Wertschätzung an unsere Regelschullehrerinnen und -lehrer für ihre hervorragende Arbeit. Landesregierung und Gewerkschaften sind sich einig, ein wesentliches Etappenziel erreicht zu haben. Der designierte Bildungsminister Helmut Holter unterbreitete als Mitglied der Kommission ‚Zukunft Schule‘ bereits eine entsprechende Empfehlung und war an die geführten Gespräche intensiv angebunden. Er wird die weiteren Verhandlungen gemeinsam mit der Finanzministerin führen. Am Ende soll auch der zweite Schritt hin zur vollständigen Anpassung der Besoldung auf die Gehaltsstufe A13 bzw. E13 gegangen werden. Wie dieser Schritt ausgestaltet wird, ist nun mit den Gewerkschaften zu vereinbaren.“ 

Die Thüringer Finanzministerin Heike Taubert ergänzt: „Damit konnten wir in diesem Jahr drei wichtige Schritte gehen, um auch in Zukunft den Bedarf an qualifiziertem Personal im Schulbereich sichern zu können. Erstens wurde die Erfahrungsstufe sechs für erfahrene angestellte Lehrerinnen und Lehrer eingeführt. Zweitens verbeamtet der Freistaat Thüringen wieder seine Lehrerschaft. Drittens konnte mit der Anhebung der Besoldung für Lehrkräfte an Regelschulen eine Lösung gemäß der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts gefunden werden. Dieses hatte eine amtsangemessene Alimentierung nach dem Leistungsgrundsatz gefordert.“

Die Landesvorsitzende der GEW Thüringen, Kathrin Vitzthum, erklärt: „Wir begrüßen das Ringen innerhalb der Landesregierung um eine Lösung bei der Eingruppierung der Regelschullehrerinnen und -lehrer. Die jetzt vereinbarte Zahlung einer ruhegehaltsfähigen Zulage ist ein wichtiger erster Schritt, der ohne die Kompromissfähigkeit beider Seite nicht möglich gewesen wäre. Damit sind wir unserem Ziel der Angleichung einen großen Schritt näher gekommen. Sicher, eine Schippe mehr wäre besser gewesen. Die Anerkennung der Leistung von Regelschullehrerinnen und -lehrern sowie die gleiche Bezahlung gleicher Arbeit bleibt uns daher ein großes Anliegen. Unser Ziel bleibt die volle A 13 bzw. E 13 für die betroffenen Lehrkräfte.“ 

Helmut Liebermann, Vorsitzender des Thüringer Beamtenbundes schließt: „Nach dem Beschluss zur Lehrerverbeamtung haben der amtierende Bildungsminister und die Finanzministerin für die Landesregierung nach intensiven Debatten mit den Lehrervertretungen einen weiteren Schritt in die richtige Richtung getan, um den Thüringer Schuldienst im Vergleich zu anderen Bundesländern konkurrenzfähig zu machen. Die Lehrerverbände im Thüringer Beamtenbund werden hartnäckig bleiben, um das Ziel der Eingruppierung aller Regelschullehrerinnen und -lehrer in die Besoldungsgruppe A13 / Entgeltgruppe E13 so kurzfristig wie möglich zu erreichen.“ 

*für tarifvertraglich beschäftigte Lehrkräfte von der vergleichbaren Entgeltgruppe E11 zur vergleichbaren Entgeltgruppe E13

