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Aktuelles Bericht von der Landesvertreterversammlung 2010 | ||||||
| Bericht von der Landesvertreterversammlung 2010 | ||||||
| Pressemitteilungen zur Landesvertreterversammlung PM 21/2010: Ergebnissen der 7. Landesvertreterversammlung PM 19/2010: Wahlen und wichtige Ergebnisse der Landesvertreterversammlung PM 18/2010: Wahl eines neuen Landesvorsitzenden | Die GEW Thüringen behauptet sich mit den Ergebnissen der 7. Landesvertreterversammlung als Zukunftsgewerkschaft Am Wochenende vom 17. bis 19.9. 2010 tagte die Landesvertreterversammlung der GEW Thüringen im Geraer Novotel. Insgesamt 117 Delegierte stimmten über satzungsändernde und bildungspolitische Anträge ab. Turnusgemäß fanden die Wahlen des Geschäftsführenden Vorstandes statt. Jürgen Röhreich, seit zwölf Jahren an der Spitze der GEW Thüringen, war nicht wieder zur Wahl angetreten. Seit dem 18. September gibt es nun einen neuen Vorsitzenden: Mit Torsten Wolf (42) wurde erstmals ein Mann gewählt, der ursprünglich nicht aus dem Erziehungs- und Bildungsbereich stammt. Torsten Wolf verkörpert mit seinem Lebens- und Bildungsweg einen Grundgedanken der Bildungsgewerkschaft: Bildung von Anfang an - und ein Leben lang. Er wurde mit 70,1% Prozent der Stimmen der 117 Delegierten gewählt. ![]() Als stellvertretende Vorsitzende stehen ihm Rüdiger Schütz, Steffi Kalupke und Andreas Heimann zur Seite. Ein satzungsändernder Antrag hat diese Konstellation möglich gemacht. Bisher waren die zwei stellvertretende Vorsitzenden für die Vorstandsbereiche „Tarif- und Beamtenpolitik“ und „Bildungspolitik“ zuständig. Mit dem dritten stellvertretenden Vorsitzenden erhält nun auch der Vorstandsbereich „Organisation“ eine stärkere persönliche Anbindung. Rüdiger Schütz (56) ist als Mitbegründer der GEW Thüringen von Anbeginn deren stellvertretender Vorsitzender und verantwortlich für den Vorstandsbereich „Bildungspolitik“. Rüdiger Schütz erhielt 79% der Delegiertenstimmen. Steffi Kalupke (51) war bisher Leiterin des Referates Gewerkschaftliche Bildung und Mitgliederbetreuung und wird als stellvertretende Vorsitzende auch diesen Vorstandsbereich übernehmen. Sie wurde von 95% der Delegierten gewählt. Andreas Heimann (43) ist bislang der jüngste Kreisvorsitzende der GEW Thüringen. Als stellvertretender Vorsitzender wird er den Vorstandsbereich „Tarif- und Beamtenpolitik“ übernehmen. Er konnte 96% der Delegiertenstimmen auf sich vereinen. Für folgende Referate wurden ebenfalls die Leiterinnen und Leiter durch die Delegieren der LVV gewählt:
![]() Die Landesvertreterversammlung hat in ihrer Beratung weitere satzungsändernde Anträge beschlossen: Die Kreisverbände Gera und Greiz gehen ab sofort zusammen und bilden gemeinsam den Kreisverband Gera. Neu ist das Referat Erwachsenenbildung und berufliche Fort- und Weiterbildung. Der Bereich war bisher in das Referat Berufs- und Erwachsenenbildung integriert. Die Erwachsenenbildung erfährt durch diese Änderung eine Aufwertung im Hinblick auf Fragen der Mitgliederbetreuung und –gewinnung. Die zum alten Referat Berufs- und Erwachsenenbildung gehörenden berufsbildenden Schulen wurden mit deutlicher Mehrheit in das Referat Allgemeinbildende Schulen integriert, welches nun Allgemein- und berufsbildende Schulen heißt. Auf Initiative des LASS, der Jungen GEW und des Referates Hochschule und Forschung stellten Delegierte einen Dringlichkeitsantrag zum Thema „Rassismus in Thüringer Lehrplänen“. Darin fordert die GEW Thüringen das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur auf, die schulische Vermittlung des Rassebegriffs umgehend zu unterbinden. Auch Bücher und andere Lehrwerke, die Rassismus als Prinzip