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16.08.2011 PM 35/2011: Pressemitteilung der GEW Thüringen zum Bildungsmonitor 2011

Verdienst der Thüringer Lehrerinnen und Lehrer: Beim Bildungsmonitor belegt Thüringen Platz 2
"Vor allem der Leistung der Thüringer Pädagogen, LehrerInnen und HorterzieherInnen ist der gute Platz im Bildungsmonitor zu verdanken. Ohne sie wäre die ganztägige Betreuung in den Grundschulen nicht möglich", kommentiert Torsten Wolf, Vorsitzender der Thüringer Bildungsgewerkschaft GEW die heutige Veröffentlichung.

Thüringen belegt nach Sachsen Platz 2 in dem vom Institut Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) herausgegebenen Bildungsmonitor. Insbesondere die Förderinfrastruktur hat sich demnach in Thüringen gegenüber den Vorjahren verbessert. "Die Daten basieren auf den Daten des Jahres 2009. Das neue Kita-Gesetz, das seit August 2010 in Kraft ist und das neue Thüringer Schulgesetz in Verbindung mit der Schulordnung sind für die gute Platzierung noch nicht ausschlaggebend", betont Torsten Wolf.

Entscheidend sei jetzt, die Personalstruktur an die weiter steigenden Anforderungen anzupassen. "Individuelle Förderung, ganztägige Betreuung in Grundschule und Hort, gemeinsamer Unterricht tragen dazu bei, die Bildungschancen in Thüringen weiter zu verbessern. Dafür sind aber auch die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. Die Altersdurchschnitt an den Grundschulen ist zu hoch. Wir benötigen deutlich mehr Neueinstellungen von jungen und gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern als das Ministerium derzeit vorsieht,", beschreibt Wolf die Situation. In den nächsten Jahren werden zahlreiche Pädagogen, vor allem in den Regelschulen*, in den Ruhestand gehen. "Es darf dort, wo es um Bildungsgerechtigkeit geht, keine Lücke entstehen."

Vor dem Hintergrund der Forderung Hubertus Pellengahr's, dem Geschäftsführer vom ISNM, nach einer leistungsgerechten Entlohnung von Lehrkräften, kritisiert Wolf das Scheitern der Tarifverhandlungen zu einer eigenen Entgeltordnung für die angestellten Lehrkräfte. "Dies war eine vertane Chance", stellt Wolf fest und betont, die GEW werde weiter an der Forderung nach Einführung einer Lehrerentgeltordnung (L-EGO) festhalten.

Um die gute Platzierung auch in den nächsten Jahren nicht zu gefährden weist Wolf darauf hin, den Thüringer Weg einer ganztägigen Betreuung durch die Zusammenarbeit von Grundschule und Hort weiter zu gewährleisten. Die vom Bildungsministerium derzeit diskutierte Kommunalisierung birgt Risiken. Auch das neue Thüringer Schulgesetz und die ab dem neuen Schuljahr geltende Schulordnung müssen erst noch in den Schulen umgesetzt werden. "Hier muss das Ministerium die Schulen weiter unterstützen und Hinweise für die konkrete Gestaltung geben", kritisiert Wolf die magere Informationspolitik des Ministeriums.


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