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05.05.2008 PM 5/2008 LASS begrüßt Rückzug Krauses

Umdenken in der Bildungs- und Hochschulpolitik dringend nötig
(Jena/Erfurt) Mit deutlichen Worten hat heute der Landesausschuss der
Studentinnen und Studenten bei der GEW auf die Erklärung Peter Krauses
reagiert, dass er aus persönlichen Gründen für die Ernennung zum
Kultusminister nicht zur Verfügung stehe. Krauses persönlicher
Hintergrund war es auch, der in den vergangenen zwei Wochen für breites
öffentliches Entsetzen über diese Personalie gesorgt hatten.
Der Sprecher des GEW-LASS, Mike Niederstraßer, zu diesem Rückzug:
„Krauses Vergangenheit als Ideologe der Neuen Rechten, Publizist und
Autor in national-völkischen Blättern, seine ausweichenden Dementis und
immer neue Artikel für Rechtspublikationen zeigten deutlich, dass Krause
gespielte Naivität unglaubhaft, er als Minister unhaltbar war. Nun gilt
es gerade in der Bildungspolitik neue Wege einzuschlagen und die
demokratiefeindlichen und wissenschaftsferne Hochschulpolitik zu
korrigieren.“

Die gewerkschaftlichen Studierenden hoffen, dass mit dieser Entscheidung
Krauses, die erst nach erheblichem öffentlichen Druck zu Stande kam, die
bildungspolitische Geisterbahnfahrt des Ministerpräsidenten beendet ist.
Nach bisher unbestätigten Informationen soll bereits der Rektor der
Universität Prof. K. Dicke als neuer Vorschlag im Gespräch sein. Nach
Meinung der Studierenden würde sich Althaus damit allerdings den
nächsten Fehlgriff leisten, da Dicke als ein wesentlicher Befürworter
des undemokratischen neuen Hochschulgesetzes gilt und als
HRK-Vizepräsident für die Ökonomisierung von Bildung und Hochschulen steht.

Die Studierenden verwiesen auf den extrem autoritären Führungsstil und
Dickes Einstellung zu Studiengebühren. Auch müsse Dicke verantworten,
dass studentische Beschäftigter an der Hochschule massiv um ihre Rechte
getäuscht wurden und dass Jenaer LehrerInnenbildungsmodell von einem
fortschrittlichen Ansatz in ein Umsetzungschaos geführt hat.

Der Vertreter des LASS äußerte sich daher ablehnend zu einem solchen
Vorschlag: „Es steht daher zu befürchten, dass ein Minister Dicke die
Klientelpolitik seiner Rektoramtszeit fortsetzen wird und nicht geeignet
ist, fortschrittliche Impulse in der Thüringer Bildungspolitik zu
setzen. Dass solche Fortschrittlichkeit zu mehr Partizipation, sozialer
Verantwortung und einem umfassenden Bildungsbegriff kaum zu erwarten
ist, zeigt auch, dass die Gründung einer Studentenverbindung in Jena
anregte und wenig Sensibilität im Umgang mit dem geschichtlich
belasteten studentischen Verbindungswesen bewies. Bei einer
Inthronisation dürfte sich Dicke der Ablehnung der Studierenden und der
MitarbeiterInnen sicher sein.“

Ob ein Rektor Dicke ausreichend Abstand zu Krause haben wird, bleibt
nach der Begrüßung der Nominierung Krauses und der Zusicherung
„bestmöglicher Unterstützung“ durch die „Landesrektorenkonferenz“(LRK)
letzte Woche ohnehin sehr fraglich.


Anfragen können gerichtet werden an:


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