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07.12.2010 PM 33/2010: PISA-Ergebnisse 2009

Trotz leichter Verbesserungen bleibt noch viel zu tun: Besseres Schulumfeld und attraktivere Lehrerentlohnung als Schlüsselaufgaben
Die Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie 2009 zeigen, dass sich Engagement in der Bildung durchaus lohnt. Deutschland ist es gelungen, die Lesekompetenz 15-jähriger Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Befriedigen kann das Ergebnis jedoch nicht: Deutschland liegt damit noch immer im Mittelfeld der beteiligten Staaten.

Die vorliegende Studie hat nicht nur die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler geprüft, sondern auch Lernumfeld, schulische Organisation und die Wirkungen sozio-ökonomischer Ungleichheiten in den Blick genommen. Nach Einschätzung der OECD sind erfolgreiche Schulsysteme eher bereit, in die Attraktivität des Lehrerberufs auch durch höhere Gehälter zu investieren. Die PISA-Ergebnisse deuten darauf hin, dass höhere Lehrergehälter und die damit verbundene höhere Lehrerqualität ein effektiverer Weg zur Leistungssteigerung bei den Schülerinnen und Schülern sind als die Einführung kleinerer Klassen*.

Der Vorsitzende der GEW Thüringen, Torsten Wolf dazu: „Die Lehrerinnen und Lehrer sind in besonderer Weise für die Schülerleistungen verantwortlich. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, wenn sich die Lebensperspektiven der ihnen anvertrauten jungen Menschen verbessern. Dieser hohen Verantwortung steht jedoch keine adäquate Entlohnung gegenüber. Wir werden die kommende Tarifrunde nutzen, die längst überfällige Eingruppierung der Lehrkräfte tarifvertraglich zu regeln. Es kann nicht länger so sein, dass die Verantwortlichkeit für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen schlechter bezahlt wird als andere akademische Tätigkeiten“.

Die GEW Thüringen sieht verschiedene Möglichkeiten, die Attraktivität des Lehrerberufs zu verbessern:
-eine bessere Lehrerausbildung mit früher Praxiseinübung und einer gemeinsamen, schulartübergreifenden Grundausbildung,
-einen Tarifvertrag zur Eingruppierung aller Lehrkräfte,
-die Neueinstellung gut ausgebildeter junger Lehrkräfte entsprechend des Koalitionsvertrages der Thüringer Landesregierung sowie
-die aufgabenadäquate Ausstattung mit räumlichen und sächlichen Ressourcen.

Die PISA-Ergebnisse belegen erneut, dass die frühe schulische Selektion die sozio-ökonomischen Ungleichheiten verstärkt. Mit der Einführung der Thüringer Gemeinschaftsschule ist Thüringen da auf einem guten Wege. „Um aber tatsächlich längeres gemeinsames Lernen und individuelle Förderung umzusetzen, ist sowohl eine flächendeckende Einführung wie auch die Vorbereitung der Lehrerschaft auf die damit verbundenen Herausforderungen notwendig“, so Wolf.





* PISA 2009 Ergebnisse: Zusammenfassung /OECD 2010


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