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08.02.2010 PM 05/2010: Zum 1. Hochschulgipfel der Landesregierung am 10.02.2010

Die GEW fordert einen Aufbruch in der Thüringer Hochschullandschaft
Mehr Demokratie, mehr Qualität in der Bildung und verbesserte Partizipation

 PM6_080210_HS-Gipfel_komplett.pdf
 Pressemitteilung zum Download
(pdf-Datei, 51 kB)



Die GEW-Thüringen setzt Erwartungen in den 1. Hochschulgipfel der Thüringer Landesregierung
und sieht diese in der Pflicht, die Hochschulen stärker zu unterstützen. Die Bildungsgewerkschaft
fordert in einer konzertierten Aktion einen Aufbruch in der Thüringer Hochschullandschaft – hin
zu Demokratie, mehr Qualität in der Bildung und zu verbesserter Partizipation.
Wenn der Stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur,
Christoph Matschie, zum Hochschulgipfel einlädt, um mit Rektoren, Präsidenten, Vorsitzenden
der Hochschulräte, Studierendensprechern, Personalräten, Gleichstellungsbeauftragten und den
Gewerkschaften GEW und ver.di u.a. bisherige Ergebnisse des Bologna-Prozesses zu diskutieren,
dann müssen nach der kritischen Analyse der Thüringer Situation auch Entscheidungen zur Ver-
besserung der Lage der Studierenden und der Hochschulen erfolgen. Die GEW hat dazu klare
Ansagen an die Thüringer Landesregierung.
Gegenwärtig studieren an Thüringens Hochschulen etwa 50.000 (GEW-Erhebung vom Dezember
2009) junge Frauen und Männer, das sind etwa 340 % der 1991/92 in Thüringen Studierenden. Für
ihre Ausbildung stehen aber nur noch etwa 80 % der Stellen der Jahre 1991/92 zur Verfügung.
Unter diesen Rahmenbedingungen leidet die Qualität der Ausbildung. Das Schönreden der Ver-
hältnisse trat in den letzten Jahren an die Stelle kompetenter Hochschul- und Finanzpolitik.
Die Entwicklung der Studierendenzahlen und die „verkorkste“ Umsetzung des Bologna-Prozesses
erfordern deshalb ganz dringend, den Personalbereich an den Hochschulen auszubauen. Die
Hochschulen brauchen die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die finanziellen Mittel für eine
aufgabengerechte Personalstruktur und Personalausstattung.
Die Qualität der Lehre und der Betreuung der Studierenden darf nicht weiter absinken. Denn gute
Studienbedingungen beeinflussen ganz entscheidend die individuelle Dauer des Studiums und
auch den Start ins Berufsleben. Die Umsetzung des Bologna-Prozesses bedarf dringender Ver-
änderungen, er muss reformiert werden.
„Die GEW“, so der Landesvorsitzende Jürgen Röhreich, „begrüßt die Absicht der Thüringer
Landesregierung, mit den Hochschulen, den Gewerkschaften, den Personalräten und den
Studierendenvertretern einen konstruktiven Dialog zur Verbesserung der Hochschuldemokratie
einzuleiten.“
Nach Ansicht der Bildungsgewerkschaft GEW baut Hochschulautonomie auf demokratischen
Entscheidungsstrukturen innerhalb der Hochschulen auf. Autonomie der Hochschulen, Freiheit
der Wissenschaft bedeuten Freiheit in Verantwortung vor der Gesellschaft. Staat und Gesellschaft
können sich dabei nicht aus der Verantwortung für die Hochschulen zurückziehen. Deswegen wird
die GEW bei der Evaluation des Thüringer Hochschulgesetzes darauf drängen, dass der Gesetz-
geber mit der anstehenden Gesetzesnovelle die Chance zu einer Redemokratisierung der Hoch-
schulen nutzt. Denn mit der in letzten Jahren versuchten und zum Teil auch erreichten Umge-
staltung der Hochschulen in unternehmerisch geführte Einrichtungen wurden die demokratische
akademische Mitbestimmung und Mitwirkung immer weiter deformiert.


 Studierendenzahlen.pdf
 Anlage: Die Entwicklung der Studierendenzahlen in Thüringen seit 1992 (Info-Grafik)
pdf-Datei, 37 kB



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