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07.03.2007 Rente mit 67 – NEIN DANKE!

Pressemitteilung des GEW-Hauptvorstandes vom 26.02.2007
GEW: Mit 67 vor der Klasse oder in der Kita?!


Erwerbstätigenversicherung statt Rente mit 67:

DGB, Sozialverband Deutschland (SoVD) und Volkssolidarität haben am 26.1.2007 ein gemeinsames Konzept für eine
Erwerbstätigenversicherung als Alternative zur Rente mit 67 vorgestellt. Das Konzept sieht vor, langfristig alle Berufstätigen in
die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. In einem ersten Schritt sollen geringfügig Beschäftigte, Selbstständige sowie Politiker aufgenommen werden.


Rente mit 67? Nein danke!


Die Bundesregierung will die Rente ab 67 einführen und das Altersteilzeitgesetz nicht verlängern. Notwendig sei dies wegen der Altersentwicklung der Bevölkerung und um die Rentenkasse zu sanieren.
Dies sind Scheinargumente, sagen nicht nur die Thüringer Gewerkschaften.
Damit wird die Rente nicht sicherer. In Wirklichkeit bedeutet Rente ab 67:
* Arbeiten bis zum Umfallen.
* Noch mehr Rentenkürzung und Altersarmut.
* Noch weniger Arbeitsplätze für Jüngere und mehr Arbeitslosigkeit

Diskutieren Sie mit Kolleginnen und Kollegen, mit Freunden, Bekannten und Nachbarn. Geben Sie diese Information weiter. Die Mehrheit der Menschen im Land lehnt diese Rentenreform ab.

Fordern Sie ihre Bundestagsabgeordneten vor Ort auf, gegen die Rente mit 67 zu stimmen, denn ein gesicherter Lebensabend ist ein Bürgerrecht.

Länger arbeiten für weniger Rente?
Alle wissen: Unsere Rente ist nicht mehr sicher. Schon bei Kohl wurde gestrichen. Rot-Grün hat dies fortgesetzt. Schwarz-Rot setzt dem mit der Rente mit 67 die Krone auf.

Die Folgen
Es ist zu erwarten, dass die Arbeitslosigkeit, je nach Reaktion der Betroffenen um 1,2 bis deutlich mehr als 3 Mio. Menschen zunimmt.
Der Lebensstandard im Alter ist nicht mehr gesichert. Die Renten liegen heute nach 40 durchschnittlichen Versicherungsjahren bei etwa 950 Euro im Monat. Im Jahr 2029 wären dies – nach heutigen Werten – nur noch rund 750 Euro. Wenn nun die Rente mit 67 Jahren kommt, beträgt die Summe bei Renteneintritt mit 65 nur noch knapp 700 Euro. Wer soll davon leben? Besonders betroffen sind Beschäftigte mit geringen Löhnen, mit Zeiten von Arbeitslosigkeit und besonders die Frauen.

Die Demographie
Die Gesellschaft altert. Das stimmt. Aber brauchen wir deshalb die Rente mit 67? Nein! Entscheidend ist, wie viele Beitragszahler auf die Rentenbezieher kommen. Vor allem jedoch, wie hoch ihr Einkommen ist, aus dem die Renten finanziert werden?

Die wahre Ursache des Problems
Das Problem für die Rentenkasse ist nicht, dass es zuwenig junge Menschen gibt. Das Problem ist die Massenarbeitslosigkeit und ein zu geringe Löhne und Gehälter. Wir brauchen mehr anständig bezahlte und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und die Einzahlung aller Erwerbstätigen in eine Erwerbstätigenversicherung.

Was bringt die Rente 67
Die Nachteile der Rente mit 67 liegen auf der Hand: Die Älteren müssten länger arbeiten. Und Jüngere bekommen keinen Job. Rente mit 67 heißt: Wer früher in Rente geht, muss pro Jahr bis zu 14,2 Prozent zusätzliche Abschläge hinnehmen. Hinter vorgehaltener Hand geben Regierungspolitiker zu, dass die Rente 67 eine faktische Kürzung ist. Verlierer wären wir alle: Weiter hohe Arbeitslosigkeit, arbeiten bis zum Umfallen, Rentenkürzung, schlechtere berufliche Perspektiven für die Jugend. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit verdrängt Arbeitsplätze.

Unsere Alternative heißt Generationensolidarität
Wir lehnen die Rente mit 67 ab. Notwendig ist eine Beschäftigungsbrücke zwischen Jung und Alt. Dies erfordert einen flexiblen Renteneintritt bis spätestens 65 Jahre. Gewerkschaftliche Alternativen sind:
• Nach 40 Versicherungsjahren abschlagsfreier Zugang zur Rente auch vor dem 65. Lebensjahr
• Verlängerung oder gleichwertige Nachfolgeregelung für das Altersteilzeitgesetz
• Erleichterung des Zuganges zu Erwerbsminderungsrenten und Streichung der Abschläge bei dieser Rentenart
• Schrittweise Einbeziehung aller Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung. Schaffung einer Erwerbstätigenversicherung.



Wir fordern die Landesregierung auf, sich im Bundesrat gegen diese Reform zu entscheiden.


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