| | „Der Personalschlüssel an den Thüringer Kitas ist verbesserungsfähig“, kommentiert Torsten Wolf, Landesvorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW, die Ergebnisse. „Das neue Kita-Gesetz muss seine Wirkung erst noch entfalten.“
Das Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetz regelt in § 14 die Personalausstattung. Es gibt jedoch keine Gruppengrößen vor. Somit liegt es in der Hand der Träger und Leiter von Einrichtungen, den Personalschlüssel entsprechend des pädagogischen Konzeptes zu gestalten.
Dass dies unterschiedlich gut gelingt, zeigen die Berichte von Erzieherinnen, die von der GEW Thüringen begleitet werden. Es gibt Einrichtungen, die mit einer guten beruflichen Perspektive und guten Arbeitsbedingungen qualifiziertes Personal gewinnen konnten und nun in der Lage sind, die Ansprüche des Thüringer Bildungsplans besser zu erfüllen. Dem gegenüber stehen aber auch Einrichtungen, die zwar zusätzliches Personal einstellten, dessen Qualifikation dafür aber nicht (mehr) ausreichte.
„Alles beginnt mit guter Bildung“, betont Wolf das Credo der Bildungsgewerkschaft und mahnt deshalb das Land Thüringen an, mehr in die Ausbildung von Erzieher/innen und die Weiterqualifizierung zu investieren. „Ein vorletzter Platz bei der Auswertung des Betreuer-Kind-Verhältnisses kann uns nicht zufrieden machen, uns und die Beschäftigten nicht, die Kinder und Eltern nicht und selbstverständlich auch nicht das Land und die Kommunen.“
Zum Hintergrund Der Personalschlüssel ist ein wichtiges Indiz für die pädagogische Qualität in den Einrichtungen. Thüringen belegt im Vergleich der drei untersuchten Gruppen zweimal den vorletzten und einmal den drittletzten Platz. Während Bremen in der Gruppe 0 bis 2 Jahre einen Schlüssel von 1:3,2 erreicht, schafft Thüringen nur einen Schlüssel von 1:5,9. Gravierender noch ist der Abstand in der Gruppe 2 bis 8 Jahre: Hier liegt Thüringen mit 1:11,2 weit hinter Bremen mit 1:7,0 zurück. Die Daten sind beim Statistischen Bundesamt einzusehen.
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