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Pressestimmen und Reaktionen

Thüringer Allgemeine vom 25.09.2006

Pädagogen wollen DDR-System


FINSTERBERGEN. Ein Bildungssystem ähnlich dem zu DDR-Zeiten fordert die Pädagogengewerkschaft GEW für Thüringen. So sollen Kinder zukünftig bis zur 10. Klasse gemeinsam lernen und nicht länger auf Haupt- oder Realschulen aufgeteilt werden. Dem soll sich eine gymnasiale Oberstufe in der 11. und 12. Klasse anschließen oder eine Berufsausbildung, heißt es in einem Gesetzentwurf, den die GEW auf ihrem Landesmitgliedertreffen in Finsterbergen (Kreis Gotha) diskutierte. Zudem müsse Bildung kostenlos sein: Gebühren für Kindergarten, Hortbesuch und beim Hochschulstudium werden abgelehnt. Im letzten Jahr vor dem Schulbeginn soll ein Kindergartenbesuch Pflicht werden, um die Kinder besser auf die Schule vorzubereiten.Das Kultusministerium lehnte diese Pläne als nicht finanzierbar ab. Der Vorschlag eines Bildungsrates an jeder Schule oder im Kindergarten gehe ebenfalls zu weit, so ein Sprecher. In diesem Rat sollen nach GEW-Vorstellung Lehrer, Eltern und Schüler über grundsätzliche Entscheidungen an der Schule abstimmen.


Leipziger Volkszeitung vom 25.09,.2006

Krippe, Hort und POS: GEW fordert Bildungssystem ähnlich wie in DDR


Finsterbergen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat für Thüringen ein Bildungssystem gefordert, das fast wieder wie zu DDR-Zeiten ist. Sie will einen Rechtsanspruch auf einen kostenlosen Platz in Kindergrippe, Kindergarten, Schule samt Hort sowie Hoch- oder Berufsschule. Die Schüler sollen wie einst in der „Polytechnischen Oberschule“ (POS) wieder zehn Jahre lang gemeinsam eine Klasse besuchen. Das sind die Hauptpunkte in einem Entwurf für ein „Thüringer Bildungsrahmengesetz“, das die Gewerkschaft am Samstag auf ihrer Landesvertreterversammlung in Finsterbergen (Kreis Gotha) diskutierte.
Dem Entwurf zufolge soll zudem der Besuch des letzten Kindergartenjahres obligatorisch sein - als Vorbereitung auf die Schule. Zudem fordert die GEW, dass die Beförderung der Schüler zum Lernort für sie oder ihre Eltern kostenfrei ist. In jeder Bildungseinrichtung soll es einen Bildungsrat geben, dem auch Eltern, Lehrer und einige Kinder oder Jugendliche angehören. Das Gremium soll alle grundsätzlichen Entscheidungen treffen.

Das Kultusministerium hält die Vorschläge zu weiten Teilen für unfinanzierbar. „Kostenfreiheit ist ein wünschenswertes Ziel, aber nicht umsetzbar“, sagte Ministeriumssprecher Detlef Baer der dpa. Auch einen Bildungsrat lehnte er ab. „Da geht uns die Mitbestimmung zu weit.“ Es sei unklar, warum das Gesetz gerade jetzt geändert werden solle. „Wir sehen jetzt nicht die Notwendigkeit einer Debatte um Schulstrukturen“, sagte Baer.

„Es ist sicher nicht von heute auf morgen umsetzbar“, sagte der GEW-Landesvorsitzende Jürgen Röhreich. „Das Einzige, was wir den Kindern und Jugendlichen in Thüringen bieten können, ist aber gute Bildung.“ Es stelle sich die Frage, ob die Zukunft Deutschlands aus der Sicht des Haushaltspolitikers betrachtet werde oder ob das Priorität habe, was Kindern und Jugendlichen zugute komme. „Oder kurz gesagt: Was ist mir wichtiger: schuldenfrei oder dumm?“.

dpa


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