| | (Jena/Erfurt) Mit deutlichen Worten hat heute der Landesausschuss der Studentinnen und Studenten bei der GEW auf die Erklärung Peter Krauses reagiert, dass er aus persönlichen Gründen für die Ernennung zum Kultusminister nicht zur Verfügung stehe. Krauses persönlicher Hintergrund war es auch, der in den vergangenen zwei Wochen für breites öffentliches Entsetzen über diese Personalie gesorgt hatten. Der Sprecher des GEW-LASS, Mike Niederstraßer, zu diesem Rückzug: „Krauses Vergangenheit als Ideologe der Neuen Rechten, Publizist und Autor in national-völkischen Blättern, seine ausweichenden Dementis und immer neue Artikel für Rechtspublikationen zeigten deutlich, dass Krause gespielte Naivität unglaubhaft, er als Minister unhaltbar war. Nun gilt es gerade in der Bildungspolitik neue Wege einzuschlagen und die demokratiefeindlichen und wissenschaftsferne Hochschulpolitik zu korrigieren.“
Die gewerkschaftlichen Studierenden hoffen, dass mit dieser Entscheidung Krauses, die erst nach erheblichem öffentlichen Druck zu Stande kam, die bildungspolitische Geisterbahnfahrt des Ministerpräsidenten beendet ist. Nach bisher unbestätigten Informationen soll bereits der Rektor der Universität Prof. K. Dicke als neuer Vorschlag im Gespräch sein. Nach Meinung der Studierenden würde sich Althaus damit allerdings den nächsten Fehlgriff leisten, da Dicke als ein wesentlicher Befürworter des undemokratischen neuen Hochschulgesetzes gilt und als HRK-Vizepräsident für die Ökonomisierung von Bildung und Hochschulen steht.
Die Studierenden verwiesen auf den extrem autoritären Führungsstil und Dickes Einstellung zu Studiengebühren. Auch müsse Dicke verantworten, dass studentische Beschäftigter an der Hochschule massiv um ihre Rechte getäuscht wurden und dass Jenaer LehrerInnenbildungsmodell von einem fortschrittlichen Ansatz in ein Umsetzungschaos geführt hat.
Der Vertreter des LASS äußerte sich daher ablehnend zu einem solchen Vorschlag: „Es steht daher zu befürchten, dass ein Minister Dicke die Klientelpolitik seiner Rektoramtszeit fortsetzen wird und nicht geeignet ist, fortschrittliche Impulse in der Thüringer Bildungspolitik zu setzen. Dass solche Fortschrittlichkeit zu mehr Partizipation, sozialer Verantwortung und einem umfassenden Bildungsbegriff kaum zu erwarten ist, zeigt auch, dass die Gründung einer Studentenverbindung in Jena anregte und wenig Sensibilität im Umgang mit dem geschichtlich belasteten studentischen Verbindungswesen bewies. Bei einer Inthronisation dürfte sich Dicke der Ablehnung der Studierenden und der MitarbeiterInnen sicher sein.“
Ob ein Rektor Dicke ausreichend Abstand zu Krause haben wird, bleibt nach der Begrüßung der Nominierung Krauses und der Zusicherung „bestmöglicher Unterstützung“ durch die „Landesrektorenkonferenz“(LRK) letzte Woche ohnehin sehr fraglich.
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