enthielten, sollen den Schulen nicht mehr empfohlen und im Unterricht keine Verwendung mehr finden. Mit der Annahme des Antrages, der eine spannende Debatte vorausging, ruft die GEW Thüringen zudem alle im Bildungssystem Tätigen auf, sich Rassismus in jedweder Form entgegen zu stellen. Mit Blick auf die Thüringer Gemeinschaftsschulen) forderte die GEW Thüringen insbesondere das Innen- und Finanzministerium auf, das Lehramt „Lehrer an Gemeinschaftsschulen“ in die Laufbahn des höheren Dienstes mit Eingangsamt A 13 (Studienratslaufbahn) aufzunehmen und die zukünftigen Lehrer/innen an den TGS entsprechend einzustufen. Gleiches gelte auch für die Lehrer/innen im Angestelltenverhältnis. Geregelt werden muss die Vertretung nach dem Thüringer Personalvertretungsrecht. Intensive Diskussionen gab es zum Thema Gemeinsamer Unterricht. Nach dem Thüringer Förderschulgesetz sollen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, soweit möglich, in der der Grundschule, in den zum Haupt- und Realschulabschluss, zum Abitur oder in zu den Abschlüssen der berufsbildenden Schulen unterrichtet werden. Die GEW Thüringen begrüßt die Bestrebungen zur inklusiven Bildung, sieht aber große Schwierigkeiten in der Umsetzung. Zur Zeit bedeutet Gemeinsamer Unterricht für die Kinder mit Förderbedarf oftmals, statt 35 Stunden Förderunterricht nur noch 2 bis drei Stunden Förderunterricht in der Grundschule zu erhalten. Zudem sind betroffene Kolleginnen und Kollegen teilweise überfordert. Die LVV beschloss daher zehn Gelingensbedingungen (tz 03/2010) für die erfolgreiche Einführung des Gemeinsamen Unterrichts. Die Delegierten haben auch ein Hochschulpolitisches Programm beschlossen und die GEW Thüringen mit dessen Durchsetzung beauftragt. Kernpunkte sind die Steigerung des Anteils von Hochschulabsolventen sowie Öffnung der Hochschulen auch für Absolvent/innen der beruflichen Bildung, eine am wachsenden Bedarf orientierte öffentliche Finanzierung der Hochschulen und damit verbunden der bedingungslos gebührenfreie Zugang zur Bildung in allen Stufen. Die Hochschulautonomie soll im Zusammenspiel mit der staatlichen und gesellschaftlichen Verantwortung gestärkt werden. Dazu gehört auch, die Selbstverwaltung der Hochschulen zu reformieren und die Redemokratisierung der Hochschulen in Gang zu setzen. Die Landesvertreterversammlung hat ihre Ansprüche an die Ausbildung Thüringer Pädagog/innen beraten und mehrheitlich beschlossen, eine gemeinsame Ausbildung von Pädagog/innen für den frühkindlichen bis zum berufsschulischen Bereich zu fordern. Dieses zukunftsträchtige Modell mit einer gemeinsamen bildungswissenschaftlichen Orientierungsphase soll die angehenden Pädagog/innen zu mehr Verständnis und Kompetenzen im Umgang mit altersspezifischen Lern- und Verhaltensweisen führen. Gerade im frühkindlichen Bereich muss eine grundständige Hochschulausbildung umgesetzt werden. Einerseits, weil diese Phase kindlichen Lernens besonders wichtig ist, andererseits weil nur dadurch ein gelingender Übergang in die Grundschule möglich wird. Die universitäre Ausbildung aller zukünftigen Lehrkräfte muss gleich lang und gleichwertig werden. Die GEW Thüringen stellt sich damit ganz klar gegen den Standpunkt Kleine Kinder – kleines Studium, große Kinder – großes Studium. ![]() Die GEW Thüringen dankt den Delegierten für die intensiven Debatten und wünscht allen Gewählten viel Erfolg und Kraft für die kommenden Aufgaben. Ein Dank geht auch an alle, die bisher in den Gremien tätig wären und sich nicht mehr zur Wahl gestellt haben. Kathrin Vitzthum Weitere Bilder von der Landesvertreterversammlung können Sie in unserem Picassa-Webalbum ansehen:
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