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17.07.2008 Reform der Gymnasialen Oberstufe (Sek I)

Die Landtagsfraktionen zum Thema

„Thüringen bleibt das Bildungsland Nummer 1“, erklärte Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU). Die Spitzenposition des Freistaats im Bildungsbereich, die in den letzten Jahren von verschiedenen Studien immer wieder bestätigt wurde, werde die Landesregierung mit der Weiterentwicklung der Sekundarstufe I weiter ausbauen, so der Minister anlässlich der Vorstellung des Konzepts zur Reform der Klassenstufen 5 bis 10 im Gymnasium.

Mit dieser Teilreform wird das konservative gegliederte Schulsystem in Thüringen weiter zementiert", sagt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Michaele Reimann.

„Als „untauglich“ kritisiert Hans-Jürgen Döring, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, die Pläne des Kultusministeriums, den Unterricht in Biologie, Chemie und Physik in den Klassenstufen 7-10 des Gymnasiums zulasten der Fächer Geschichte, Musik und Kunst auszuweiten. Natürlich sei eine Stärkung der Naturwissenschaften bereits in der Sekundarstufe I „prinzipiell begrüßenswert“, daher halte er das neue Fach „Mensch-Natur-Technik“ in den Klassenstufen 5 und 6 für sehr sinnvoll. Eine solche Aufwertung dürfe aber nicht den ästhetisch-künstlerischen Bereich und das Fach Geschichte schädigen.!



Zum vorgesehenen Konzept

Trotz Schwächen in der Lesekompetenz: Eine Stunde Deutsch kommt in den Flex-Pool
„Thüringer Grundschüler, die in allen drei bei IGLU gemessenen Domänen auch international an die Spitzengruppe Anschluss halten konnten, verlieren im Durchschnitt auf dem Weg durch die weiterführenden Schulen bis zur Klassenstufe 9 den Vorsprung von bis zu einem Jahr, den sie mitbrachten. Dies gilt auch für unsere Gymnasiasten. Erste Längsschnittuntersuchungen bei den Kompetenztests zeigen, dass dies in der Lesekompetenz vor allem in den Klassenstufen 5 und 6 passiert “.
Um diesen Mangel zu tilgen, müssten in Deutsch zusätzliche Stunden bereitgehalten werden, um in der Lesekompetenz wenigstens an den Stand der Grundschulen heranzukommen.
Daher ist fraglich, wieso gerade in dieser Altersstufe eine Deutschstunde in den flexiblen Teil abgegeben werden muss, der dann vermutlich häufiger für die zweite Fremdsprache verwendet wird, als für die Weiterentwicklung der Lesekompetenz.

Flexible Stunden
Für die Gestaltung des flexiblen Bereiches der Stundentafel opfern die Fächer Geschichte, Deutsch und Biologie die meisten Stunden. Regelschulen haben bereits Erfahrungen mit flexiblen Stunden gemacht. Fächer, in denen Lehrerstunden knapp sind, werden „nicht angeboten“, fallen also weg.

Fremdsprachen
- Ab Klasse 5 Englisch als Fortführung aus der Grundschule 8/7Std.
- Zweite Fremdsprache aus einer anderen Sprachfamilie 4/5 Std.
Spätestens ab Kl. 9 bilinguale Module in der ersten Fremdsprache mit zwei Jahreswochenstunden

Mensch-Natur-Technik
Dieses neue Unterrichtsfach soll auf dem Sach- und Heimatkundeunterricht der Grundschule aufbauen und Voraussetzungen für den fachwissenschaftlichen Unterricht in Biologie, Chemie und Physik schaffen. Dafür müssen diese Fächer Stunden abgeben in den flexiblen Bereich. Lehrer sollen dazu eine entsprechende Ausbildung am ThILLM erhalten, Lehrbücher gibt es vorerst nicht.
Es ist nicht vorgesehen bzw. nicht gewollt, Praxisunterricht in Form von Werken etc. zu erteilen.


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