| | (Jena/Erfurt) Gegen den Vorschlag des Ministerpräsidenten Althaus, Dr. P. Krause zum Kultusminister zu ernennen, regt sich bei den Studierenden immer stärkerer Widerstand. Mit Krause würde ein Vordenker der Rechtskonservativen, der auch als intellektueller Vorreiter der Rechtsextremen gelten muss, für die Bildung und Wissenschaft in Thüringen zuständig sein.
Der Sprecher des LASS, Mike Niederstraßer, sprach von “einer moralischen Bankrotterklärung des Ministerpräsidenten, wenn dieser einen ausgewiesenen Rechten zum Minister ernennen will. Althaus wird sich entscheiden müssen, ob er einen Lehrer der sächsischen NPD zum Chef der Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen ernennen will und damit künftig die Relativierung des Nationalsozialismus zum Lehrplan gehören soll.“
Die Unglaubwürdigkeit seiner Distanzierung zeigt sich auch darin, dass er erst auf öffentlichen Druck seine Autoren- und Redaktionstätigkeit bei der „Jungen Freiheit“ bis ins Jahr 2000 zugab, aber auch danach noch bei der mittlerweile eingestellten Zeitschrift „Etappe“ publizierte, die von der „Jungen Freiheit“ für ihre „Vorliebe für Denker der antiaufklärerischen und antidemokratischen Tradition“ hervorgehoben wird. Seine besondere Affinität zum rechten Rand der Gesellschaft und zu Grenzüberschreitungen wird auch bei den Interviews mit Horst Mahler und Ernst Nolte mehr als deutlich und verstärkt sich bei seinem positiven und unkritischen Bezug auf Carl Schmitt, Ernst Jünger und Arnold Gehlen in seinen Arbeiten. Flankiert wird dieser Eindruck auch durch sein Projekt, die „Junge Freiheit“ in eine „Zeit von Rechts“ und Aushängeschild der Rechtsintellektuellen zu wandeln.
Neben der persönlichen, völligen Untragbarkeit Krauses ist aber auch dessen fachliche Eignung in Frage zu stellen. Niederstraßer: „Dr. Krause hat sich als Mitglied des Landtagsausschusses bisher nur durch öffentliches Polemisieren gegen die öffentliche Finanzierung der 'bürgerlichen' Theaterkultur als 'unsolidarisch' einen Namen gemacht. Im Bildungsbereich hingegen ist er bislang völlig unbekannt.“ Seit 2004 hatte Dr. Krause im Landtag keine einzige inhaltliche Rede zu Wissenschafts- und Hochschulpolitik gehalten. Daher bleibt es offen, wie der designierte Kultusminister den völlig aus dem Ruder gelaufenen Bologna-Prozess in Thüringen wieder steuern will oder das undemokratische Hochschulgesetz und die Einführung von Gebühren für das Studium zu revidieren gedenkt. Auch im Bereich der LehrerInnenbildung sind somit kaum Akzente zu erwarten.
Niederstraßer abschließend: “Die Person Krause ist als Ministerkandidat persönlich wie fachlich ein Totalausfall. Die Studierenden der GEW können Ministerpräsident Althaus nur auffordern, diesen unsäglichen Vorschlag zurückzuziehen und eine qualifizierte Person vorzustellen, die der Bedeutung des Ressorts angemessen ist und fest auf demokratischem Boden steht.“
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