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Archiv: "Wir sagen ja zum Hort!"

Keine Trennung von Grundschule und Hort!


Horte sollen kommunalisiert bzw.an freie Träger gegeben werden!


Haben sich unsere Horte nicht bewährt, Herr Althaus??

In seiner Regierungserklärung hat Ministerpräsident Dieter Althaus am 09.09.2004 den Kurs für die nächsten 5 Jahre abgesteckt mit den Worten: „Was sich bewährt hat, werden wir beibehalten. Was nicht, werden wir ändern“. Eine einschneidende Änderung soll es bei der Grundschule geben: „In diesem Zusammenhang werden wir die Verantwortlichkeit für das Hortpersonal vom Land auf die Kommunen und auf freie Träger übertragen.
Angeblich will Althaus dadurch sogar die Zusammenarbeit zwischen Kindergärten, Horten und Grundschulen stärken. Als die Bundesmittel für Ganztagesbetreuung verteilt wurden, rühmte sich
die Thüringer Landesregierung mit dem vorbildhaften Modell der Horte an Grundschulen.
Jetzt ist das Geld einkassiert, nun sollen die Horte als Einsparpotential herhalten!


Unterseiten:

Protestaufruf zum Erhalt des Thüringer Hortes

Wortmeldungen von Mitgliedern der Enquetekommission

Berichterstattung vom Tag der Grundschulhorte am 16.12.2004

Bericht von der Demonstration vor dem Thüringer Landtag am 25.02.2004

Bildung von Anfang an



Aktuelle Meldungen zur Hortkampagne


Welche Folgen könnte der Personalwechsel haben?





Seitenabschnitte:
Die Gesamtqualität von Grundschule wird darunter leiden
Die Einsparungen gehen zu Lasten der Kinder
Personalkosten als Einsparpotential
Die Raumnutzung wird ineffektiver und teurer
Kindertagesstätten sind auf Horte nicht vorbereitet
Die Kosten bei den Kommunen werden steigen
Infomaterialien


Die Gesamtqualität von Grundschule wird darunter leiden

Bisher ist der Hort integrativer Bestandteil der Grundschule. Das soll sich ändern:


  • Ein gemeinsames pädagogisches Profil wird es nicht mehr geben.
  • Die Hortbetreuung wird auf ein rein nachschulisches Angebot reduziert.
  • Die Gestaltung der Schuleingangsphase und Projekte, wie die Rhythmisierung, können nicht mehr gemeinsam durch Schule und Hort gestaltet werden.
  • Die Beteiligung des Hortes an schulischen Mitwirkungsgremien wird abgeschafft.
  • Es wird keine einheitlichen pädagogischen Prozesse zwischen Schule und Hort mehr geben.


Wenn Kinder eines Hortes aus unterschiedlichen Klassen und Schulen kommen, sind Absprachen, z. B. über Hausaufgabenanfertigungen, und Planungen für gemeinsame Vorhaben überhaupt nicht mehr möglich.


Die Einsparungen gehen zu Lasten der Kinder

Die Kinder werden mit Grundschule und Hort in zwei verschiedenen Welten leben, die kaum noch etwas miteinander zu tun haben. Dadurch werden den Kindern auch wertvolle soziale
Beziehungen zwischen den Schülern zerstört. Die Zusammenlegung von kleinen Grundschulen hat ohnehin schon vielerorts zu weiten Schulwegen geführt, nun wird in absehbarer Zeit ein weiterer und gefahrvoller Weg hinzukommen, nämlich der von der Schule in eine Kindertagesstätte oder einen externen Hort. Es ist fraglich, ob es dann noch den Frühhort gibt.


Die Stadt Erfurt hat gezeigt, was passiert, wenn mehrere Horte in den Ferien zusammengelegt werden: Wesentlich weniger Kinder besuchen in den Ferien den Hort, weil er nicht mehr an der
eigenen Schule ist und der Weg dorthin länger ist. Dies wird für noch mehr Eltern der Anlass sein, die Gebühren zu sparen und aus den Kindern „Schlüsselkinder“ zu machen. Welche sozialen
Folgen das hat, kann sich jeder ausmalen. Den Kindern werden wertvolle Bildungschancen genommen.


Personalkosten als Einsparpotential

Das Land will das Personal an Kommunen und freie Träger übergeben. Aber: Die meisten Kommunen – vor allem die großen – haben ihre Kindertagesstätten aufgrund der hohen Personalkosten an freie Träger übergeben. Viele freie Träger fühlen sich nicht in der Lage, ihr Personal nach dem BAT zu bezahlen. Das könnte bei den Horten auch passieren. Die jahrelange Solidaritätsleistung der Horterzieherinnen durch das Floating, das 2008 ausläuft, wird dabei nicht mehr gewürdigt werden. Horterzieherinnen stehen dann mit den Kindergärtnerinnen in Konkurrenz um die Arbeitsplätze.


