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| „Bildungsminister Matschie hat Wort gehalten und eine Kommunalisierung der Horte zu Lasten der Beschäftigten nicht durchgeführt. Dafür hat er unseren Respekt verdient. Das war eine ebenso weitsichtige wie richtige Entscheidung“ so Torsten Wolf, Vorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW in Thüringen und Sprecher des Bündnisses zum Erhalt der Grundschulhorte. „Wir freuen uns auch, dass 23.000 Unterschriften zum Erhalt der Grundschulhorte und mehr als 1.200 eingesandte Bilder von Hortkindern für die Qualität der pädagogischen Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher an den Grundschulhorten sprechen. Eine Anerkennung, die den Kolleginnen und Kollegen seit langem gebührt.“ so Wolf.
Um die Zukunftsfähigkeit eines qualitativ hochwertigen Ganztagsangebotes an den Grundschulen zu erhalten, müssen die Bedingungen dort analysiert und verbessert werden. Das gerade dort einiges im Argen liegt, machte die Auseinandersetzung um den Erhalt der Grundschulhorte überdeutlich. So ergab eine Online-Befragung von Erzieherinnen und Erziehern durch die GEW im Sommer diesen Jahres, dass 47 Prozent der Beschäftigten an den Modellhorten nicht von ihrem Einkommen leben können (30 Prozent der Beschäftigten an den Nicht-Modell-Horten). Grund dafür sind die seit vier Jahren nur noch auf 50 Prozent Beschäftigungsumfang ausgeschriebenen Stellen. Damit wird nicht nur die pädagogische Einheit von Grundschule und Hort in Frage gestellt, da Erzieherinnen am Vormittag nicht mehr den Lern- und Entwicklungsstand der Kinder verfolgen können. Zusätzlich wird der Koalitionsvertrag nicht eingehalten, mit welchem die Landesregierung Bedingungen schaffen will, dass alle in Thüringen von ihrem Einkommen leben können. In der Befragung wurde zudem deutlich, dass 87 Prozent der Erzieherinnen sich einen Beschäftigungsumfang von mindestens 80 Prozent wünschen. „Bei heute schon bundesweit 50.000 fehlenden Erzieherinnen muss Thüringen den Beschäftigungsumfang deutlich erhöhen, um auch zukünftig qualifiziertes Personal an die Horte zu holen und dort halten zu können“, ist sich der Gewerkschafter sicher.
Die Umfrage ergab, dass ein Großteil der Erzieherinnen auch am Nachmittag für die Bildung und Betreuung von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf zuständig ist. Sie erhalten dafür jedoch zu wenig Unterstützung. „Fort- und Weiterbildung für alle Erzieherinnen während der Arbeitszeit, mindestens 10 Prozent Vor- und Nachbereitungszeit und das Fachkräftegebot sind zur Weiterentwicklung der Thüringer Grundschulhorte notwendig. Diese Forderungen werden von mindestens 23.000 Thüringer und Thüringerinnen unterstützt, “ stellt Wolf fest.
„Wir fordern nun die Landesregierung auf, die pädagogischen Konzepte im Sinne einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule zu analysieren und die Beschäftigungsbedingungen zu verbessern. Ebenso ist mit uns eine bereits geplante Gebührenerhöhung nicht zu machen. Dies alles könnte durch die Bildung eines diese Forderungen umsetzendes Gremiums, zum Beispiel im Rahmen des Landesschulbeirates, realisiert werden“, so der GEW-Vorsitzende abschließend.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Torsten Wolf. (mobil: 0151-14806071).
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