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| Zahlreiche Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschulen waren nach Erfurt gekommen, um einleitend den Beitrag von Dr. Andreas Keller, Leiter des Vorstandsbereichs Hochschule und Forschung beim Hauptvorstand der GEW, zur Entwicklung der Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft zu hören. Inzwischen sind deutschlandweit 90 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Hochschulen nur befristet beschäftigt. Thüringen macht dabei keine Ausnahme, im Durchschnitt aller Personalkategorien ist nur jeder zweite Hochschulbeschäftigte unbefristet beschäftigt.
Auffällig ist dabei, dass an allen Thüringer Hochschulen die Befristungsquote bei Frauen noch höher ist als bei Männern. „Die gegenwärtige Befristungspraxis ist nicht nur frauenfeindlich, sondern auch familienfeindlich“, sagte Thomas Hoffmann, Referatsleiter Hochschule und Forschung der GEW Thüringen. „Es handelt sich fast ausschließlich um junge Leute zwischen 25 und 45 Jahren, die durch Zwangsteilzeit und Befristung keine gesicherte Berufsperspektive haben, die Familiengründung ermöglicht.“ Viel zu wenig werde von der Öffentlichkeit wahrgenommen, dass ein „Normalarbeitsverhältnis“, also eine unbefristete Vollzeitbeschäftigung, im Wissenschaftsbereich inzwischen zur Ausnahme geworden ist.
Zur Eindämmung prekärer Beschäftigungsbedingungen schlägt die GEW vor, an den Hochschulen „Kodizes guter Arbeit in der Wissenschaft“ zu vereinbaren, in denen der Anteil befristet Beschäftigter und auch Mindestbefristungszeiten festgelegt werden. Da das Bildungsministerium momentan die Ziel- und Leistungsvereinbarungen, die bis 2015 gelten sollen, mit den Hochschulen verhandelt, könnten nach Meinung der GEW auch dort Mindeststandards festgelegt werden und die Hochschulen auf diesem Weg zur Vereinbarung von „Kodizes guter Arbeit in der Wissenschaft“ verpflichtet werden.
Die GEW begrüßt die Zusage des Wissenschaftsstaatssekretärs, beim für den Monat März geplanten Forum zur Personalstruktur an Hochschulen auch die Bildungsgewerkschaft GEW als Vertreterin der Interessen der Beschäftigten einzuladen.
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