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06.11.2008 GEW unterstützt ZEIT-Portal Netz-gegen-Nazis.de

Pädagoginnen und Pädagogen finden bei „Netz-gegen-Nazis“ Antworten von Experten und Nutzern zum Umgang mit Rechtsextremismus an der Schule.
Artikel aus E&W September 2008

www.netz-gegen-nazis.de


Sucht man unter dem Stichwort „Schule“ beim Internetportal „Netz-gegennazis. de“, wird schnell der Praxisbezug dieser neuen Website rings um das Thema Rechtsextremismus deutlich. Rund 2,5 Millionen Nutzer seit dem Start Anfang Mai verzeichnete das Internetportal, das die Wochenzeitung DIE ZEIT ins Leben gerufen hat und das durch Partner wie den Deutschen Fußballbund (DFB), den Deutschen Feuerwehrverband, den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), die Internetcommunities StudiVZ und Schüler-VZ sowie das ZDF und die GEW unterstützt wird.


„An meiner Schule fallen seit einiger Zeit Schüler durch rassistische Äußerungen gegenüber Mitschülern auf. Neonazi Aufkleber wurden auf dem Schulgelände geklebt. Was kann ich als Lehrerin oder Schüler dagegen unternehmen?“
oder „Die NPD verteilt vor unserer Schule Schülerzeitungen und CDs. Wie können wir reagieren?“ Das sind Fragen, mit denen Pädagoginnen und Pädagogen seit langem konfrontiert sind.

Beim „Netz-gegen-Nazis“ finden sich Antworten von Experten und Nutzern. Die inhaltlichen Angebote des ZEITProjekts sind breit gefächert: Die Rubrik „Wissen“ bietet z. B. ein Lexikon zum Rechtsextremismus – angefangen mit Erläuterungen über die wichtigsten Ideologieelemente wie „Antisemitismus“ oder „Nationalsozialismus“ über Porträts der zentralen Neonazi-Parteien, -Organisationen und -Aktivisten der Szene bis hin zu Beispielen für rechtsextreme Strategien und Mythen. Das Ziel: Jenseits des kleinen Kreises der Engagierten eine gesellschaftliche Diskussion zum Umgang mit Rechtsextremismus zu fördern und einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, der möglichst viele anspricht: den Feuerwehrmann aus Passau ebenso wie die Erzieherin aus dem Erzgebirge oder den Trainer eines türkischen Fußballteams in Berlin.

Speziell an Pädagogen richten sich Rezensionen empfehlenswerter Unterrichtsmaterialien zum Thema, wie der Sammelband „Mehrheit, Macht, Geschichte“ des Anne Frank-Zentrums in Berlin oder die Multimedia DVD „Auseinander setzen“ über rechtsextreme Szenen. Auch viele Schülerinnen und Schüler fühlen sich von den Themen des Portals angesprochen: Kontrovers wird beispielsweise im Forum diskutiert, wie man reagiert, wenn bei einer Klassenfahrt eine Gruppe lautstark Lieder der Neonaziband „Landser“ hört: Während einige jugendliche Nutzer für „Toleranz“ und „nett diskutieren“ plädieren, wollen andere das Abspielen neonazistischer Lieder auf keinen Fall dulden und entweder selbst einschreiten oder die Polizei rufen. Für diese und andere Diskussionen im Forum gilt: Acht professionelle Moderatoren sorgen gemeinsam mit der Mehrheit der Portalbesucher dafür, dass rechtsextreme „Wortergreifungsstrategien“ ins Leere gehen.

Heike Kleffner, freie Journalistin


Weitere Infos zum Thema

Immer wieder versuchen Rechtsextreme, auf öffentlichen Veranstaltungen die Meinungsführerschaft zu übernehmen. Doch wie können solche Störungen verhindert werden? Hierzu hat die DGB-Jugend ein Faltblatt herausgebracht.
zum Download (pdf-Datei; 1,4 MB)



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