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23.02.2011 PM 11/2011 Lehrerneueinstellungen

Eine erfolgreiche Tarif- und Besoldungsrunde und der Abschluss einer Lehrer-Entgeltordnung helfen, die Attraktivität des Lehrerberufs in Thüringen steigern
Die GEW Thüringen begrüßt die Ankündigung des Bildungsministeriums, in diesem Jahr insgesamt 300 Neueinstellungen zu realisieren.
Der Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft, Torsten Wolf betont: „Die Neueinstellungen sind notwendig, gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Doch dafür muss Thüringen auch die Bedingungen schaffen. Zur Zeit ist sind die Aussichten für Thüringer LehrerInnen und Lehramtsanwärter alles andere als attraktiv.“

Schon zum 1. Februar diesen Jahres wollte das TMBWK 133 Lehrkräfte und Erzieherinnen einstellen. Wie aus den der GEW Thüringen vorliegenden Zahlen zu entnehmen ist, haben jedoch nur 100 Personen das Angebot angenommen. Von den 19 Teilzeitstellen für staatlich anerkannte Erzieherinnen konnten nur vier besetzt werden, die auch den Qualifikationsanforderungen entsprachen. Offenbar sind 50% Teilzeit-Angebote nicht lukrativ, andere Arbeitgeber bieten mehr!

Nur im Bereich der Gymnasien liegen die Bewerberzahlen deutlich höher. Doch solange sich ca. 3.000 Lehrer in den Gymnasien, Berufsbildenden Schulen sowie Regelschulen noch in der sog. „Zwangsteilzeit“ (=Floating) befinden, kann das Bildungsministerium nur bedingt volle Stellen dort besetzen. Die Floater warten noch auf die versprochenen Lösungen. Die GEW Thüringen verhandelt derzeit wieder über die Beendigung der Floatingvereinbarung.

„Das zeigt, wie wichtig attraktive Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte sind. Vollzeitstellen, Eingruppierung, schnellerer Aufstieg und Höhergruppierungen, all das macht den Lehrberuf eben auch interessant. Sie würden helfen, Lehrernachwuchs nicht nur in Thüringen zu halten, sondern auch nach Thüringen zu holen. Als einziges Lockmittel nur die mögliche Verbeamtung zu haben, kommt dem Land teuer zu stehen“, so Wolf, der damit auch die neuen Zahlen für die Ausbildung von Referendaren meint.

Das Vorhaben, 600 Lehramtsanwärter neu einzustellen, ist ambitioniert und begrüßenswert. Die Realität ist aus Sicht der GEW Thüringen jedoch problematischer.
Bereits zum 1. Februar 2011 sollten 200 Lehramtsanwärter eingestellt werden, aber nur 132 haben die Offerte des TMBWK angenommen. Gerade für die Absolventen der Grundschul-lehrerausbildung der Universität Erfurt sollte so eine Möglichkeit geschaffen werden, nahtlos in die Zweite Phase der Lehrerausbildung zu gehen. Doch statt 100 wurden gerade einmal 64 Stellen angenommen, wobei 112 Bewerbungen vorlagen. Im Bereich der Gymnasien ist ein Ausbildungsstau zu verzeichnen, da auf 558 Bewerbungen nur 30 Stellen besetzt werden sollten und besetzt wurden.

Die GEW Thüringen ist hier gesprächsbereit und interessiert daran, gemeinsam mit dem TMBWK eine Lösung zu finden.

Vor diesem Hintergrund betont Wolf nochmals die Bedeutung der laufenden Tarif- und Besoldungsrunde: „Es geht letztlich darum, den Wert pädagogischer Arbeit anzuerkennen und den Lehrerberuf weiter attraktiv zu gestalten. Die Eingruppierung der Lehrkräfte, die in der Lehrer-Entgeltordnung nach dem Willen der GEW geregelt werden soll, spielt dabei eine zentrale Rolle. Wir werden alles unternehmen, die Arbeitgeberseite von unseren Forderungen zu überzeugen.“


Anfragen können gerichtet werden an:


Torsten Wolf

Telefon: 

0361 59095 - 12

Fax:

0361 59095 - 60

E-Mail-Adresse



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