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Thüringer Regelschule - wie weiter? Länger gemeinsam lernen (Mai 2004)

Seitenabschnitte:
Rechtliche Grundlagen für die Arbeit an den Regelschulen
Thema: Regelschule unter veränderten Bedingungen
Thema: Erfahrungen in der Umsetzung der Projektarbeit
Thema: Ausgestaltung des Profilbereiches


Tagungsmaterial zur Fortbildungsveranstaltung am 26. Mai 2004 zum Thema "Thüringer Regelschule - wie weiter? Länger gemeinsam lernen"



In 11 Arbeitsgruppen berichteten Kolleginnen und Kollegen von Projektschulen aus ganz Thüringen über ihren Erfahrungsbereich und den Weg zur eigenen Profilierung. Ein wesentlicher Schwerpunkt in den Diskussionen war die Frage: Was ist unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen machbar und was muss verbessert, um die Qualität der Thüringer Regelschule weiter zu entwickeln?

Siehe hierzu auch:
Bildungspolitische Schriftenreihe der GEW Thüringen 1/2004
„Länger gemeinsam lernen - aber wie?“
Überlegungen und Vorschläge der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen zu einer reformierten Schullandschaft im Freistaat
(Word-Datei, 206 kB)


Rechtliche Grundlagen für die Arbeit an den Regelschulen

Thüringer Schulgesetz

Fassung vom 30. April 2003

Thüringer Schulordnung

Fassung vom 07.April 2004/ die Änderungen veröffentlicht im GVBl Nr. 10/2004 vom 29.April 2004, die aktuelle Lesefassung der Schulordnung z.Zt. nur auf der Homepage des TKM

Arbeitspapiere und Materialien des TKM zur novellierten Schulordnung

veröffentlicht auf der Homepage des TKM

Verwaltungsvorschrift für die Organisation der Schuljahre 2003/04 und 2004/05

Amtsblatt Nr. 2/2003

Richtlinie zu Fördermaßnahmen für Kinder und Jugendliche mit besonderen Lernschwierigkeiten in den allgemeinbildenden Schulen

Amtsblatt Nr. 7/98

Thüringer Verordnung zur sonderpädagogischen Förderung

Fassung vom 06. April 2004, (veröffentlicht im GVBl. Nr. 10/2004 vom 29.04.2004)



Berichte, Informationen und Material zu den Arbeitsgruppen


Thema: Regelschule unter veränderten Bedingungen

AG 1
Differenzierte Aufgabenstellung für gemeinsames Lernen
Referent: Ralf Roth, Thillm


Material zur Implementierung der Thüringer Schulordnung
Orientierung zur Vorbereitung und Durchführung der Projektarbeit (Word-Datei, 234 kB)
Anhang:
Niveauabstufung
Anhang:
Notendefinition
Anhang:
Hinweise und Anregungen zur Aufgabenformulierung


AG 2
Formen der "Inneren Differenzierung" auf dem Weg zur Individualisierung und Umsetzungsvarianten der "Flexibilisierten Stundentafel" an der ImPULS-Schule Schmiedefeld
Referentin: Kerstin Baumgart, Schulleiterin


Homepage der ImPULS-Schule Schmiedefeld

Text zum Thema "Innere Differnzierung"


AG 3
Vorbereitung des neuen Schuljahres an der Regelschule unter Einbeziehung der Mitwirkungsgremien
Referent: Bärbel Lippert, GEW

siehe auch:
Materialien der AG Personalrat zur Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer an Thüringer Regelschulen der GEW Thüringen am 26.5.2004 in Erfurt


Hinsichtlich der Einbeziehung der Mitwirkungsgremien bei der Umsetzung der Schulordnung ergibt sich folgendes, uneinheitliches, Bild:
· manche Schulen haben in Lehrer- u. Schulkonferenzen schon diskutiert,
· andere Schulvertreter waren in der AG, weil sie NICHT wissen, wie Mitwirkung funktioniert,
· Schulleiter wollen sich vergewissern, ob alle Gremien einbezogen wurden.

Von allen Beteiligten (ca. 40) wird konstatiert, dass eine Mehrbelastung auf die RS zukommt, wobei gerade der Aufwand für die Projektarbeit unbekannt ist. Übrigens ebenso wie die Thillm-Broschüren dazu!