Zurück
Kommentare
Name: Wichmann
Anhebung auch für a12 auf Probe
Das gilt dann aber hoffentlich für die neu verbeamteten auf Probe auch, oder?! Antwort: Selbstverständlich gilt dies auch für Beamte auf Probe.
14.07.2017 - 17:35
Name: R. Krause
Angleichung der Regelschullehrer
Was geschieht mit den Diplomsportlehrern und anderen Lehrkräften an den Regelschulen ohne 2. Staatsexamen? Antwort: Leider können die Diplomsportlehrer und andere Lehrkräfte ohne 2. Staatsexamen von dieser Regelungen nicht profitieren. Die GEW hat zuvor alle Möglichkeiten ausgelotet, der Gesetzgeber anerkennt diese Abschlüsse aber nicht als erfüllend. Wir werden aber weiterhin auf diese Problematik aufmerksam machen, weil wir sie für ungerecht halten.
14.07.2017 - 21:56
Name: R. Gretscher
Kommunale Lehrer, Verbeamtung, E11
Hallo und herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg. Meine Fragen nun: 1. Gilt das auch für Kommunal beschäftigte z. B. Lehrer in Jena an Versuchsschulen (Kaleidoskop/ Kulturanum?) 2. Warum kann man diese Kollegen nicht auch verbeamten? Sie sind doch auch im öffentlichen Dienst tätig und das Geld kommt doch schlussendlich vom Land? 3. Im Radio (MDR Info, Sa, 29.7.2017) war ausschließlich die Rede für die Lehrer, die bereits eine A12 beziehen. Die Regelschullehrer bekommen aber i.d.R. als Angestellte E11, wie Sie das ja auch unter "*" beschrieben haben. Ist es sicher, dass E11'er ebenfalls in den Genuss dieser Wertschätzung kommen? Geht es dann um 50% von E12 zu E13, oder von E11 zu E13? Zu 1.: Dies gilt in jedem Fall für die Lehrer*innen, die einen Arbeitsvertrag mit dem Freistaat Thüringen haben. Beschäftigte der Stadt Jena unterliegen den Regelungen eines anderen Tarifvertrages. Zu 2.: Jeder angestellte Lehrer des Freistaates Thüringen konnte/kann eine Antrag auf Verbeamtung stellen. Zu 3.: Verbeamtete Regelschullehrer sind im Allgemeinen in die Besoldungsgruppe A 12 eingruppiert. Angestellte Regelschullehrer sind im Allgemeinen in die Entgeltgruppe E 11 eingruppiert. Die Entgeltgruppe entspricht dabei der Besoldungsgruppe A 12. Lehrer mit dem Lehramt Regelschule werden perspektivisch demnach also als Beamte von A12 nach A13 als Angestellte von E 11 nach E 13 angehoben.
02.08.2017 - 19:35
Name: GEW Thüringen
Antwort für R. Gretscher
Zu 1.: Dies gilt in jedem Fall für die Lehrer*innen, die einen Arbeitsvertrag mit dem Freistaat Thüringen haben. Beschäftigte der Stadt Jena unterliegen den Regelungen eines anderen Tarifvertrages. Zu 2.: Jeder angestellte Lehrer des Freistaates Thüringen konnte/kann eine Antrag auf Verbeamtung stellen. Zu 3.: Verbeamtete Regelschullehrer sind im Allgemeinen in die Besoldungsgruppe A 12 eingruppiert. Angestellte Regelschullehrer sind im Allgemeinen in die Entgeltgruppe E 11 eingruppiert. Die Entgeltgruppe entspricht dabei der Besoldungsgruppe A 12. Lehrer mit dem Lehramt Regelschule werden perspektivisch demnach also als Beamte von A12 nach A13 als Angestellte von E 11 nach E 13 angehoben.
30.08.2017 - 15:11
Name: P. Grund
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Nach 32 Jahren Schuldienst und 39 Jahren Gewerkschaftsmitglied, bin ich enttäuscht über die Diskriminierung von "Einfachlehrern". So werde ich als ehemalige Polytechnikerin genannt. Leider habe ich nie nur ein Fach unterrichtet.
08.09.2017 - 13:06
Name: Katleen Wilke
Verbeamtung
Bei der Verbeamtung von Lehrern mit Qualifizierung als Gymnasiallehrer und Tätigkeit an einer Regelschule gibt es eine Regelungslücke; hier wäre zu A13 zu verbeamten, eine Verbeamtung wird hier jedoch prinzipiell abgelehnt. Gibt es da die Möglichkeit, eine Einzelfallentscheidung anzuregen?
20.09.2017 - 23:01
Name: MF
A12+
Hallo, ist dieses Vorhaben jetzt in einer Verordnung/Gesetz o.ä. eingeflossen oder ist der aktuelle Stand noch die mündliche Zusage. Wenn es eine Verordnung/Gesetz dazu gibt, wo findet man dieses? Grüße MF
02.10.2017 - 11:08
Name: GEW Thüringen
Ablauf
Antwort für MF: Bisher basiert dies auf einer münlich getroffenen Absprache zwischen GEW Thüringen, tbb und den beteiligten Ministerien (TMBJS, TFM). Im Ergebnis muss eine Änderung des Besoldungsgesetzes durch den Thüringer Landtag beschlossen werden. Der Zeitpunkt, wann das erfolgen wird, ist aber noch offen, voraussichtlich Frühjahr/Sommer 2018. Vereinbart wurde auf jeden Fall eine rückwirkende Zahlung ab 1.1.2018.
13.10.2017 - 10:52
Neuer Kommentar