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Haus der Bildungsgewerkschaft

Neue Landesgeschäftsstelle der GEW Thüringen

Ende März 2004 zog die Landesgeschäftsstelle der GEW Thüringen in ein neues Domizil um.

Unsere neue Adresse:
Heinrich-Mann-Str. 22
99096 Erfurt


„Das Haus ist Eigentum der GEW-Mitglieder. Ich möchte gern, dass es nicht nur eine Geschäftsstelle ist, sondern zu einem „Innovations- und Begegnungszentrum für Bildung“ wird.

Jürgen Röhreich, Landesvorsitzender der GEW Thüringen


Landesgeschäftsstelle September 2004


Unterseiten:

Rundgang

Einweihung



tz-Interview zur neuen Geschäftsstelle mit dem Landesvorsitzenden

tz: Die GEW Thüringen muss zum dritten Mal ihre Anschrift ändern. Wie kommt das?


JR: Das Domizil im Haus der Lehrer in Erfurt, ehemals Kalininhaus, fiel dem Neubau vom „Anger 1“ zum Opfer. Deshalb waren wir gezwungen, ab August 1994 Büroräume für die Landesgeschäftsstelle anzumieten. Die Wahl fiel damals auf die Geschwister-Scholl-Straße 45 beim Wäsche-Service Erfurt.
Dieser Mietvertrag läuft Mitte 2004 aus.


Jetzt hat die GEW ein eigenes Gebäude in der Heinrich-Mann-Straße gekauft. Wer bezahlt das?


JR: Das ist nicht mit drei Worten zu vermitteln. Aber vorweg sei gesagt, dass das Geld für den Ankauf und die Renovierung dieser Immobilie nicht von den derzeitigen Mitgliedsbeiträgen kommt. Wir treten hier als letzter Ostdeutscher Landesverband ein Erbe an, das andere Landesverbände längst genutzt haben.


tz: Von wem hat die GEW geerbt?


JR: Das ist ja diese etwas komplizierte Geschichte. Kurz und vereinfacht gesagt: Die GEW Thüringen profitiert hier vom Vermögen des Allgemeinen Deutschen Lehrer- und Lehrerinnen- Verbandes, den die Nazis verboten und enteignet hatten. Die GEW (West) ist in die Rechtsnachfolge dieses Verbandes eingetreten und trägt in der Satzung auch seinen Namen. Dadurch war es möglich, dass die GEW (Ost) nach der Wende auch Altvermögen des Allgemeinen Deutschen Lehrervereins beanspruchen konnte, das in der ehemaligen DDR lag. Es handelte sich dabei vorwiegend um Immobilien, z.B. Ferienheime oder was davon noch übrig war. Nachdem die Eigentumsverhältnisse geklärt waren, wurden die Immobilien verkauft und vom Erlös ein Fond gebildet, der allen neuen Bundesländern zu gleichen Teilen zweckgebunden zum Erwerb von Geschäftsstellen zur Verfügung stand bzw. steht. In den letzten Jahren haben wir aus den Zinsen dieses Fonds einen Mietzuschuss erhalten.


tz: Das hört sich wirklich kompliziert an. Was hat denn Thüringenin die Erbmasse eingebracht, wenn ich das mal so nennen darf?


JR: In Thüringen gab es ein Haus in Weimar, was zum Vermögen des Allgemeinen Deutschen Lehrervereins gehörte. Es wurde nach dem 2.Weltkrieg als Wohnhaus genutzt. Es ist verkauft worden und einem Neubau gewichen.


tz: Was ändert sich nun für die Mitglieder?


JR: Der Weg zur LGS und die Anschrift, sonst fast nichts. Die Telefonnummern werden vollständig so übernommen. Während der Umzugszeit ist die Geschäftstelle vom 17.03.04 bis 24.03.04 zwar geschlossen, aber telefonisch sind wir erreichbar.


tz: Welche Vorteile bietet denn der neue Amtssitz?


JR: Die neue Geschäftsstelle liegt in der Nähe des Landtags, damit auch nicht weit entfernt vom Kultus-, Sozial- und Wissenschaftsministerium. Dadurch werden Wege kürzer. Die Geschäftsstelle ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Bahnhof aus besser zu erreichen. Das Haus ist zwar Eigentum der Wirtschaftsdienst GmbH der GEW, Nutzer sind aber die GEW-Mitglieder. Ich möchte gern, dass es nicht nur eine Geschäftsstelle ist, sondern zu einem „Innovations- und Begegnungszentrum für Bildung“ wird.


tz: Ab wann soll die Arbeit in den neuen Räumen wieder aufgenommenwerden?


JR: Ab dem 29. März soll die Geschäftsstelle wieder voll funktionstüchtig sein und allen GEW Mitgliedern offen stehen.


Aus der Geschichte des Hauses

Die heutige Heinrich-Mann-Straße hieß ab 1888 Sophienstraße. Sie gehörte zur Löbervorstadt. Erst 1950 erhielt die Straße den Namen des deutschen Schriftstellers.

Als Bauherr und Besitzer des Hauses ist Dr. Walther Pühn mit seiner Ehefrau Gerturd verzeichnet. Das 1928 gebaute Haus zählte als Einfamilienhaus. Es war unterkellert und verfügte
bereits über Zentralheizung und Wasserklosetts.
„Die gesamten Baukosten betrugen lt. Baubuch 110 009,75 RM“, heißt es in der Hausliste.

Bis 1948 wohnte Dr. Pühn mit seiner Familie in der Sophienstraße.

Weitere Besitzer waren:
bis 1953: VVN Bezirksleitung Erfurt
ab 1953: VOB Union Verwaltungsgesellschaft,
die alle von Dienststellen der CDU genutzten Grundstücke verwaltete


April 2003


Das Haus in der Heinrich-Mann-Straße vor der Rekonstruktion im
April 2003


Bildergalerie Rekonstruktion




Mit den Baumaßnahmen sollte der ursprünglichen Zustand wiederhergestellt werden.Deshalb fiel der alte Anbau den Baumaßnahmen zum Opfer.





Neue Fenster in der Kutscherstube





Für die alte Birke (hier im September 2003) pflanzte die GEW drei neue Bäume


Tagungsraum vor der RekonstruktionDachgeschoß vor der RekonstruktionSanitärbereich vor der RekonstruktionFenster der Kutscherstube


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