Positive Anregungen zum Thema Projektarbeit und Begrenzung der Arbeitsbelastung wurden auch gegeben:
1. jeder Lehrer der RS bietet 2 Themen zur Wahl durch die Schüler an,
2. Schülergruppen wählen eins aus,
3. Schülergruppen wählen einen Zweitwunsch, damit gelenkt werden kann,
4. zwischen RS, Eltern und Schülern wird ein Projektarbeitsvertrag zum endgültigen Thema abgeschlossen,
5. jeder RSL betreut also max. 2 Arbeiten,
6. Außenbetreuer werden auf ihre Rolle vorbereitet, dürfen KEINE Noten geben, aber Einschätzung,

Fazit:
Demokratische Spielregeln haben weder in den Köpfen aller Schulleiter noch in denen der Lehrer festen Fuß gefasst.
Die Stundenzuweisung wächst nicht in dem Maße wie die Arbeitsbelastung steigt.
Notwendig ist eine aktive Auseinandersetzung mit den rechtlichen Grundlagen.
Das A und O im Vorfeld der Entscheidung durch die Schulkonferenz ist Information und Kommunikation( Schulleiter, Lehrer, Schülervertreter und Elternvertreter)

Bärbel Lippert, Andreas Stötzer


AG 5
Gewährleistung einer soliden Grundbildung
Referentin: Hannelore Pfaff, Schulleiterin


Umsetzung und Gewährleistung einer soliden Grundbildung an der Regelschule 25, Entwicklung von Kompetenzen
(pdf-Datei, 62 kB)

Homepage der Regelschule 25 Erfurt


Wie schaffen wir es den Schülern mit einer soliden Grundbildung und Persönlichkeitsentwicklung das Rüstzeug für den weiteren Ausbildungsweg zu vermitteln? Die Beantwortung dieser Frage findet man im Schulkonzept des Kollegiums der RS 25 unter dem Stichwort "Lernen, lernen". Die Schulleiterin erläuterte die Maßnahmen ihres Kollegiums, mit denen die Entwicklung von Kompetenzen erfolgen.
Ein Beispiel: Für die Entwicklung von Methodenkompetenz wird ein Methodenhefter angefertigt, der besonders das Lernen in Gruppen, die Partnerarbeit oder die Arbeit mit Epochenunterricht fördert. Begriffe, wie Binnendifferenzierung, Freiarbeit oder offener Unterricht sind im Unterrichtsalltag keine Fremdwörter.
Eine Zusammenarbeit mit der Grundschule ist unerlässlich, um den Übergang der Kinder von Klasse 4 in 5 zu erleichtern.
Dafür brauchen die Kolleginnen und Kollegen Zeit und Fortbildung, damit alle Aufgaben professionell umgesetzt werden können.

Petra Rechenbach


AG 6
Zwei Fremdsprachen ab Kl.5
Referentin: Silke Krah, RS "Juliot Curie" Hildburghausen


Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten fest, dass für die Einführung der zweiten Fremdsprache die notwendigen Vorraussetzung noch nicht in vollem Umfang gegeben sind.
Das betrifft die Schlussfolgerungen der Auswertung von den Projektschulen, der fehlende Lehrplan bzw. Material oder der Umgang im Team.
Positiv sind die bisherigen Erfahrungen der Sprachlehrer/innen in Bezug auf die Lernfreude und Aufgeschlossenheit der Kinder. Die anderen Unterrichtsformen eignen sich besonders dazu, das Interesse zu wecken und wach zu halten. Ob sich diese vom Schulversuch, welcher einen Umfang von zwei Wochenstunden hatte, auf den künftigen Sprachunterricht in der zweiten Fremdsprache, welche nur eine Stunde umfasst, übertragen lässt, ist offen.

Andrea Hartung


Thema: Erfahrungen in der Umsetzung der Projektarbeit

AG 1
Erfahrungen in der Umsetzung der Projektarbeit" an der RS "Gutenberg" Jena
Referentin: Karin Groß


Projektarbeit (PA) ist eine sehr gute Möglichkeit, Gelerntes unter Beweis zu stellen oder andere Arbeitsmethoden anzuwenden, was den Schülern meist großen Spaß gemacht hat und sie sehr stolz auf ihre Ergebnisse waren. Allerdings ist der Zeitaufwand für die betreuenden Lehrer recht hoch, hier muss über eine Vergütung nachgedacht werden (Vorschlag war 1 Std.
Abminderung).
Bemängelt wurden unzureichende Informationen der Kolleginnen und Kollegen über die neueren Veränderungen in der Schulordnung. Es bestand bei vielen Teilnehmern Unklarheit über Wertung der Projektarbeit ("wie ein Fach"- d.h.? und fällt eine Prüfung weg?) Ansonsten waren die Kollegen dankbar, dass sie an diesem Tag Erfahrungen austauschen konnten und viele Anregungen (z.B. zu Themen für die PA, Vermittlung der notwendigen Arbeitstechniken, Organisation im Schulalltag, Bewertung... ) mitnehmen konnten. Dies erleichtert sehr die Vorbereitungen an den einzelnen Schulen.

