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Ihre GEWerkschaft GEW - die Mitmachgewerkschaft Berichte über GEW-Veranstaltungen Privatisierung von Schulen | ||||||
| Privatisierung von Schulen – Vielfalt als Chance für alle Kinder?! - März 2010 | ||||||
| Etwa 50 TeilnehmerInnen aus ganz Thüringen, neben Lehrerinnen und Lehrern auch Vertreter aus der Landes- und Kommunalpolitik und von Trägern freier Schulen, trafen sich am 17. März 2010 in Jena zur Bildungskonferenz. Gegenstand der Diskussion war die Frage, was Schulen in freier Trägerschaft zu leisten vermögen, während das öffentliche Schulwesen immer häufiger in die Kritik gerät. Bildung ist keine Ware Der Vorsitzende der GEW, Ulrich Thöne, stellte in seinem einführenden Referat die zentralen Positionen der GEW zur Privatisierung des Schulwesens dar. Bildung ist keine Ware und darf deshalb nicht privatisiert werden. Als öffentliches Gut muss Bildung allen zur Verfügung stehen und öffentlich verantwortet und finanziert werden. Private Schulen können nur als Ergänzung zum öffentlichen Schulwesen fungieren und dürfen nicht noch die soziale Selektion der Schülerinnen und Schüler verstärken. Das Problem öffentlicher Schulen ist die permanente Unterfinanzierung, die Schulen an den eigenen Ansprüchen scheitern lasse. Es fehle jedoch auch an reformpädagogischen Ansätzen, an mehr Mitbestimmungsrechten für Eltern und an der Umsetzung der eigenverantwortlichen Schule. ![]() Selektion und Spaltung Matthias Holland-Letz, freier Journalist und Autor, für den WDR und die ARD tätig und seit 2005 Autor der GEW-Privatisierungsreports, stellte seinem Vortrag „Sind Privatschulen die besseren Schulen“ zwei Fragen voran: Sind sie besser für den einzelnen Schüler und sind sie besser für die Gesellschaft. Zur ersten Frage kommt Holland-Letz zum Ergebnis, dass für einzelne SchülerInnen der Besuch einer freien Schule durchaus die pädagogisch bessere Wahl sein kann. Insgesamt ist für den Leistungsunterschied aber nicht die Wahl des Schulträgers entscheidend, sondern die Wahl der Schulform. Der Graben zwischen Anspruch und Leistung verläuft demnach nicht zwischen staatlich und privat, sondern innerhalb des gegliederten Schulsystems. Vor diesem Hintergrund ist die Privatisierung des Schulwesen weiterhin problematisch, weil durch sie die Selektion im Schulsystem weiter zunimmt und letztlich die Spaltung der Gesellschaft vertieft. Gute Lehrkräfte – gute Schule In den anschließenden Erfahrungsberichten und in der Podiumsdiskussion erklärten Vertreter von Schulen in freier Trägerschaft (Arno Lange, Gründer der Freien Ganztagsschule Milda und Gründer und Leiter der Leonardoschule Jena sowie Kirchenrat Marco Eberl, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland) und Vertreter des staatlichen Schulwesens (Rüdiger Schütz, stellv. Vorsitzender der GEW Thüringen und Ulrich Thöne, Vorsitzender der GEW) das Hauptproblem des deutschen Bildungssystem sei die generelle Unterfinanzierung von Bildung. Entscheidend für den Erfolg von Schule sind neben einer grundständigen Finanzierung gut ausgebildetes Personal, eine vernünftige Altersmischung im Kollegium, welche neue pädagogische Impulse mit Lebens- und Arbeitserfahrung verbindet, gute räumliche Bedingungen, die Lernen an verschiedenen Orten ermöglichen sowie ein hoher Grad an Eigenverantwortung. Thesen Jürgen Röhreich, Landesvorsitzender der GEW Thüringen fasste die Diskussion in folgenden Thesen zusammen: • „Das Denken ist entscheidend. Reformpädagogik beginnt im Kopf!“ (Kirchenrat Marco Eberl) • Privatisierung und mehr Wettbewerb zwischen den Schulen zu fordern, hat nichts mit Vielfalt zu tun und ist gerade keine Chance für unsere Kinder. • Freie Schule heißt nicht automatisch gute Schule und staatliche Schule heißt nicht automatisch schlechte Schule. • Bei der Finanzierung von Bildung kommt es nicht darauf an, ob die Bildungseinrichtung in freier oder staatlicher Trägerschaft ist, es kommt darauf an, dass sie ausreichend ist. • Auf die Mischung kommt es an! Auf eine gesunde Mischung von staatlichen und privaten Bildungseinrichtungen und auf eine gesunde Mischung in den Kollegien aller Bildungseinrichtungen. Kathrin Vitzthum (aus tz 5/2010) | ||||||||||
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