Wenn noch weniger Kinder den Hort nutzen, wird es auch weniger Arbeitsplätze geben. Mit den Horterzieherinnen in Thüringen verfügen wir über ein qualifiziertes und spezialisiertes
Personal, welches sogar vielfach über eine Lehrbefähigung verfügt und im Unterricht eingesetzt wird. Dieses Potential wird einfach verschleudert. Auch gemeinsame Fortbildungen von Lehrer/innen und Horterzieherinnen wird es zukünftig nicht mehr geben, wenn sich das Land nur noch für die Lehrer/innen verantwortlich fühlt.


Die Raumnutzung wird ineffektiver und teurer

Die Doppelnutzung von Räumen für Unterricht und für Hort wird es zukünftig nicht mehr geben. Wenn die Trägerschaft unterschiedlich ist, müssen auch separate Räume her. Kommunen, die die Horte in freier Trägerschaft ja letztendlich finanzieren, holen sich dann über die Raummiete von den Trägern einen Teil des Geldes wieder zurück.


Geld, was den Kindern verloren geht. Horte in Brandenburg haben in einer Untersuchung des dortigen Ministeriums beklagt, dass es für die Horte schwieriger geworden ist, die Funktionsräume der Schulen für sich zu nutzen.


Kindertagesstätten sind auf Horte nicht vorbereitet

Die Grundschule wird zukünftig auf die Unterstützung des Hortes bei Rhythmisierung, klassenübergreifendem Unterricht, bei Förderprogrammen, der Wegbegleitung zum Schwimmen und anderen Veranstaltungen, bei Ausfall, Hitzefrei und Personalmangel, bei Pausen-, Essen- und Busaufsichten, bei gemeinsamen Festen und Veranstaltungen verzichten müssen.


Horterzieherinnen, die teilweise Ethik, Religion, Englisch u. a. unterrichten, fallen als Lehrkräfte weg. Statt dessen darf die Grundschule weitere Abstimmungsgremien mit dem Hortträger und den Horterzieherinnen schaffen.


Die Kosten bei den Kommunen werden steigen

Das Land wird sich bei der Finanzierung des Hortpersonals zukünftig auf einen Festbetrag zurückziehen, wie dies auch bei den Kitas der Fall ist. Das bedeutet, dass auf die Kommunen –
die ohnehin schon unter akutem Geldmangel leiden - weitere Belastungen zukommen.


Dabei hat das Land angekündigt, dass es den kommunalen Finanzausgleich reduzieren wird.
Die Kommunen werden – wenn sie dies nicht verhindern können – diese Mehrbelastung an die Eltern weitergeben.


Landesregierung hat sich in der Vergangenheit immer mit dem Grundschulhort als „Thüringer Spezialität“ gerühmt. Nun soll mit der Rasenmähermethode diese Besonderheit platt gemacht
werden. Verhindern wir, dass der Landtag die notwendigen Gesetzesänderungen beschließt!
Nehmen wir doch unseren Bundespräsidenten Hort Köhler beim Wort, als er meinte: „Ich will deshalb dazu beitragen, dass den Menschen im Osten mehr Spielraum für ihre Ideen gegeben wird“.

Fordern wir diesen Spielraum ein!


Nur unser gemeinsamer und starker Protest kann den Grundschulhort erhalten.
Machen Sie mit! Die GEW wird Aktionen in der nächsten Zeit vorbereiten.
Bitte schauen Sie regelmäßig auf unsere Homepage oder informieren Sie sich bei uns.


Gemeinsam sind wir stark, deshalb ist es jetzt besonders wichtig, dass jede Kollegin in der GEW organisiert ist.
Wenn Sie noch nicht Mitglied sind, können sie es hier werden.

Sie sind GEW-Mitglied aber Ihre Kollegin noch nicht?
Es lohnte sich schon immer, Mitglied der GEW zu sein. Jetzt lohnt es sich auch, Mitglieder zu werben. Für jedes neue, von Ihnen gewonnene Mitglied, können Sie sich deshalb eine Prämie auswählen.



Infomaterialien

 info-hort-04.pdf
 Infoblatt Hort 1/2004 mit obenstehendem Text (pdf-Datei, 35 kB)



 briefanerzieher2.pdf
 Brief an alle GEW-Mitglieder im Hortbereich und an alle Thüringer Grundschulen vom 18.02.2004
Information über den Stand der GEW-Hortkampagne, Aufruf zur Teilnahme an Demo 25.02.2005, Fragen zum Konzept der Landesregierung
(pdf-Datei, 60 kB)






 Flyer_Hortkampagne.pdf
 Infoflyer zur Hortkampagne der GEW Thüringen
(pdf-Datei, 50 kB)






 Plakat_Hortkampagne.pdf
 A4-Plakat zur Hortkampagne der GEW Thüringen
(pdf-Datei, 46 kB)



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