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02.08.2010 PM 15/2010: Lehrergesundheit: Schuldienst schlägt auf den Magen

Anlässlich des am morgigen 3. August 2010 stattfindenden Forums zur Lehrergesundheit hat die GEW die Gesundheitssituation der Lehrerinnen und Lehrer unter die Lupe genommen.
Schuldienst schlägt auf den Magen

Anlässlich des am morgigen 3. August 2010 stattfindenden Forums zur Lehrergesundheit hat die GEW die Gesundheitssituation der Lehrerinnen und Lehrer unter die Lupe genommen. Wie aus den Zahlen, die der von AOK und Springer-Verlag herausgegebene Fehlzeiten-Report veröffentlicht, abzulesen ist, ist der Krankenstand im Bereich Erziehung und Unterricht im Zeitraum 2007 bis 2009 von 6 % auf 6,6 % angestiegen und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt (5,6 %). Die Fälle, in den es zur Arbeitsunfähigkeit kommt, sind zwar um 5,7 % gesunken, die Dauer der Erkrankung nimmt jedoch in hohem Maße zu (von 6,1 auf 7,1 Tage pro Krankheitsfall). Den Fehlzeiten-Reporten ist ebenfalls zu entnehmen, dass der Krankenstand mit dem Alter zunimmt und besonders bei der Arbeit in Kindertageseinrichtungen gestiegen ist. Besonders häufig werden Beschäftigte im Bereich Erziehung und Unterricht wegen Atemwegserkrankungen und Verdauungsbeschwerden krank geschrieben. Die Zahl der psychischen Erkrankungen haben zugenommen und liegen mit 10 % (Grundschulen) bzw. 11,7 % (Kindergärten und Vorschulen) deutlich über dem Branchendurchschnitt mit 8,6 %.

Die GEW Thüringen schließt aus den veröffentlichten Zahlen, dass insbesondere das Phänomen der alternden Belegschaft in den Schulen nicht ausreichend beachtet wird. Um die Beschäftigten in der intensiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wirksam entlasten und vor Erkrankungen schützen zu können, müssten die Einrichtungen dauerhaft über eine personelle Reserve verfügen können. Zur Zeit werden krankheitsbedingte Ausfälle über Mehrarbeit in den Kollegien ausgeglichen, was häufig weitere Fehlzeiten zur Folge hat.
Die besondere Häufigkeit von Atemwegserkrankungen und Erkrankung des Magen-Darm-Traktes liegt durchaus an der engen Arbeit mit den Schützlingen. Ansteckende Erkrankungen können sich dadurch leichter ausbreiten. Die GEW Thüringen verweist jedoch darauf, dass den psychischen Belastungen häufig Beschwerden im Verdauungssystem vorausgehen, ehe die richtige Diagnose gestellt wird.
Zudem hält es die GEW Thüringen für notwendig, das Thema „Gesunde Schule“ nicht nur auf die Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler zu projizieren, sondern auf die Schule als Gesamtheit und damit auch die Lehrkräfte einzubeziehen. Dazu gehören neben einer gesundheitsbewussten Schulspeisung auch genügend Bewegungsangebote im Schulalltag und Raum zur Stress- und Konfliktbewältigung. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender psychischer Belastungen bedeutet die gesunde Schule, die Arbeitsbedingungen an den Bildungseinrichtungen mit in den Blick zu nehmen. Wichtig sei auch, Lehrergesundheit zum Thema schulischer Fortbildung zu machen. Dabei müsse es vor allem darum gehen, Gesundheit nicht länger als die Abwesenheit von Krankheit wahrzunehmen, sondern als Lebenszustand, den es herzustellen und zu bewahren gilt.


Anfragen können gerichtet werden an:


 PM15_Lehrergesundheit__Hintergrundinformation.pdf
 Ergänzende Zahlen zur Pressemitteilung der GEW Thüringen zum Thema Lehrergesundheit vom 2.8.2010 (pdf-Datei, 56 kB)



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