Kristina Argus


AG 2
Erfahrungen in der Projektarbeit an der RS Dörnfeld
Referent: Jens-Björn Günschmann, RS Dörnfeld


Nach anfänglich großer Skepsis im Kollegium gab es eine rapide steigende Zustimmungsquote, die der Schulleiterselbst mit zuletzt "eigentlich 100 %" einschätzt.
Schüler lernen nach ausschließlich positiven Rückmeldungen aus Berufsschulen bzw. von privaten Ausbildern mit der PA Fähigkeiten, die sie besonders in der weiteren Ausbildung aber auch in Bezug "lebenslanges Lernen" sehr gut weiterverwenden können
Von den Schüler/innen wird die Projektarbeit insbesondere deswegen überdurchschnittlich gut angenommen, weil dadurch zwei mündliche Prüfungen abgegolten wurden und man sich
außerdem über einen langen Zeitraum gezielt damit beschäftigen konnte, was
dem Zufallsprinzip beim Ziehen einer mündlichen Prüfungsaufgabe nach Ansicht
der Schüler mehr Gerechtigkeit entgegensetzt.
Diese Arbeitsform erlaubte das Einbinden von Eltern u.a. außerschulischer Bereiche in den Unterrichtsprozess. Häufig wachsen im "normalen" Unterricht eher unauffällige Schüler in dieser Unterrichtsform über sich hinaus. Kritisch ist anzumerken, dass im Laufe vieler Jahre gerade an großen, mindestens dreizügigen Schulen Probleme beim Erstellen immer neuer und interessant bleibender Aufgaben absehbar sind.
Die Lehrer- bzw. Schulkonferenz sollte sich stets die Freiheit "offen halten", die Themenauswahl und den Umfang zu beeinflussen.

Steffen Potratz


AG 3
Projektorientierter Unterricht und Anfertigung einer mehrmonatigen Projektarbeit
Referent: Christian Jung, RS "Oswin Weiser", Pößneck


Die Diskussion in der Arbeitsgruppe zeigte, dass der Projektorientierte Unterricht nicht nur vom Wollen der einzelnen Kollegen abhängt, sondern die Rahmenbedingungen an den Einrichtungen ( Stundenplanänderung, Zusammenarbeit mehrerer Kollegen usw.) diese Form der selbstständigen Schülerarbeit erst zum Erfolg werden lässt.
Der neue Ansatz für eine langfristige Projektarbeit mit fächerübergreifenden Aspekten wurde widersprüchlich diskutiert, weil viele Teilnehmer die Mehrbelastung der Kollegen ohne Anerkennung sehen und die Zielstellung und der Zweck einer solchen "großen " Arbeit für sie nicht nachvollziehbar ist.
Besonders gelungene Denkanstöße gab Christian Jung von der RS Pößneck mit seinen Handreichungen für die Projektarbeit.

Steffi Kalupke


Weitere Infos zum Thema Projektarbeit:

Die Projektarbeit - ein Zeitkiller für Regelschüler und Lehrer?
Ein Artikel von Anita Reiße, Lehrerin an der Regelschule Conrad Ekhof Gotha (pdf-Datei 38 kB)


Thema: Ausgestaltung des Profilbereiches

AG 1
"Technik und Wahlpflichtbereich"

Referent und Ansprechpartner im ThILLM: Herr Rupprecht, ThILLM


AG 2
"Mehr Technik in der Regelschule"
Referent: Roland Steinicke, RS Dobitschen


Homepage der Regelschule Dobitschen


Hinweise zur Gestaltung des Wahlpflichtfaches Darstellen und Gestalten (Autor: Steffen Adam)
(pdf-Datei, 265 kB)


Schwerpunkt in dieser Gruppe war die Diskussion im Umgang mit dem Profilbereich,
z. B. mit den Fächern Wirtschaft, Recht und Technik. Dazu gehört ebenso die Vermittlung von mehr Verständnis für technische Zusammenhänge im Unterricht. Die Kollegen haben Sorgen, dass die Zeit für Planung für das Fach Natur und Technik und zu kurz ist. Dazu gehört die Forderung an die politisch Verantwortlichen in Thüringen, entsprechende materiell-technische Voraussetzung an allen RS zu schaffen.

Anita Reiße


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